Niesmann und Bischoff verkauft ersten Luxusliner mit Airbags

Hersteller scheuen Kosten für Crashtests

| Autor: Yvonne Simon

Niesmann und Bischoff statten jetzt auch Luxus-Wohnmobile mit Airbags aus.
Niesmann und Bischoff statten jetzt auch Luxus-Wohnmobile mit Airbags aus. (Bild: Niesmann und Bischoff)

Airbags sind im Pkw schon lange eine Selbstverständlichkeit, egal in welcher Preisliga. Etwas anders sieht das im Wohnmobil aus. Ausgerechnet die absolute Oberklasse der Luxusliner, für die Käufer sechsstellige Beträge auf den Tisch legen müssen, ist ohne Airbags unterwegs.

Der Hersteller Niesmann und Bischoff, der zur Hymer-Gruppe gehört, hat das Modell „Flair“ umgebaut und verkauft damit nach eigenen Angaben den ersten Liner auf Iveco-Daily-Basis mit serienmäßig verbautem Fahrer- und Beifahrer-Airbag.

Bislang sei es technisch nicht ohne weiteres möglich gewesen, die Airbags aus den Lkw-Chassis zu übernehmen, erklärt das Unternehmen auf Anfrage. Das Fahrerhaus bleibt bei Linern – anders als bei teilintegrierten Wohnmobilen – nicht erhalten, sondern wird komplett neu konstruiert. Will ein Hersteller Airbags einbauen, so muss er deren Funktion gewährleisten und sämtliche Tests in Eigenregie durchführen. Das war den Unternehmen bislang zu aufwendig und zu teuer.

Niesmann und Bischoff hat für den Flair eine Unterkonstruktion entwickelt, die das Cockpit anhebt und die Integration der Sicherheitsausstattung ermöglicht. Neben Airbags gehören dazu ein Elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP), Gurtstraffer und ein Pedal Release System. Letzteres soll bei einem Auffahrunfall dafür sorgen, dass das Bremspedal nach vorne wegklappt und damit die Verletzungsgefahr an Füßen und Beinen verringern.

Um das System zu prüfen, hat das Unternehmen Berechnungen, Computer-Simulationen, virtuelle Crashtests und eine Vielzahl von Tests „am fahrenden Objekt“ durchgeführt. Am Ende lies der Hersteller einen komplett ausgebauten Flair mit 400 Kilogramm Zuladung gegen eine 120 Tonnen schwere Stahlbetonwand fahren. Auf die beiden Dummys an Bord wirkte bei dem Aufprall die 30-fache Erdbeschleunigung. Der Liner bestand alle Tests und ist ab rund 162.000 Euro zu haben.

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