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Nissan schiebt Europa organisatorisch auf die Resterampe

| Autor: Andreas Grimm

Der japanische Autobauer strukturiert seine Vertriebsregionen neu. Aus bisher sieben Einheiten werden vier. Vor allem der Zuschnitt der Einheit, die künftig Europa mit abdeckt, wirkt etwas beliebig.

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Nissan bleibt vorerst weltweit aktiv, strukturiert aber die Zuständigkeiten um.
Nissan bleibt vorerst weltweit aktiv, strukturiert aber die Zuständigkeiten um.
(Bild: Nissan)

Nissan verschlankt seine Strukturen und reduziert seine regionale Gliederung von sieben auf vier globale Großregionen. Betroffen von der zum 1. Oktober wirksamen Umstrukturierung ist nicht zuletzt Europa. War der Kontinent bislang als eigenständige Einheit in der Nissan-Struktur organisiert, findet sich Europa jetzt in einem Sammelsurium von Gebieten wieder. Die neu geschaffene Region AMIEO besteht nun aus Afrika, dem Nahen Osten, Indien, Europa (inklusive Russland) und Ozeanien (sprich Australien, Neuseeland und die pazifischen Inselstaaten).

Die anderen drei Regionen, die geografisch deutlich kompakter beieinander liegen, sind Japan inklusive der Asean-Staaten (Südost-Asien), China sowie Amerika. Die neue AMIEO-Region umfasst nach Nissan-Angaben 140 Einzelmärkte, in denen zusammen 3,8 Milliarden Menschen leben und 45 Nissan-Produkte angeboten werden.

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Die Neustrukturierung steht im Zusammenhang mit der Konsolidierung des Autobauers, der das Vorgehen selbst als „Transformationsplan Nissan Next“ bezeichnet. Dahinter steckt das Bestreben, „eine schlankere, agilere und gewinnorientierte Organisation“ zu schaffen. Nissan erhofft sich von der nun bekannt gegebenen Neuordnung schnellere Entscheidungsprozesse und mehr Flexibilität.

Im Zusammenhang mit den Allianzpartnern Renault und Mitsubishi bedeutet „Nissan Next“ zugleich, sich verstärkt auf gewinnbringende Märkte und regional gut laufende Modelle zu konzentrieren.

Bereits nach der Bekanntgabe des Plans waren Befürchtungen laut geworden, Nissan könne sich aus Europa zurückziehen. Mit der Schaffung der AMIEO-Region ist dieses Szenario zumindest nicht akut geworden, wie in diesem Gebilde aber agile flexible Prozesse funktionieren, bleibt abzuwarten.

Zuständig für die Umsetzung der Ziele wird in der AMIEO-Region Gianluca de Ficchy, derzeit Chef von Nissan Europa. Guillaume Cartier, derzeit Chairman der Region Afrika und Mittlerer Osten (AMI), wird der Stellvertreter. In dieser Funktion ist er insbesondere für Marketing und Vertrieb verantwortlich.

Während das Management für Produktion, Forschung und Entwicklung, Planung, Verwaltung und Finanzen für die gesamte AMIEO-Region zentralisiert ist, sollen Vertrieb und Marketing weiterhin auf kleinere Einheiten ausgerichtet sein, „um sicherzustellen, dass die Nissan Produkte und Services auch künftig auf die Kunden in den spezifischen Märkten zugeschnitten sind“.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«