Reifen: Nach wie vor ein Renner

Die technische Entwicklung und das reiche Angebot beeinflussen zunehmend das Reifengeschäft

23.04.2009 | Autor: Konrad Wenz

Obwohl der Ersatzreifenmarkt in den vergangenen Jahren geschrumpft ist, sind Räder und Reifen immer noch ein Umsatz- und Renditebringer – der Renner im Teile- und Zubehörgeschäft.
Obwohl der Ersatzreifenmarkt in den vergangenen Jahren geschrumpft ist, sind Räder und Reifen immer noch ein Umsatz- und Renditebringer – der Renner im Teile- und Zubehörgeschäft.

Allzu häufig wird das Geschäft rund um die Räder und Reifen in den Autohäusern und Werkstätten „nebenher“ gemacht. „In vielen Autohäusern erledigen Auszubildende das Reifengeschäft“, bestätigt Hans-Jürgen Drechsler, Geschäftsführer des Bundesverbands Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV). Doch genau dies würde in der Regel nicht funktionieren. Vielmehr benötige der Betrieb speziell ausgebildetes Personal. Schon die Auswahl der richtigen Räder- und Reifenkombination erfordere qualifizierte Mitarbeiter. Zudem müsse die entsprechende Werkstattausrüstung vorhanden sein. „Vor diesem Gesamtinvest in Equipment und Know-how schrecken die Betriebe häufig zurück“, weiß Drechsler.

Reifenmarkt schrumpft

Dabei verdient das Reifengeschäft durchaus die volle Aufmerksamkeit des Kfz-Unternehmers. Immerhin wurden 2008 laut BRV rund 43,7 Millionen Ersatzreifen (23,3 Mio. Sommerreifen/20,4 Mio. Winterreifen) in Deutschland verkauft. Hinzu kommen rund 1,7 Millionen Offroad-Reifen, etwa 5,6 Millionen Reifen für Nutzfahrzeuge und schwere Lkw sowie rund 1,3 Millionen Motorradreifen – und das alles, obwohl das Reifenvolumen im Ersatzgeschäft in den vergangenen Jahren rückläufig war. Allein der Absatz von Pkw-Reifen ging laut BRV im Jahr 2008 gegenüber 2007 um etwa vier Prozent zurück. Im Jahr 2007 wurden in diesem Bereich noch 45,5 Millionen Reifen abgesetzt. Gegenüber 2006 ging der Absatz 2007 sogar um über 11 Prozent zurück (2006 waren es noch 51,4 Millionen Pkw-Reifen).

Auch für 2009 rechnet der BRV mit einem weiteren Rückgang des Reifenabsatzes (etwa zwei Prozent). Trifft diese Prognose zu, dann werden auch in diesem Jahr immer noch mehr als 42 Millionen Pkw-Reifen verkauft. Etwa 29 Prozent davon bringen Autohäuser und Werkstätten an den Endverbraucher – und zwar jeweils zur Hälfte markengebundene Autohäusern und freie Werkstätten. Damit ist der Absatz über Kfz-Werkstätten der zweitgrößte Distributionskanal an Endverbraucher im Reifengeschäft (Reifenfachhandel 55 Prozent).

Der Reifengroßhandel ist ein wichtiger Lieferant für die Kfz-Betriebe, insbesondere für Freie Werkstätten. Doch in letzter Zeit beginnen neue Player, den Großhändlern Marktanteile streitig zu machen. Beispielsweise verkaufen die Reifenhersteller über eigene Vertriebskanäle (Autohausgeschäft) ihre Produkte selbst in den freien Markt und/oder an Autohäuser. Zudem agieren die Automobilhersteller über ihre Markenhändler ebenfalls als Reifen-Wiederverkäufer. Ein weiterer Wettbewerber ist das Internet.

 

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