Kölner Innungen Neue Strukturen und neue Geschäftsräume

Von Holger Zietz 3 min Lesedauer

Die beiden Kölner Innungen, die Kfz- und Karosseriebauer-Innung, haben ihre Kooperation auf neue Beine gestellt: Es gibt eine neue Geschäftsstelle und mit Peter Stappen erstmals einen zweiten Geschäftsführer. Außerdem ist ein neues Fachkräfteprojekt gestartet.

Die Kölner (v.l.): Auditor Werner Steber, Obermeister Stefan Bäckmann, Geschäftsführerin  Claudia Weiler, stellv. Geschäftsführer Peter Stappen, Obermeister Oliver Flemming	( Karosseriebauerinnung) und sein Stellvertreter Arndt Hürter.(Bild:  Zietz  - VCG)
Die Kölner (v.l.): Auditor Werner Steber, Obermeister Stefan Bäckmann, Geschäftsführerin Claudia Weiler, stellv. Geschäftsführer Peter Stappen, Obermeister Oliver Flemming ( Karosseriebauerinnung) und sein Stellvertreter Arndt Hürter.
(Bild: Zietz - VCG)

Stellvertretender Geschäftsführer, neue Räume, ein Umschulungsprojekt und ein neuer Auditor: Bei der gemeinsamen Versammlung der Kfz-Innung und der Karosseriebauer-Innung zu Köln standen wichtige personelle und strategische Themen auf der Tagesordnung. Beide Innungen wollen ihr Aus- und Fortbildungsangebot ausbauen und damit auch auf den wachsenden Fachkräftebedarf reagieren.

Mit Peter Stappen gibt es erstmals einen stellvertretenden Geschäftsführer. Die Satzung der Innung sah diese Position bislang nicht vor. Stappen ist bereits seit 2020 für die Innung tätig. Der gelernte Kfz- und Karosseriebaumeister verantwortet unter anderem die Aus- und Fortbildungslehrgänge sowie die Abgasuntersuchung.

Werner Steber ist neuer Auditor

Auch bei den Auditoren gibt es Verstärkung: Das Kölner „Verbandsurgestein“ Werner Steber konnte aus dem Ruhestand zurückgewonnen werden. Geschäftsführerin Claudia Weiler ist es gelungen, den langjährigen Verbandsmitarbeiter als Auditor für die Innung zu gewinnen.

Steber war 35 Jahre für den ZDK in Bonn tätig. Nun führt ihn seine neue Aufgabe wieder direkt in die Werkstätten. „Ich bin in Werkstätten unterwegs“, beschreibt er den Unterschied zu seiner bisherigen Tätigkeit beim Zentralverband. Dort habe er die entsprechenden Themen vor allem vom Verhandlungstisch aus begleitet.

Mehr Platz für Verwaltung, Werkstatt und Weiterbildung

Einen wichtigen Schritt haben die Innungen mit dem Umzug ihrer Geschäftsstelle und der Schulungs- und Werkstatträume in den Kölner Stadtteil Rheinkassel vollzogen. „Mehr Platz“ sowie die räumliche Zusammenführung von Verwaltung und Werkstätten waren für Obermeister Stefan Bäckmann wesentliche Gründe für den Umzug.

Zugleich eröffnet der neue Standort Perspektiven für die Zukunft. Bei Bedarf könne das Angebot dort weiter ausgebaut werden. Beide Innungen wollen ihre Aus- und Fortbildungsangebote erweitern. Der Hintergrund ist der anhaltende Fachkräftemangel, der die Kölner Betriebe ebenso beschäftigt wie die Frage, wie vorhandene Mitarbeiter kontinuierlich weiterqualifiziert werden können. Im kommenden Jahr sollen die neuen Räumlichkeiten den Mitgliedsbetrieben bei einem Tag der offenen Tür vorgestellt werden, kündigte Bäckmann an.

Umschulung soll neue Fachkräfte gewinnen

Passend zu den neuen räumlichen Möglichkeiten planen die Innungen ein Pilotprojekt zur Umschulung von Quereinsteigern zu Kfz-Mechatronikern. Die Idee: Während Kfz-Betriebe dringend qualifiziertes Personal suchen, bauen Automobilhersteller wie Ford in Köln und Zulieferunternehmen in der Region Stellen ab. „Denn die suchen Arbeit. Und wir suchen Personal“, fasste Bäckmann die Ausgangslage zusammen.

Das Pilotprojekt soll 2027 starten. Innerhalb von 28 Monaten sollen die Teilnehmer zu Kfz-Mechatronikern ausgebildet werden. Beteiligt sind die Bundesagentur für Arbeit, die Handwerkskammer, die Kfz-Innung und die IG Metall. Als Bildungsträger sollen die Teutloff-Schulen eingebunden werden.

Für Bäckmann zeigt das Projekt auch einen Wandel in der Wahrnehmung des Handwerks. Wo früher häufig eine Tätigkeit in der Industrie als erste Wahl gegolten hat, höre man inzwischen immer öfter: „Geht lieber ins Handwerk als in die Industrie.“ Entscheidend sei dabei auch die Bezahlung. „Auch bei uns werden gute Löhne gezahlt“, betonte der Obermeister. Nur so lasse sich qualifiziertes Personal langfristig für das Handwerk gewinnen.

Gemeinsame Themen verbinden Gewerke

Die gemeinsame Versammlung der Kfz- und Karosseriebauer-Innung ist inzwischen zu einer festen Größe in Köln geworden. Die seit vielen Jahren gemeinsam geführte Geschäftsstelle hat sich bewährt, und zahlreiche Herausforderungen betreffen beide Gewerke gleichermaßen.

Dazu gehört insbesondere die Versorgung mit Ersatzteilen. „Die Ersatzteilversorgung ist bei beiden Innungen ein gewaltiges Thema“, beschrieb Karosserie-Obermeister Oliver Flemming die Situation. Da sei nun auch die Politik gefordert, tätig zu werden. Mit neuen Strukturen, einem erweiterten Weiterbildungsangebot und dem geplanten Umschulungsprojekt wollen die beiden Innungen nun die Voraussetzungen schaffen, um die Betriebe auch künftig bei der Gewinnung und Qualifizierung von Fachkräften zu unterstützen.

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