Insolvenz Preckel Automobile will sich im Eigenverwaltungsverfahren sanieren

Von Andreas Wehner 2 min Lesedauer

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Die Krefelder Autohandelsgruppe ist in Schieflage geraten. Das Unternehmen hat sich daher einen Sanierungsexperten ins Haus geholt und will das Geschäft künftig mit weniger Standorten fortführen. Für die Zukunft kommt auch der Einstieg eines Investors in Frage.

Die Krefelder Preckel-Gruppe ist einer der größten Partner des chinesischen Transporter-Fabrikats Maxus.(Bild:  Preckel)
Die Krefelder Preckel-Gruppe ist einer der größten Partner des chinesischen Transporter-Fabrikats Maxus.
(Bild: Preckel)

Die Preckel Automobile GmbH hat beim Amtsgericht Krefeld einen Antrag auf Anordnung der vorläufigen Eigenverwaltung gestellt. Mit Beschluss vom 24. November 2025 hat das Gericht die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet und Rechtsanwalt Dr. Frank Kebekus aus Düsseldorf zum vorläufigen Sachwalter bestellt.

Ziel des Verfahrens sei es, das Unternehmen neu aufzustellen und dadurch langfristig zu sichern, teilte Preckel am Dienstagabend mit. Der Entschluss zu dieser Maßnahme sei vor dem Hintergrund der anhaltenden Probleme der Automobilbranche erfolgt, heißt es weiter. So stagniere das Neuwagengeschäft in Deutschland seit Jahren und habe noch nicht das Vor-Corona-Niveau erreicht. Das traf offenbar auch Preckel.

Auch sei der Absatz von Elektrofahrzeugen hinter den Erwartungen geblieben. Den hieraus resultierenden erheblichen Umsatzrückgang habe man nicht schnell genug durch Einsparungen kompensieren können, heißt es in der Mitteilung der Autohandelsgruppe.

„Die angespannte Situation, mit der sich derzeit eine Vielzahl von Autohändlern in Deutschland konfrontiert sieht, stellt auch uns vor große Herausforderungen und hat uns zu diesem Schritt veranlasst“, erklärt die Geschäftsführerin Eva Verena Preckel laut Mitteilung. Sie bleibt den Angaben zufolge auch nach Einleitung des Eigenverwaltungsverfahrens in vollem Umfang handlungs- und verfügungsbefugt.

Zur Unterstützung hat sich Preckel den sanierungserfahrenen Rechtsanwalt Claus-Peter Kruth, Partner der überregional tätigen Sanierungskanzlei Andres Partner, als Restrukturierungsbevollmächtigten ins Haus geholt.

Drei Standorte schließen

Erste Maßnahmen wurden offenbar bereits ergriffen. Medienberichten zufolge schließen die Standorte in Düsseldorf, Solingen und Heiligenhaus zum 30. November 2025. Der Geschäftsbetrieb in Krefeld, Mönchengladbach und Geldern läuft dagegen weiter. Die Verantwortlichen wollen nun die Sanierungsoptionen prüfen, zu denen auch der mögliche Einstieg eines Investors gehört.

Die rund 190 Beschäftigten der Preckel Automobile GmbH wurden laut Mitteilung über das Verfahren und die weiteren Schritte informiert. Ihre Löhne und Gehälter sind für drei Monate über das von der Agentur für Arbeit gezahlte Insolvenzgeld abgesichert.

Preckel Automobile ist Vertriebspartner der Marken Kia, Nissan, Fiat, Fiat Professional, Jeep, Alfa Romeo, Suzuki, MG Motor und Maxus sowie Servicepartner von Renault und Dacia. Die Zusammenarbeit mit Renault auf Vertriebsseite hatte Preckel Ende 2023 nach über 60 Jahren beendet.

Preckel verkaufte laut IFA-Top-100-Rangliste im vergangenen Jahr 5.800 Fahrzeuge und erwirtschaftete einen Umsatz von rund 200 Millionen Euro.

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