Rolls-Royce Wraith: Wenn der Adel Sport treibt

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Königliches aus Bayern

Apropos Türen: Diese sind an der B-Säule angeschlagen und sorgen damit bei jedem Ein- und Ausstieg für eine kleine Showeinlage. Unbedingt bequemer ist das Entern aber nicht, weil die Portale zunächst im Weg sind. Dafür kann man das Auto immerhin kommoder verlassen. Während konventionell geöffnet wird, schließen die schweren Pforten sanft per Knopfdruck.

Knöpfe sind beim Wraith sowieso ein Kapitel für sich, denn hier erkennt der Experte die Verwandtschaft zu BMW. Keine Frage, der Rolls-Royce verfügt über eine eigenständige Innenarchitektur mit hohem Individualisierungsgrad – bei den Materialoberflächen sind nahezu keine Grenzen gesetzt, Spezialisten kümmern sich beispielsweise darum, dass auch ja das richtige Holz in die Fahrgastzelle kommt. Gerne dürfen es auch besondere Intarsien sein, der Kunde ist König.

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Bei den Tastensymbolen entlarvt man dann aber doch die Konzernmutter aus München. Auch das Menüsystem entspricht der iDrive-Lösung zu einhundert Prozent. Mit einer Ausnahme natürlich: Kühlerfigur elektrisch einfahren geht nur bei Rolls-Royce. Dafür müssen sich diese wie BMW-Kunden wohl oder übel den Innenspiegel teilen. Aber man findet genügend Trost, zum Beispiel im „hand built“-Schriftzug auf den polierten Trittleisten.

Ein ganz exklusives Gimmick dürfte Wraith-Fahrer des Nachts entzücken: Für etwa 10.000 Euro Mehrpreis leuchten ganz viele verschieden helle Spots vom Dachhimmel auf die Passagiere herab, was dem Coupé eine romantische Note verleiht.

Dass man für die exklusiven Briten in die Konzern-Schubladen greift, hat auch handfeste Vorteile: So kommen sie in den Genuss hochaktueller Technik der Münchener Ingenieure. Der Wraith bietet alle Finessen auf, die man heute so schätzt. Von einem adaptiven Fahrwerk über Spurhaltewarner bis hin zum aktiven Tempomat, der bis zum Stillstand herunterbremst und durch eine saubere Abstimmung glänzt.

Bisher alleine dem Wraith vorbehalten ist das intelligente Steuerprogramm der Achtgangautomatik. Es bezieht Lagedaten vom Navigationssystem und passt seine Schaltstrategie an die zu erwartende Strecke an. Folgt beispielsweise eine Steigung, bleibt der kürzere Gang noch eine Weile eingelegt. Für den Ghost wird dies demnächst übrigens ebenfalls eingeführt.

Im Oktober gehen die ersten Wraith an Kunden. Wer sich jetzt entscheidet, muss bereits bis Juni 2014 warten, so lange ist man schon ausverkauft. Bis dahin werden die Produktionshallen in Goodwood etwa 1.000 Fahrzeuge verlassen haben. Es gibt ihn eben noch – den guten, alten Geldadel. Und der verlangt nach neuen Autos.

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