Porsche 924: 40 Jahre Kulturschock

| Autor: SP-X

(Foto: Porsche)

Ist der 924 ein echter Porsche? Ja, votierten die Käufer und machten den 924 zum zeitweise meistgebauten Sportwagen der Welt – der dem 911 zudem das Überleben sicherte. Heute, 40 Jahre nach der Vorstellung des Vierzylinder-Fahrzeugs, hat die Klassikerszene die Klappscheinwerfer-Coupés endgültig mit Kultstatus belegt und die Preise entsprechend abheben lassen. Dabei hatte Porsche doch schon bei der Präsentation des 924 festgestellt: „Sein großer Bruder ist der Turbo. Der jüngste Porsche ist nur halb so stark wie der Stärkste, aber vier Fünftel so schnell und genauso rassig. Und Hahn im Korb bei den Damen... für den Turbo kein Grund zur Eifersucht auf den Kleinen. Denn beide sind echte Porsche. Und jeder ist – auf seinem Platz – der Beste.“

Genauso war es schließlich auch. Der 911 Turbo galt als Maßstab unter den Supersportwagen, der keineswegs billige 924 als für viele unwiderstehlicher Einsteiger-Porsche. Die Produktionszahl 100.000 erreichte der 924 in knapp unter fünf Jahren, in diesem Segment rekordverdächtig. Zusammen mit den Weiterentwicklungen 944 und 968 wurden es insgesamt sogar über 325.000 Exemplare, mehr als bis dahin von jedem anderen Porsche. Darunter waren dann doch auch Turbo-Versionen des Vierzylinders, so ließ sich der 225 km/h schnelle 924 Turbo im Jahr 1978 nicht einmal vom 911 SC auf Distanz halten.

Das Langzeit-Auto

Zurück zu den Anfängen des Porsche 924, der einschließlich seiner Weiterentwicklungen auf eine für Sportwagen biblische Gesamtbauzeit von gut 20 Jahren kam. Und damit noch längst nicht das Ende seines Lebens erreichte, denn auf dem Gebrauchtwagenmarkt gilt der 924 bis heute als eines der ersten echten Langzeitautos.

Eine Qualitätsvorgabe, die Porsche seit dem 1973 präsentierten Forschungsprojekt Langzeit-Auto verfolgte. Passend dazu spendierten die Stuttgarter dem 924 deshalb von Beginn an verzinkte Karosseriebleche und ebenso wie dem 911 die weltweit erste „6 Jahres-Langzeitgarantie“ gegen Durchrostungen. In einer Ära als die durchschnittliche Pkw-Lebenserwartung nur gut sechs Jahre betrug, glich diese Maßnahme einer Sensation.

Ausgeglichene Gewichtsverteilung dank Transaxle-Technik

Der Zwei-plus-Zwei-Sitzer und erklärte Erbe des legendären Porsche 356 überraschte aber auch mit anderen Ideen, die kaum ein Porsche-Fan für möglich gehalten hatte. War er doch erster Porsche mit Wasserkühlung und 125 kW/170 PS starkem Frontmotor von Audi. Hinzu kam das hinten liegende Getriebe in Transaxle-Bauweise, mit dem sich Porsche auf eine Lösung bezog, die laut Presseinformation „Professor Porsche schon in dem von ihm konstruierten Mercedes-Grand-Prix-Wagen der dreißiger Jahre angewandt hatte“. Was nicht erwähnt wurde: Auch der zeitgenössische 924-Konkurrent Alfa Romeo GTV vertraute auf die ausgeglichene Gewichtsverteilung der Transaxle-Technik. Einzigartig in dieser Form war dafür wiederum die große gläserne Heckklappe im Stil der Designikone Jensen Interceptor. Damit eignete sich der 924 auch als Sportler für junge Familien, passte doch bei umgelegten Rücksitzen theoretisch sogar eine Euro-Palette ins Ladeabteil.

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