Porsche-Chef Blume: „Elektro-Anteil über 50 Prozent bis 2025“

Interview zur elektrischen Zukunft der Edelmarke

| Autor: Wolfgang Gomoll (press-inform)

Oliver Blume ist Vorstandsvorsitzender bei Porsche.
Oliver Blume ist Vorstandsvorsitzender bei Porsche. (Bild: Porsche)

Redaktion: Zur IAA 2019 haben Sie den Porsche Taycan enthüllt. Er soll aber nur ein Entwicklungsschritt sein. Wie sieht die elektrische Porsche-Zukunft genau aus?

Oliver Blume: Auch nach dem Taycan geben wir weiter Gas. Die Elektromobilität wird für Porsche eine echte Erfolgsgeschichte. Dabei stehen wir noch am Anfang und haben viel Entwicklungspotenzial. Allein bis 2022 investieren wir mehr als sechs Milliarden Euro in diese Zukunftsprojekte. Auf den Taycan, unseren ersten vollelektrischen Sportwagen, folgt der Taycan Cross Turismo. Der neue Macan wird ein völlig eigenständiges Porsche-Produkt sein, das für die Elektromobilität konzipiert ist. Zumindest für die kommenden 10 bis 15 Jahre planen wir aber bei den Antriebskonzepten mit einem Dreiklang. Porsche wird Autos mit optimierten, emotionalen Benzinmotoren und leistungsstarken Hybrid-Antrieben sowie rein elektrische Sportwagen parallel anbieten. Wir stellen uns möglichst flexibel auf.

Wird die Elektromobilität die wichtigste dieser drei Antriebsformen?

Welchen Anteil jede der Technologien in den nächsten Jahren haben wird, hängt auch von den unterschiedlichen Rahmenbedingungen in den Märkten ab. Wenn die Entwicklung so dynamisch weitergeht, könnten im Jahr 2025 mehr als 50 Prozent unserer Fahrzeuge vollelektrisch oder teilelektrisch als Benzin-Hybrid verkauft werden.

Der Porsche 911 wird einen Hybridantrieb bekommen, der angeblich dem dynamischen Konzept dieses Autos gerecht wird. Wie wollen Sie das umsetzen?

Der 911 ist die Ikone der Marke Porsche und eine feste Größe in der Produktpalette. Er wird noch lange mit einem Verbrennungsmotor unterwegs sein. Wir warten die Evolution der Batterietechnologie ab, bevor wir Hybride für diese Modellreihe anbieten. Aktuell haben wir zwei Varianten im Auge: Eine Option ist ein sehr leistungsfähiger Hybridantrieb, der an unser Rennfahrzeug 919 Hybrid angelehnt ist. Der Vorteil dieser Technologie ist das geringe Gewicht. Eine weitere Alternative ist ein Plug-in-Hybrid.

Es ist also denkbar, dass beide Varianten in verschiedenen 911er-Modellen eingesetzt werden?

Das ist durchaus eine Möglichkeit, die wir in Betracht ziehen. Parallel dazu wird es aber weiterhin die Verbrennungsmotoren geben, sei es als Turbo oder als hoch emotionale Sauger bei den GT-Modellen.

Feststoffbatterie frühestens ab 2025

Sie erwähnten, dass Sie bei den Hybriden auf die neuesten Akkus setzen werden. Reden wir da von Feststoffbatterien?

Für Feststoffbatterien ist es noch zu früh. Die sehe ich eher in einem Zeitraum zwischen 2025 und 2027, aber auch dann zunächst nur in Kleinstserien. Es wird im Moment bei Lithium-Ionen-Batterien bleiben, bei denen die Effizienz-Fortschritte in der Leistungsdichte und dem Gewicht aktuell bei rund zehn Prozent pro Jahr liegen.

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