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Motor-Nützel kauft Enslein & Schönberger auf

| Autor: Jakob Schreiner

Der Bayreuther VW-Konzernmarkenhändler Motor-Nützel expandiert weiter und übernimmt die Mehrheitsanteile seines Mitbewerbers Enslein & Schönberger. Damit betreibt die Gruppe künftig 14 Standorte in Ostbayern.

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Aus der Enslein & Schönberger GmbH wird zum 1. Oktober die Motor-Nützel & Schönberger GmbH.
Aus der Enslein & Schönberger GmbH wird zum 1. Oktober die Motor-Nützel & Schönberger GmbH.
(Bild: Schönberger)

Der VW-Konzernmarkenhändler Motor-Nützel ist weiterhin auf Expansionskurs: Zum 1. Oktober übernimmt die Bayreuther Autohandelsgruppe den VW-Händler Enslein & Schönberger aus Mitterteich. Durch die Mehrheitsbeteiligung wächst die Nützel-Gruppe um fünf weitere Standorte, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Der bisherige Geschäftsführer von Enslein & Schönberger, Christian Schönberger, wird das als Tochtergesellschaft eingegliederte Unternehmen weiterhin führen, heißt es in der Mitteilung weiter. Er bleibe auch Gesellschafter der neu firmierten Motor-Nützel & Schönberger GmbH.

Im Gespräch mit »kfz-betrieb« erläuterte Motor-Nützel-Geschäftsführer Jochen Sonntag, was die Handelsgruppe mit den neuen Standorten vorhat. Die übernommenen Betriebe sollen mit zusätzlichen Markenangeboten aufgewertet und ausgebaut werden. In einem ersten Schritt will Sonntag das Gebrauchtwagen-Programm der Nützel-Gruppe auf die fünf neuen Standorte übertragen. Mit der Maßnahme werde das Angebot vor allem an Audi- und Skoda-Modellen sofort erweitert, erklärte der Geschäftsführer.

Die neu gegründete Tochtergesellschaft wird ihren Hauptsitz auch weiterhin in Mitterteich haben und von Geschäftsführerer Christian Schönberger geleitet werden.
Die neu gegründete Tochtergesellschaft wird ihren Hauptsitz auch weiterhin in Mitterteich haben und von Geschäftsführerer Christian Schönberger geleitet werden.
(Bild: Schönberger)

In einem zweiten Schritt möchte der Händler mit den Herstellern ins Gespräch kommen und ausloten, für welchen Standort sich welche Marke eignet. Denkbar ist etwa ein ähnliches Vorgehen wie bei einer früheren Übernahme: 2013 hatte die Nützel-Gruppe zwei Standorte der insolventen Autowelt König übernommen, an denen zunächst lediglich Skoda-Serviceverträge vorhanden waren, bevor diese im Februar zu zwei Skoda-Vollfunktionsbetrieben aufgewertet wurden.

Durch die sukzessive Erweiterung des Angebots an den neuen Standorten rechnet Sonntag damit, den aktuellen Absatz von rund 1.600 Gebraucht- und 500 Neuwagen um rund 1.000 Einheiten steigern zu können. Dann würde die gesamte Gruppe fast 13.000 Fahrzeuge im Jahr verkaufen, wobei sich Neu- und Gebrauchtwagen in etwa die Waage hielten, sagte er. Mit der Übernahme der fünf Standorte wächst der Umsatz der Gruppe nach eigenen Angaben um 40 Millionen Euro dann auf über 300 Millionen Euro pro Jahr. Insgesamt sind künftig über die 14 Standorte verteilt rund 900 Mitarbeiter bei Nützel beschäftigt.

Größere Umbaumaßnahmen sind an den neuen Standorten laut Sonntag nicht geplant. „Alle ehemaligen Enslein & Schönberger- und Motor-Nützel-Standorte entsprechen den Vorgaben der Hersteller“, erzählt Sonntag.

„Weiteres Wachstum unabdingbar“

Für ihn sei weiteres Wachstum aufgrund der Markt- und Wettbewerbsbedingungen unabdingbar. Dass hinter den Worten auch ein ernst gemeintes Engagement steht, belegt ein Blick in die Vergangenheit: 2013 hat die Autohandelsgruppe die bereits erwähnten König-Standorte übernommen und 2018 ausgebaut. 2015 folgte eine weitere Übernahme eines VW-Händlers in Scheßlitz und 2016 investierte Motor-Nützel über 20 Millionen in den Bau eines Automobilzentrums in Hof für die Marken Audi, Skoda, VW und VW Nutzfahrzeuge.

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Über den Autor

 Jakob Schreiner

Jakob Schreiner

Redakteur Ressort Service & Technik