Alle außer Volkswagen Nutzfahrzeughersteller gründen Wasserstoff-Allianz

Autor: Jan Rosenow

Daimler, Volvo und Iveco haben sich mit den Mineralölkonzernen OMV und Shell zur Interessengemeinschaft H2 Accelerate zusammengeschlossen. Von den europäischen Lkw-Marken fehlen damit nur MAN und Scania aus dem Volkswagen-Konzern.

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Daimler hat bereits den Prototypen eines Lkws mit wasserstoffbetriebener Brennstoffzelle (vorn) vorgestellt.
Daimler hat bereits den Prototypen eines Lkws mit wasserstoffbetriebener Brennstoffzelle (vorn) vorgestellt.
(Bild: Daimler Truck)

Die Lkw-Hersteller Daimler Truck, Iveco und Volvo wollen gemeinsam dem mit Wasserstoff angetriebenen Lkw europaweit zum Durchbruch verhelfen. Dazu haben sie zusammen mit den Mineralölkonzernen OMV und Shell die Interessengemeinschaft H2 Accelerate (H2A) gegründet. Wie auch viele Experten sehen die beteiligten Unternehmen in der mit dem Gas betriebenen Brennstoffzelle eine geeignetere Antriebsquelle für den Langstreckentransport als im batterieelektrischen Antrieb. Wasserstoff gilt ihnen als zentrales Element der vollständigen Dekarbonisierung des Lkw-Verkehrs.

Zum H2A-Partnerkreis zählen damit alle europäischen Hersteller von schweren Lkws mit Ausnahme von MAN und Scania, die beide zur Traton-Gruppe und damit zum Volkswagen-Konzern gehören. VW bevorzugt in seiner Pkw-Flotte den batterieelektrischen Antrieb. Beide Marken forschen allerdings in Eigenregie am Wasserstoffantrieb.

Flächendeckende Einführung wird wohl ein Jahrzehnt lang dauern

In einer ersten Phase sollen gemeinsam Fördermittel für frühe Vorserienprojekte akquiriert werden. Parallel dazu werden die Teilnehmer Lobbyarbeit betreiben, um ein politisches Umfeld zu schaffen, das die künftige Serienfertigung von Wasserstoff-Lkws und ein europaweites Betankungsnetz für CO2-freien Wasserstoff unterstützt.

Die flächendeckende Einführung dieser Fahrzeuge wird nach Ansicht der beteiligten Unternehmen etwa ein Jahrzehnt dauern. Die Lkws sollen zunächst in regionalen Clustern sowie entlang europäischer Transportrouten mit hoher Auslastung und mit guter Wasserstoff-Tankstellenversorgung fahren. Im Laufe des Jahrzehnts können diese Cluster dann miteinander verbunden werden, sodass ein europaweites Netzwerk entsteht. Ab 2025 rechnen die Lkw-Hersteller mit vierstelligen Produktionszahlen pro Jahr. Die Einführung von wasserstoffangetriebenen Lkws in hohen Stückzahlen bedingt die Entstehung neuer Industriebereiche: Anlagen für die CO2-freie Wasserstoffproduktion, Verteilsysteme und ein Tankstellennetz mit hoher Kapazität für flüssigen und gasförmigen Wasserstoff.

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Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group