BMW Neue Rückrufwelle wegen brandgefährdeter Diesel

Autor / Redakteur: Niko Ganzer / Viktoria Hahn

Seit einigen Wochen holt der Hersteller wieder 145.000 Fahrzeuge in Deutschland zur Kontrolle des AGR-Kühlers in die Vertragswerkstätten. Das Problem begleitet die Münchner seit 2018.

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Der Autobauer hat die bereits seit längerem laufende Aktion zur Kontrolle des AGR-Kühlers um eine weitere Prüfung ausgeweitet. Unter anderem müssen Gran Tourer in die Werkstatt.
Der Autobauer hat die bereits seit längerem laufende Aktion zur Kontrolle des AGR-Kühlers um eine weitere Prüfung ausgeweitet. Unter anderem müssen Gran Tourer in die Werkstatt.
(Bild: BMW)

Die Probleme mit dem Kühler der Abgasrückführung (AGR) in Dieselmotoren lassen den BMW-Konzern nicht los. Eine Unternehmenssprecherin hat einen weiteren Rückruf für 145.000 Fahrzeuge der Marken Mini und BMW in Deutschland bestätigt. „Nach engmaschiger Beobachtung der Feldsituation haben wir im Oktober beschlossen, die Aktion um eine weitere Prüfung auszuweiten", erklärte sie. Zu den bereits existierenden internen Aktionscodes kommen daher nun vier weitere: „0011860500”, „0011870500”, „0011880500” und „0011890500”.

Ein Teil der seit einigen Wochen schriftlich einbestellten Fahrzeuge war bereits wegen der potenziellen Brandgefahr in der Werkstatt, einige sogar schon mehrmals. Die Anzahl aus der aktuellen Erweiterung der technischen Aktion könne daher nicht komplett zur Gesamtzahl der von den bisherigen Maßnahmen erfassten Fahrzeuge addiert werden, sagte die Sprecherin. Diese Summe weist das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) derzeit mit etwas über 500.000 BMW fast aller Baureihen auf dem Heimatmarkt aus.

Keine behördliche Überwachung der Maßnahme hierzulande

Wie viele Halter nun erstmals in die Vertragsbetriebe einbestellt werden, konnte die Sprecherin nicht quantifizieren. Die eine Hälfte der jetzt zurückbeorderten Pkw ist ihren Angaben zufolge mit einem 2017 produzierten Kühler ausgestattet. Die andere Hälfte seien Modelle mit Vierzylinder-Dieselmotor und Frontantrieb mit Kühlerproduktionsdatum bis einschließlich Dezember 2016. In dieser zweiten Gruppe sind neben dem 2er Active und Gran Tourer die Mini-Modelle enthalten. Letztere standen bislang nicht auf der Liste des KBA.

Den ersten Rückruf hatten die Münchner im Sommer 2018 aufgrund der Problematik gestartet – zunächst in Südkorea, dann weltweit. Nach wie vor erfolgt in Deutschland keine behördliche Überwachung der Maßnahme, die eine Prüfung und gegebenenfalls einen Austausch des AGR-Kühlers vorsieht. Diese Entscheidung hatten Politiker und Juristen angesichts einiger dokumentierter Brandfälle in einem ARD-Beitrag kürzlich kritisiert.

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Freier Journalist