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Renault will 15.000 Jobs streichen

Autor / Redakteur: dpa / Jens Rehberg

Knapp ein Zehntel der weltweiten Belegschaft des französischen Herstellers soll gehen. Die Maßnahme ist der Kernpunkt eines milliardenschweren Sparpaketes, dass Renault am Freitag in Paris angekündigt hat.

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Renault braucht in der Corona-Krise Unterstützung vom Staat.
Renault braucht in der Corona-Krise Unterstützung vom Staat.
(Bild: Renault)

Renault will weltweit fast 15.000 Stellen abbauen. Davon entfallen rund 4.600 Jobs auf Frankreich. In den übrigen Ländern der Welt sollen es über 10.000 sein. Der Hersteller kündigte am Freitag in Boulogne-Billancourt bei Paris ein Sparprogramm mit einem Umfang von über zwei Milliarden Euro an. Der Plan soll innerhalb von drei Jahren umgesetzt werden.

An der Pariser Börse fiel der Aktienkurs nach dem Start um fast vier Prozent. Das Unternehmen erwartet wegen der Kostensenkungspläne zunächst eine Mehrbelastung von rund 1,2 Milliarden Euro.

Konzern braucht staatlich garantierten Kredit

Der Traditionshersteller mit bisher rund 180.000 Beschäftigten weltweit schrieb bereits im vergangenen Jahr rote Zahlen und leidet wegen der Corona-Pandemie unter einer Absatzkrise. Der Konzern braucht einen staatlich garantierten Kredit von fünf Milliarden Euro, der aber noch nicht gewährt wurde.

Interimschefin Clotilde Delbos kündigte an, der Konzern setze auf Stärken wie das E-Auto. Die Produktionskapazität von bisher vier Millionen Autos im Jahr soll innerhalb von vier Jahren auf 3,3 Millionen Fahrzeuge sinken. In Frankreich sind in mehreren Werken größere Veränderungen geplant.

Von Schließungen von Hauptwerken, über die in den vergangenen Wochen spekuliert worden war, sprach Renault explizit nicht – ein kleineres Werk für mechanische Teile im Pariser Großraum soll allerdings zugemacht werden. Der Hersteller ist nach eigenen Angaben im engen Kontakt mit den Sozialpartnern.

Macron schaltete sich zum Wochenbeginn ein

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hatte sich zu Wochenbeginn bei der Vorstellung seines milliardenschweren Rettungsplans für die Autobranche persönlich in die Debatte um Renault eingeschaltet. Um grünes Licht für den Milliardenkredit zu bekommen, seien Zusagen von Renault für zwei Werke in Nordfrankreich nötig. Der Staat hat mit einem Anteil von 15 Prozent bei dem Traditionshersteller immer noch viel zu sagen.

Laut Renault sollen die Fabriken Douai und Maubeuge im Norden des Landes nun zu einem Zentrum für Elektro-Autos und leichte Nutzfahrzeuge werden. In der großen Fabrik Flins im Pariser Großraum, die nach Medienangaben bisher rund 2.400 Stammbeschäftigte hat, soll ein Recyclingzentrum entstehen.

Ende der Expansion

Renault hatte bereits am Mittwoch gemeinsam mit den japanischen Partnern Nissan und Mitsubishi angekündigt, auf die Kostenbremse zu treten. Das Bündnis mit über zehn Millionen Autos im Jahr verabschiedete sich damit endgültig von der Ära des früheren Topmanagers Carlos Ghosn.

Ghosn hatte der Allianz mit harter Hand einen Expansionskurs und hohe Absatzzahlen verordnet. Er stürzte das Bündnis dann in eine schwere Krise – denn der Automanager wurde Ende 2018 wegen Vorwürfen in Japan festgenommen. Er flüchtete später in den Libanon.

Renault hält 43,4 Prozent der Anteile an Nissan – der japanische Hersteller schreibt inzwischen tiefrote Zahlen. Nissan hatte lange erheblich zu den Gewinnen von Renault beigetragen. Die französisch-japanische Allianz lag beim Absatz 2019 weltweit hinter den Branchenriesen VW und Toyota.

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