Suchen

Mitsubishi versucht den grünen Neustart

Autor / Redakteur: Martin Achter / Andreas Grimm, Andree Stachowski

Nach Jahren des Absatzrückgangs ordnet Mitsubishi sein Geschäft auf dem deutschen Markt komplett neu. Ansatzpunkte sind alternative Antriebe und eine höhere Kundenzufriedenheit.

Firmen zum Thema

(Foto: VBM-Archiv)

Mitsubishi will das Geschäft in Deutschland komplett neu aufstellen und wieder mehr Autos verkaufen. Ein entsprechendes Konzept stellte der Geschäftsführer des Importeurs Mitsubishi Motors Deutschland (MMD) Automobile GmbH, Werner H. Frey, am Mittwoch in Mainz auf einer Händlertagung vor. Dazu will Mitsubishi unter anderem die Kundenzufriedenheit und das Angebot des Herstellers an Fahrzeugen mit alternativen Antrieben in den Mittelpunkt rücken.

„Wir müssen wieder auf ein Volumen kommen, dass es uns erlaubt, profitabel zu arbeiten“, sagte Frey zu den rund 670 Vertretern aus Autohäusern, die zu der Tagung gekommen waren. 2013 wurden in Deutschland 21.141 Fahrzeuge der Marke Mitsubishi neu zugelassen. 2011 waren es noch über 30.000.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 11 Bildern

Die neue Strategie für Mitsubishi auf dem deutschen Markt hat vier Eckpunkte: Der Fokus des Herstellers liegt demnach künftig auf Fahrzeugen mit alternativen Antrieben – Mitsubishi kommuniziert dies fortan unter dem Schlagwort „Green Mobility“. Daneben will sich die Marke als Anbieter „spannender Produkte“ präsentieren. Die Kundenzufriedenheit soll laut Frey künftig von besonderer Priorität sein. Und schließlich sollen künftig die Menschen, die hinter der Marke Mitsubishi stehen, stärker in den Mittelpunkt gerückt werden.

Umgesetzt werden soll dies laut Geschäftsführer Frey durch Angebote und Aktionen, die Zugkraft auf die Kunden ausüben. Fahrzeuge von Mitsubishi sollen künftig mit einer fünfjährigen Garantie des Herstellers ausgestattet sein. Diese Neuerung gilt für alle Neuwagen, die ab Donnerstag (20. März) verkauft werden. Bisher gewährt Mitsubishi eine dreijährige Garantie.

Daneben senkt Mitsubishi den Preis für seinen Elektrokleinwagen auf 19.990 Euro netto – ein Preis, der vor allem bei Flottenkunden Wirkung entfalten soll. Das Fahrzeug wird auf dem deutschen Markt künftig als „Mitsubishi Electric Vehicle“ vermarktet und nicht mehr unter dem Namen i-Miev. Die Fixmarge für das Elektrofahrzeug wird künftig auf 1.500 Euro festgelegt. „Wir müssen erreichen, dass niemand mehr an uns vorbeikommt im Bereich umweltfreundlicher Mobilität“, betonte Geschäftsführer Frey.

Erhalt des Händlernetzes

Einen Beitrag dazu solle insbesondere das SUV Outlander leisten, das im Mai in der Version als Plug-in-Hybrid neu in den Markt eingeführt wird. Laut Frey sollen die Händler die Markteinführung des Fahrzeugs durch die Einrichtung einer Ladestation mit zwei Parkplätzen und mindestens einem Vorführwagen im Schauraum unterstützen.

Mitsubishi Outlander PHEV: Mehr E-Auto als Hybrid
Bildergalerie mit 11 Bildern

Die Produktpalette von Mitsubishi solle künftig einfacher strukturiert werden, sagte Frey. Die Ausstattungsvarianten für Fahrzeuge werden auf drei reduziert. Marketing- und Verkaufsprogramme des Herstellers sollen künftig „schneller und wirksamer“ werden.

Die Marke Mitsubishi werde künftig in der öffentlichen Wahrnehmung deutlich präsenter sein, versprach Frey den Händlern. „Wir wollen mit überschaubaren Budgets für mehr Grundrauschen sorgen.“ Mitsubishi in Deutschland werde Geld „nur dort einsetzen, wo es Bewegung erzeugt“. Zusammen mit den Händlern wolle der Importeur dafür sorgen, dass der Umschlag von Fahrzeugen deutlich gesteigert werde. Um dies zu erreichen brauche Mitsubishi jeden seiner Händler, betonte Frey. „Das Händlernetz muss in der Fläche erhalten bleiben.“

Unterstützung des Handels

Dem Rückhalt der Händlerschaft konnte sich Frey sicher sein. Das Zukunftsprogramm von Mitsubishi in Deutschland wurde in den vergangenen Wochen in Abstimmung mit dem Händlerverband entwickelt. Frey ist seit Anfang Februar Geschäftsführer. Damals hatte die Emil-Frey-Gruppe vom Bundeskartellamt grünes Licht für die mehrheitliche Übernahme der MMD Automobile GmbH erhalten.

„Das Gesamtpaket passt. Wir haben es mit angeschoben“, sagte Guido Riemann, Vorstandssprecher des Verbandes der Mitsubishi-Vertragspartner Deutschlands. Es handle sich um eine gute Lösung für alle Beteiligten in der Vertriebsorganisation. Damit könne es gelingen, die Verkaufszahlen des Fabrikats in Deutschland wieder zu steigern.

(ID:42592112)

Über den Autor

 Martin Achter

Martin Achter

Redakteur Management & Handel bei »kfz-betrieb«