Neue Abgasnorm für schwere Lkw

Schwere Klasse muss ab 2014 die Euro-VI-Norm erfüllen

16.12.2008 | Autor: Jan Rosenow

Seit Oktober 2008 gilt die Euro-V-Norm für schwere Nutzfahrzeuge (hier der MAN TGX). Nun hat das Europaparlament die nächste Stufe der Abgasgesetzgebung festgelegt.
Seit Oktober 2008 gilt die Euro-V-Norm für schwere Nutzfahrzeuge (hier der MAN TGX). Nun hat das Europaparlament die nächste Stufe der Abgasgesetzgebung festgelegt.

Das europäische Parlament hat heute eine Verordnung zu den Emissionen von schweren Nutzfahrzeugen verabschiedet. Sie legt die Abgaswerte für die Euro-VI-Norm fest und soll für neu auf den Markt gebrachte Fahrzeugtypen ab dem 1. Januar 2013 gelten. Ein Jahr später müssen alle neu zugelassenen schweren Nutzfahrzeuge diese Werte einhalten.

„Euro VI ist ein wichtiges Instrument zur Verbesserung der Luftqualität in Europa, weil sie Feinstaub und Stickoxide reduziert. Allein Feinstaub ist in Europa für über 348.000 vorzeitige Sterbefälle verantwortlich“, erklärt Matthias Groote (SPD), Berichterstatter des Europäischen Parlaments für die Euro-VI-Verordnung. Es gehe darum, wie auch in der Richtlinie über Luftqualität, die Emissionen an der Quelle zu senken.

Strengere Schadstoffgrenzwerte

Die Verordnung hält an den von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen Schadstoffgrenzwerten für Kohlenmonoxid (CO), Kohlenwasserstoffe (THC, NMHC, CH4), Stickoxide (NOx) und Ammoniak (NH3) fest. Im Vergleich zu Euro V liegen die erlaubte Partikelmasse um 66 und der NOx-Ausstoß um 80 Prozent niedriger. „Stickoxide sind gerade gefährlich für Kleinkinder, Kinder und ältere Menschen, weil sie zu Ozonbildung in Bodennähe führen“, erklärt Groote.

Für die Senkung der Partikelmasse um 66 Prozent schreibt das Parlament zwar keine bestimmte Technik vor, doch geht die Kommission davon aus, dass sich der neue Grenzwert kaum ohne Dieselpartikelfilter einhalten lässt. Zur Senkung des NOx-Ausstoßes um 80 Prozent seien sowohl motortechnische Maßnahmen (zum Beispiel Abgasrückführung) als auch Abgasnachbehandlungssysteme (zum Beispiel selektive katalytische Reduktion) notwendig.

Alle neuen schweren Nutzfahrzeuge müssen ab dem 1. Januar 2014 die neuen Euro-VI-Standards erfüllen – neun Monate früher als von der Kommission vorgeschlagen. Neue Fahrzeugtypen müssen die Standards bereits ein Jahr früher, zum 1. Januar 2013, erfüllen.

Zugang zu Reparaturinformationen

Vorgesehen ist auch ein standardisierter Zugang zu Reparaturinformationen. Die Hersteller müssen unabhängigen Marktteilnehmern, zum Beispiel Freien Werkstätten, uneingeschränkten und standardisierten Zugang zu On-Board-Diagnose-Informationen und zu Reparatur- und Wartungsinformationen gewähren. Diese Daten sollten auf den Webseiten der Hersteller oder in einem anderen geeigneten Format veröffentlicht werden.

Schließlich dürfen die Mitgliedstaaten finanzielle Anreize setzen, um Fahrzeuge, die die Euro-VI-Standards erfüllen, schneller auf den Markt zu bringen. Zudem berührt die Verordnung nicht das Recht der Mitgliedstaaten, die Emission von Schadstoffen als Bemessungsgrundlage für die Kfz-Steuer heranzuziehen.

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