Mit einer neuen Förderrichtlinie will die Bundesregierung den Klimanutzen des Teilzeitstromers vergrößern. Autoverkäufer müssen ihre Kunden kompetent beraten können, ob sich der Kauf rentiert. Was es dabei zu beachten gibt.
Selbst große Plug-in-Hybride wie der Bentley Bentayga haben nicht immer einen Schnellladeanschluss.
(Bild: Bentley)
Der Plug-in-Hybridantrieb gilt als Brücken-Technologie hin zu einem komplett elektrifizierten Auto-Verkehr. Deshalb wird ihr Kauf von der Bundesregierung auch gefördert. Allerdings steht diese Fahrzeugklasse auch in der Kritik, weil die Möglichkeit besteht, dass ihre Besitzer von der elektrischen Fahrfunktion kaum oder gar nicht Gebrauch machen und ausschließlich den Verbrennungsmotor nutzen – was den erhofften Klimanutzen zunichte macht.
Deshalb erfordert der Verkauf eines PHEV einen erhöhten Beratungsaufwand. Der Verkäufer sollte das tatsächliche Fahrprofil des Kunden kennenlernen und diesem zudem die Besonderheiten des Antriebskonzepts kompetent erklären. Im folgenden haben wir die wichtigsten Informationen dafür zusammengefasst.
Welche Arten von PHEVs gibt es?
Prinzipiell gibt es zwei Sorten von Autos mit Plug-in-Hybrid. Solche, die es einzig mit diesem Antrieb gibt. Und solche, wo die Elektrifizierung lediglich eine von mehreren Optionen ist. Diese Gruppe ist mit Abstand die größte. Rund 70 entsprechende Modelle sind in Europa im Angebot.
Reine PHEV-Baureihen hingegen gibt es gerade einmal eine Hand voll. Und zwar ausschließlich bei den Importeuren, darunter Modelle wie den MG EHS, den Suzuki Across und den in Deutschland aktuell nicht angebotenen Kia Optima. In diesen Modellen ist der Plug-in-Antrieb ein willkommener Ersatz für den Diesel, der bei asiatischen Marken auch schon vor dem Abgas-Skandal nicht besonders populär war. In den gemischten Baureihen wird der Steckdosen-Hybrid hingegen häufig parallel zu den Dieselmodellen angeboten.
Welche Modelle gibt es als PHEVs?
Rund 50 der gut 70 in Europa angebotenen Plug-in-Hybride sind SUVs. Die meisten davon kommen von sogenannten Premium-Marken. Neben den deutschen Anbietern Porsche, Mercedes und BMW sind auch Volvo aus Schweden, Land Rover aus England und DS aus Frankreich stark bei Teilzeitstromern. Dazu kommen einige Modelle von Volumenanbietern wie VW, Opel, Ford, Kia, Mitsubishi und Peugeot. In den meisten der Baureihen ist als emissionsarme Alternative auch noch ein Diesel zu haben.
Was kostet ein PHEV?
Preisliste für PHEVs startet knapp oberhalb von 30.000 Euro. In dieser Liga spielen etwa Autos wie der Hyundai Ioniq, der Renault Captur und der Kia Niro. Vergleichbare Modelle mit reinem Benziner sind jeweils mehrere tausend Euro günstiger. Direkte Vergleiche sind schwierig, da die Plug-in-Hybride meist die leistungsstärksten Optionen sind und zudem mit üppiger Ausstattung daherkommen.
Im Gegenzug erhalten Käufer den Umweltbonus von bis zu 6.750 Euro netto. Bezieht man diesen ein, sind die Teilzeitstromer in etwa so teuer wie vergleichbare Modelle mit Diesel. Allerdings gelten die Vergünstigungen nur für Modelle bis 65.000 Euro, die zudem bestimmte Vorgaben bei der elektrischen Reichweite oder dem CO2-Ausstoß erfüllen müssen.
In Deutschland steigen die Zulassungszahlen von Plug-in-Hybriden seit Monaten. Im August lag ihr Marktanteil bei 13 Prozent (25.000 Neuzulassungen), ein Jahr zuvor betrug er noch knapp sieben Prozent (17.100 Neuzulassungen). Bei den reinen Stückzahlen lagen sie lange Zeit vor den E-Autos, mussten diese zuletzt aber vorbeiziehen lassen. Wohl auch, weil das Angebot an reinen Elektromobilen immer größer und attraktiver wird.
Europaweit gesehen hatten die PHEVs zuletzt noch die Nase vorn, was Stückzahlen und Zulassungen angeht. In der ersten Jahreshälfte 2020 rollten 537.000 neue Plug-in-Hybride auf die Straße. Die Zahl der reinen E-Autos betrug 492.000. Dem gegenüber standen rund 2,75 Millionen Benziner und 1,28 Millionen Diesel (Daten jeweils für EU, EFTA und UK).
Wer kauft PHEVs?
Zwei von drei Plug-in-Hybriden in Deutschland werden als Dienstwagen zugelassen. Denn für diese Nutzung sind sie doppelt attraktiv. Zum einen zahlen Nutzer weniger Steuern, weil für die Berechnung des geldwerten Vorteils im besten Fall nur 0,5 Prozent des Listenpreises herangezogen werden. Zum anderen haben sie gegenüber dem reinen E-Auto, für das identische Steuervorteile gelten, den Vorzug der Unkompliziertheit. Denn weder Arbeitnehmer noch Arbeitgeber müssen sich um eine passende Ladeinfrastruktur sorgen, da der Dienstwagen notfalls wie gewohnt auch mit Sprit fährt.
Was sind die Vorteile von PHEVs?
Plug-in-Hybride fahren auf kurzen Strecken emissionsfrei. Für das Pendeln ins Büro und zurück, für den nachmittäglichen Kindertransport oder den Wochenendeinkauf ist ihr Betrieb daher umweltfreundlicher als die Fahrt mit einem Benziner oder Diesel. Gleichzeitig sind sie aber auch gut für lange Strecken geeignet. Ist die Batterie nach 50 bis 100 Kilometern leer, übernimmt einfach der Verbrenner, so dass noch einmal mehrere hundert Kilometer Fahrt möglich sind.
Stand: 08.12.2025
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Weil dank guter Rekuperation immer etwas Energie in die Batterie zurückgeführt wird, ist der E-Motor auch während dieser Phasen immer wieder aktiv, was den Verbrauch des Gesamtsystems auf das Niveau eines klassischen Hybridantriebs ohne Stromanschluss senkt.