Porsche: Autonom auf die Hebebühne

Eine Million virtuelle Testkilometer sind nötig

| Autor: Jan Rosenow

Autos sollen ihren Weg in die Porsche-Werkstatt künftig allein finden.
Autos sollen ihren Weg in die Porsche-Werkstatt künftig allein finden. (Bild: Porsche)

Für einen Auszubildenden in einer Porsche-Werkstatt dürfte es nichts schöneres geben, als die finanziell unerreichbaren Traumwagen zumindest auf dem Betriebsgelände einmal fahren zu dürfen. Doch damit könnte es bald vorbei sein: Porsche arbeitet nämlich zusammen mit dem Start-up „Kopernikus Automotive“ daran, Fahrzeuge autonom von ihrem Parkplatz zur Hebebühne und wieder zurück fahren zu lassen. Mitarbeiter sollen die Sportwagen per Tablet automatisch und zeitsparend an die richtige Position in der Werkstatt manövrieren können.

Bevor die Autos selbst auf dem begrenzten Areal des Porsche-Standorts Ludwigsburg selbsttätig rangieren können, ist allerdings ein großer Aufwand nötig. Er zeigt, wie weit der Weg zum autonomen Fahren im öffentlichen Straßenverkehr noch ist.

Das Testgelände musste inklusive der Werkstattumgebung zunächst in eine virtuelle Darstellung überführt werden. Sie wird genutzt, um ein künstliches neuronales Netz zu trainieren. Es fährt mehr als eine Million virtuelle Testkilometer und lernt auf Basis realer Rahmendaten eigenständig dazu. Anschließend wird der Anwendungsfall unter realen Bedingungen erprobt.

Tempolimit: 7 km/h

Die künstliche Intelligenz (KI) soll dann nicht nur für die Fahrzeugorientierung sorgen, sondern auch eigenständig Objekte erkennen und lokalisieren sowie die Pfadplanung durchführen. Umfangreiche Maßnahmen, wie eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf sieben km/h und der zusätzliche Einsatz eines menschlichen Fahrers, gewährleisten die Sicherheit des Testlaufs.

Das Testprojekt ist Teil einer Kooperation im Rahmen der Innovationsplattform „Startup Autobahn“ und soll Mitte 2019 abgeschlossen sein. Seit 2017 ist Porsche Partner der Institution, deren Ziel es ist, Start-ups aus der ganzen Welt mit ihren Ideen an den Standort Stuttgart zu bringen. Dort arbeiten Großkonzerne in Pilotprojekten mit den Start-ups zusammen, die nicht länger als 100 Tage dauern dürfen. Porsche hat in den vergangenen zwei Jahren rund 50 Projekte in diesem Rahmen realisiert. Rund ein Drittel der Ergebnisse fließt in die Serienentwicklung ein.

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