Porsche führt Online-Autokauf ein

Hersteller will Internetmarktplatz für Produkte und Services schaffen

| Autor: Martin Achter

Einen Porsche direkt über das Internet kaufen: Die Stuttgarter Luxusmarke hat eine entsprechende Funktion für ihre Handelsorganisation eingeführt. Eine vierstellige Zahl von Fahrzeugen steht bereits für den Onlinekauf zur Verfügung.
Einen Porsche direkt über das Internet kaufen: Die Stuttgarter Luxusmarke hat eine entsprechende Funktion für ihre Handelsorganisation eingeführt. Eine vierstellige Zahl von Fahrzeugen steht bereits für den Onlinekauf zur Verfügung. (Bild: Porsche)

Nach der VW-Konzernschwester Audi ermöglicht nun auch Porsche seinen Händlern den Verkauf von Bestandsfahrzeugen direkt über das Internet. Porsche habe „einen digitalen Vertriebskanal für sofort-verfügbare Neu- und Gebrauchtfahrzeuge eröffnet“, teilte der Hersteller am Montag in Stuttgart mit. Kunden könnten ab sofort „die wesentlichen Schritte“ zum Kauf oder Leasing eines Fahrzeugs online erledigen. Nur noch die Legitimation des Kunden und der finale Vertragsschluss erfolgten vorerst weiter vor Ort in den Porsche-Zentren.

Die Online-Kauffunktion ist auf der Herstellerwebsite in der dortigen Gebrauchtwagensuche auffindbar. Sie ist aber bereits auch in die Websites einzelner Porsche-Zentren integriert. Über den Knopf „Zur Online-Bestellung“ gelangen Interessenten in den Kaufprozess. Je nach Vertriebsstandort können Kunden dort dann zwischen den Optionen Barkauf oder ergänzend auch Leasing wählen. Die Leasing-Option stand bei Stichproben am Montag nicht durchgängig bei allen besuchten Standort-Websites zur Verfügung.

Der Bezahlprozess ist laut Porsche mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung abgesichert, die sensible Daten absichert. Für die Fahrzeugreservierungen könnten Kunden jene Zahlungsmethoden nutzen, die – sofern vorhanden – mit Porsche-Kunden-ID verknüpft seien.

Leasinganfragen richten Kunden über den neuen Onlineprozess an Porsche Financial Services. Wollen Kunden auch ein Fahrzeug in Zahlung geben, können sie im Zuge ihrer Kaufanfrage hierfür gleich erste Fahrzeugdaten übermitteln. Dadurch, dass der Kunde über den neuen Onlineprozess wesentliche Schritte des Fahrzeugkaufs via Internet erledigen könne, gestalte sich der finale Vertragsschluss beim Händler „deutlich einfacher und schneller“, erklärte Porsche.

Onlinekauf wird zuerst in Deutschland eingeführt

Mit dem Start der Kauffunktion sind laut Porsche bereits über 4.000 neue und gebrauchte Bestandsfahrzeuge der 88 Porsche-Zentren in Deutschland online entsprechend verfügbar. Das Angebot solle weiter ausgebaut werden. Deutschland ist der erste Markt, für den es diesen Prozess gibt. 2020 soll die Funktion europaweit eingeführt werden.

Die Konzernschwester Audi hatte den Onlineverkauf von Lagerwagen bereits 2017 eingeführt. Bis heute ist allerdings nur die Vermarktung von gebrauchten Bestandsfahrzeugen vorgesehen. Der Handel nutzt die Funktion in begrenztem Umfang: Von knapp 70.000 verfügbaren Bestandsfahrzeugen in der Audi-Börse können aktuell nur rund 2.300 online gekauft werden – also rund drei Prozent.

Audi will seinen Händlern 2020 auch den Verkauf von neuen Lagerwagen ermöglichen. Im Sommer hatte die Marke mit den vier Ringen den Verkauf von Neuwagen über das Internet in einem Pilotprojekt getestet. Zum Verkauf stand eine Sonderedition des Modells TT.

Porsche-Vertriebsvorstand Detlev von Platen erklärte anlässlich des Starts der neuen Online-Kauffunktion, Kunden über das Internet künftig noch mehr Transaktionsmöglichkeiten bieten zu wollen. „Wir werden unser digitales Ökosystem insgesamt weiter ausbauen und neben Fahrzeugen auch Mobilitätsprodukte und -services anbieten.“

Und Porsche-Deutschland-Chef Alexander Pollich hob die Bedeutung der Funktion für die Handelsorganisation hervor: „Mit der Einführung des Online-Fahrzeugvertriebs stellen wir die Wettbewerbsfähigkeit unserer Porsche-Zentren in Zeiten der Digitalisierung sicher.“

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