Der deutsche Pkw-Markt war auch im Februar deutlich rückläufig, wenn auch nicht mehr so stark wie im Januar. Rechnet man die ersten beiden Monate zusammen, liegen nur zwei Fabrikate im Plus. Und bei beiden gelten spezielle Voraussetzungen.
Aufgrund der geschlossenen Schauräume rollen aktuell deutlich weniger Autos in den Markt als noch vor einem Jahr.
(Bild: Volkswagen)
Die Pkw-Neuzulassungen in Deutschland sind im Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 19 Prozent zurückgegangen. Wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Mittwoch mitteilte, wurden im vergangenen Monat 194.349 Autos erstmals registriert. Im Januar war der deutsche Pkw-Markt noch um 31,1 im Minus.
„Die Situation auf dem deutschen Neuwagenmarkt hat sich im Februar nicht wirklich verbessert. Vor allem private Neuwagenkäufe sind weiter unter Druck – was angesichts geschlossener Autohäuser kaum verwunderlich ist“, sagt Peter Fuß vom Beratungsunternehmen EY. Nach dem Auslaufen der Mehrwertsteuersenkung Ende Dezember gingen die Neuzulassungen von Privatkäufern deutlich stärker zurück als der Gesamtmarkt. Im Februar betrug das Minus des Privatmarkts 27 Prozent.
Einige Marken trotzten dem Negativtrend. So steigerten Porsche (+3,6 %) und Ssangyong (+8,4 %) die Neuzulassungen im Februar zumindest leicht. Bei Mini (+18,6 %) und Land Rover (+23,4 %) war das Plus deutlicher. Die größten Zuwächse wies das KBA allerdings mit plus 123 Prozent für Smart und mit plus 180 Prozent für Tesla aus – beide sind Elektroauto-Fabrikate.
Jene zwei Marken waren in der Gesamtbetrachtung von Januar und Februar die einzigen mit einem Plus. So legte Tesla im Vergleich zu den ersten beiden Monaten des Jahres 2020 um 125,4 Prozent zu, Smart sogar um 321,3 Prozent. Beide Fabrikate kommen allerdings von einem sehr niedrigen Niveau im Vergleichszeitraum. Für den gesamten deutschen Pkw-Markt steht nach zwei Monaten mit 364.103 neu registrierten Autos ein Minus von 25,1 Prozent in der Bilanz.
Elektroautos wachsen nicht so stark wie Ende 2020
Der Elektroautomarkt wuchs zu Jahresbeginn deutlich, aber nicht so stark wie Ende 2020. Im Januar hatte das KBA bei batterieelektrischen Autos noch ein Plus von 118 Prozent und bei Plug-in-Hybriden von 138 Prozent registriert. Im Februar gewann der Absatz elektrifizierter Neuwagen leicht an Dynamik: Die Zahl der neu zugelassenen Elektroautos stieg um 124 Prozent, bei den Plug-in-Hybriden betrug das Plus 162 Prozent.
Ende des vergangenen Jahres hatten die Wachstumsraten beider Antriebstechnologien allerdings noch bei jeweils über 600 Prozent gelegen. Das hatte allerdings auch damit zu tun, dass einige Hersteller elektrifizierte Fahrzeuge in den Markt pressten, um ihre CO2-Bilanz zum Ende des Jahres aufzuhübschen.
Die Verbrenner-Marktanteile sind jedenfalls klar rückläufig. Im Februar betrug der Anteil neu registrierter Diesel am gesamten Pkw-Markt 25,4 Prozent. Der Benziner-Anteil lag bei 37,7 Prozent. Somit waren mehr als ein Drittel der neu registrierten Fahrzeuge mit einem alternativen Antrieb ausgestattet.
Peter Fuß rechnet damit, dass sich das Absatzplus bei elektrifizierten Neuwagen im Verlauf des Jahres noch weiter steigern wird. „Dafür werden auch die neuen Modelle sorgen, die für den weiteren Jahresverlauf angekündigt sind und die das Kundeninteresse nochmals anfachen werden.“ Zudem dürften spätestens in der zweiten Jahreshälfte auch die Lieferprobleme durch die Chip-Engpässe verschwinden.
Aufholjagd im zweiten Halbjahr erwartet
Auch für den Gesamtmarkt rechnet Fuß mit einem starken zweiten Halbjahr. „Der Nachholbedarf ist enorm“, sagt der Experte. Er geht davon aus, dass Fortschritte bei der Impfkampagne und der aktuelle öffentliche Druck zu weiteren Öffnungen und Lockerungen spätestens im April führen werden. „Sobald die Autohäuser wieder geöffnet sind, werden auch die Neuzulassungen deutlich nach oben gehen.“ Die Aufholjagd wird seiner Ansicht nach aber nicht ausreichen, um schon in diesem Jahr wieder das Vorkrisenniveau von 2019 zu erreichen.
Stand: 08.12.2025
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Pessimistischer klingt da Reinhard Zirpel, Präsident des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK): „Der deutsche Pkw-Markt läuft erneut auf ein katastrophales Jahresergebnis zu.“ Das Neuzulassungsminus der ersten beiden Monate von 25 Prozent sei im weiteren Jahresverlauf kaum aufzuholen. „Entscheidend ist jetzt, dass der Autohandel zum Beginn des Frühjahrsgeschäfts wieder öffnen kann“, sagte Zirpel.
Sie wollen mehr wissen? Unter www.kfz-betrieb.de/neuzulassungszahlen können Sie sich die Neuzulassungen aller Fabrikate nach Marktsegmenten gegliedert für einzelne Monate anzeigen lassen. Zudem finden Sie dort die Statistiken des KBA für die einzelnen Modellreihen als PDF zum Download.