Stellantis PSA Deutschland übernimmt das Ruder bei FCA in Frankfurt

Autor: Jens Rehberg

Der Lottogewinn für die deutschen FCA-Partner – Maria Grazia Davino – ist dahin. Die Neapolitanerin muss ihren Chefposten bei dem italienischen Importeur zugunsten des französischen PSA-Statthalters in Rüsselsheim räumen.

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Immerhin knapp drei Jahre lang konnte Maria Grazia Davino das FCA-Geschäft in Deutschland in Form bringen.
Immerhin knapp drei Jahre lang konnte Maria Grazia Davino das FCA-Geschäft in Deutschland in Form bringen.
(Bild: FCA)

Schneller als erwartet rollt PSA seine Vertriebsstrukturen in die neue Stellantis-Organisation hinein aus. Wie die Konzernkommunikation heute bestätigte, übernimmt der deutsche PSA-Chef Amaury de Bourmont mit sofortiger Wirkung die FCA-Deutschland-Zentrale in Frankfurt. Damit löst er Maria Grazia Davino ab, die künftig den europäischen Vertrieb des Gesamtkonzerns steuern soll. Beide Manager sind nun dem Stellantis-COO für Europa, Maxime Picat, unterstellt.

Amaury de Bourmont trägt seit September letzten Jahres bereits die Verantwortung für das Geschäft der Marken Opel, Peugeot, Citroën und DS in Deutschland. Maria Grazia Davino hatte im April 2018 das Geschäft des italienischen Importeurs für Fiat, Jeep, Alfa und Abarth übernommen.

Die FCA-Partnerverbände waren am Montag über die Personalie informiert worden.

„Sie können sich auch künftig noch jederzeit an mich wenden, wenn Sie einen Ratschlag brauchen“, versicherte Maria Grazia Davino am Dienstagnachmittag in einer Videobotschaft an die deutschen FCA-Händler.

Unter Davino beruhigte sich die Lage

Unter ihrer Führung hatte sich das völlig zerrüttete Verhältnis zwischen Importeur und Handel in den letzten Jahren wieder normalisiert. Zudem pufferte sie den auch zuletzt enormen Vertriebsdruck aus Turin immer wieder energisch ab.

Maria Grazia Davino hat ursprünglich Semiologie (Wissenschaft von den Zeichen) und Logik studiert. Nachdem sie sich bei Audi in Ingolstadt beworben hatte, setzte sie die Volkswagentochter sieben Jahre lang bei Lamborghini ein. Von dort schaffte Fiat Chrysler es 2012, sie abzuwerben und vertraute ihr schnell die größte Handelsniederlassung des Konzerns in Turin an. 2014 übernahm sie die Verantwortung für das Geschäft des Herstellers in Österreich. Von 2016 bis 2018 leitete sie die Importeurstochter in der Schweiz.

Amaury de Bourmont arbeitet seit 1992 für PSA, wo er zunächst verschiedene Positionen im Vertrieb bekleidete. Zwischen 1999 und 2009 war de Bourmont in Mannheim und Saarbrücken tätig, unter anderem als Leiter der dortigen PSA-Niederlassungen. 2009 wechselte er als Geschäftsführer für die Marke Peugeot in die Schweiz, bevor er 2012 die Position des Vertriebsdirektors Europa für die Löwenmarke übernahm. Von 2015 bis 2020 war er als Managing Director für das wirtschaftliche Ergebnis der Marken Citroën und DS Automobiles in Frankreich verantwortlich.

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Stellv. Chefredakteur und Ressortleiter Newsdesk des »kfz-betrieb«