New Yorker Auto-Show lockt mit Bekanntem

Feintuning, optische Extras und mehr Platz

| Autor: Wolfgang Hörner

Viel beachtet anlässlich der Pressetage: Der Mercedes GLS. Das luxuriöse SUV misst in der Länge 5,21 Meter.
Viel beachtet anlässlich der Pressetage: Der Mercedes GLS. Das luxuriöse SUV misst in der Länge 5,21 Meter. (Bild: press-inform)

Zwei der wichtigsten internationalen Automessen finden in diesem Jahr praktisch zeitgleich statt. Während die Shanghai Motor Show Mitte der vergangenen Woche ihre Pforten öffnete, begann nur einen Tag später auf der anderen Seite der Welt die New York International Auto Show.

Das spiegelt das politische Selbstverständnis beider Nationen perfekt wider, brachte aber die international agierenden Autobauer in die Bredouille: Wer geht wohin? Mercedes und Porsche spielen die große Nummer und sind auf beiden Messen in gewohnter Manier vertreten. Audi fokussiert sich auf China und ist in den USA nur mit einem kleinen Messeteam zugegen – was durchaus auch der Rolle von Audi in Nordamerika gerecht wird. Und BMW kehrt New York ganz den Rücken. Das verschafft den US-Herstellern und den in Nordamerika produzierenden japanischen und koreanischen Marken in New York mehr Platz und mehr Gewicht.

Ohnehin hat die New York International Auto Show (NYIAS), die älteste Automesse der USA, einen anderen Charakter als viele andere Messen: Hier geht es stärker um das konkrete Verkaufen. Concept-Cars sind selten und opulente Messestände rar. Stattdessen würden die Amis am liebsten große Kauf-mich-Aufkleber an jedem Exponaten platzieren.

Das größte Neuheiten-Feuerwerk zündet Mercedes-Benz. Wichtigster Baustein ist dabei der neue GLS, der jetzt endlich das hält, was sein Name verspricht. War er bisher eine Art verlängerter GLE, bietet der neue GLS mehr Größe, mehr Technik und vor allem mehr Luxus. Er durchbricht jetzt auch das Längenmaß von 5,20 Metern, was zeigt, wohin die meisten GLS wohl gehen werden: in die USA. Weil auch da die Zeiten unbegrenzten Benzinkonsums vorbei sind, liefern die Schwaben den GLS 580 4Matic mit einer besonderen Technik aus. Er ist der erste Mildhybrid-V8-Benziner der Welt, 48-Volt-Netz und Startergenerator inkludiert. Damit bringt es der 580er auf angemessene 489 PS und 700 Newtonmeter Drehmoment.

Neben dem GLS pflastert Mercedes seinen Messestand mit zahlreichen weiteren Neuheiten. Dazu zählt das überarbeitete GLC Coupé und die nachgeschärften AMG-Versionen von GLC und GLC Coupé. Überhaupt nimmt AMG gehörig Platz auf dem Messestand ein, denn zusätzlich debütieren auch die beiden neuen Versionen A35-AMG-4Matic-Limousine und CLA35-AMG-4Matic.

Ein paar Stände weiter zeigt Ford das neue Kompakt-SUV Escape – ein Fahrzeug, das auch für den deutschen Markt relevant ist: Hierzulande ist er als Kuga bekannt. Der Neue ist gefällig und verzichtet auf stilistische Experimente. So kann er auch in Europa gut ankommen. Und was Ford bislang verschlief, soll der neue Escape jetzt in Windeseile aufholen. Zunächst kommt er als Hybridmodell, 2020 folgt die Plug-in-Hybrid-Version. Beim Antrieb können US-Kunden zwischen einem 180 PS starken 1,5-Liter-Dreizylindermotor mit zusätzlicher Zylinderabschaltung oder dem 250 PS starken 2,0-Liter-Vierzylinder wählen. Wer ein Modell mit Hybridisierung wählt, landet automatisch bei einem 2,5-Liter-Atkinson-Motor. Diese alt bekannte Brennraumkonstruktion nutzen auch einige andere Hersteller für Hybridmodelle. Je nach Ausführung leistet der Escape 198 PS beziehungsweise als Plug-in-Hybrid 209 PS. Zusätzlich packt Ford ein komplettes Programm an Assistenzsystemen in den neuen Escape, um mindestens auf Augenhöhe mit dem Wettbewerb zu kommen.

Auch ein Verwandter der Escape gibt in New York sein Debüt: der Lincoln Corsair, der die gleiche Plattform nutzt. Auch wenn er künftig der kleinste SUV im Angebot von Fords Edelmarke ist, ist er durch andere Proportionen und Außenabmessungen größer und eigenständiger. Damit rückt er in Richtung Mercedes-Benz GLC oder Range Rover Evoque. Dazu passen die beiden verfügbaren Vierzylindermotoren mit 250 und 280 PS.

Verbesserte Klassiker, weniger Concept-Cars

Ford-Rennstallbesitzer und -Tuningpapst Jack Roush zeigt in New York, wie man mit Hilfe der Kompressortechnik den Mustang zum Supersportwagen macht. Sein Mustang Stage 3 bringt es auf satte 710 PS. Basis dafür ist die 5,0-Liter-V8-Maschine des GT, die dank der zusätzlichen Zwangsbeatmung 827 Newtonmeter leistet. Zum Vergleich: Das Serienfahrzeugen kommt mit 466 PS und 569 Newtonmetern aus.

Damit die Leistung auch optisch zur Geltung kommt, verpasst Roush dem Mustang ein Aero-Paket. Wer will, kann außerdem die Sportauspuffanlage via Smartphone-App nach Herzenslust konfigurieren und seinen eigenen Sound kreieren. Der eigentliche Hammer ist aber der Preis: Für den Mustang Stage 3 verlangt Rush 70.000 Dollar, rund 62.000 Euro, wobei der Basis-Ford schon inkludiert ist. Mehr Leistung gibt es für diesen Betrag wohl nirgendwo.

Wo es gerade um heiß gemacht Modelle geht: Nissan feiert auf der NYIAS den 50. Geburtstag von GT-R und des legendären Datsun 240Z. Dass der GT-R in der Nismo-Version nachgeschärft wird, ist noch das größte Highlight, denn seine Leistungsdaten bleiben unangetastet. In Summe soll er aber trotzdem näher an das GT3-Rennfahrzeug rücken.

Ebenfalls kein Fall für Deutschland ist die neue, vierte Generation des Toyota Highlander. Am Crossover mit den drei Sitzreihen wurde optisch nachgelegt, technisch aber kaum. Und das, obwohl der Highlander jetzt auf der Erfolgsplattform TNGA-K basiert.

Auch die Neuheiten rund um den Yaris haben hierzulande keine Relevanz: Zwar zeigt Toyota auf der Messe den neuen Yaris Hatchback, der aber ein gänzlich anderes Fahrzeug als das in Europa angebotene Modell ist. Tatsächlich verbirgt sich hinter dem US-Yaris ein Mazda 2, der von einem 106-PS-Benziner angetrieben wird.

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