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Seat kündigt sechs Elektromodelle bis 2021 an

Autor: Andreas Grimm

Der spanische Autobauer bleibt auf Wachstumskurs. Bei der Vorlage der Bilanzzahlen verkündete Seat zahlreiche Rekorde. Nun sollen die Elektromodelle die Marke ebenso fit für die Zukunft machen wie die Erschließung neuer Märkte.

Seat will mit Elektroautos wie dem El-Born auf die neue Antriebstechnik einschwenken.
Seat will mit Elektroautos wie dem El-Born auf die neue Antriebstechnik einschwenken.
(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

Seat macht wie die anderen Marken des Volkswagen-Konzerns ernst mit der Elektromobilität. Bereits bis Anfang 2021 wollen die Spanier sechs Elektro- und Plug-in-Hybridmodelle im Programm haben, kündigte Markenvorstand Luca de Meo auf der Bilanzpressekonferenz des Autobauers am Mittwoch in Martorell an. Damit setzt Seat zügig um, was sich bereits mit der Präsentation in Genf angedeutet hatte.

Den Angaben zufolge startet Seat mit der Elektroversion des Seat Mii ins elektrifizierte Zeitalter. Angaben zum Marktstart machte de Meo nicht, dem Vernehmen nach wird es aber zum Jahreswechsel so weit sein. Auch bei der Schwestermarke Skoda wird dann das baugleiche Modell Citigo nur noch elektrifiziert zu haben sein. Im Jahr 2020 wird dann der El-Born als erstes komplett neu entwickeltes Elektroauto folgen. Hybride sind geplant für die kommende Generation des Leon sowie als Ergänzung für den Tarraco. Auch die kommenden Modelle Cupra Leon und Cupra Formentor werden in Plug-in-Hybrid-Ausführungen erhältlich sein.

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Um speziell im Bereich kleinerer E-Modelle voranzukommen, entwickelt Seat federführend für den Volkswagen-Konzern eine neue Fahrzeugplattform, den „Modular Electric Drive Toolkit“. Dabei handelt es sich um eine kleinere Version des MEB-Baukastens, auf dessen Basis alle Konzernmodelle mit etwa vier Metern Länge entstehen sollen. Das Konzept soll es Seat zufolge ermöglichen, erschwingliche Elektroautos mit einem Einstiegspreis von unter 20.000 Euro zu bauen.

Die finanzielle Basis für die Entwicklung der Plattform, an der 300 Seat-Ingenieure arbeiten, haben sich die Spanier spätestens im vergangenen Jahr geschaffen. 2018 verzeichnete Seat nach eigenen Angaben die besten Ergebnisse seiner Unternehmensgeschichte: Der Gewinn nach Steuern stieg auf 254 Millionen Euro (+ 4,6 % zum Vorjahr). Der Umsatz stieg ebenfalls um 4,6 Prozent auf 9,991 Milliarden Euro. In den letzten fünf Jahren konnte Seat seinen Umsatz um 33 Prozent steigern. Bereits zum Jahresanfang hatte der Autobauer auch ein Verkaufsplus von 10,5 Prozent auf 517.600 Neuwagen vermeldet. Der Großteil davon, nämlich 474.300, wurde im Werk Martorell produziert. 2019 soll der Seat Tarraco in Wolfsburg produziert werden.

In den kommenden Jahren will sich Seat weiter internationalisieren. Die Präsenz in Nordafrika, wo in Algerien ein Montagewerk besteht, soll weiter ausgebaut werden. Allein in Algerien wurden vergangenes Jahr 18.500 Seat-Neuwagen verkauft. Auch in Lateinamerika sehen die Spanier viel Potenzial, speziell Chile und Kolumbien stehen im Fokus. Vor allem aber laufen derzeit die Vorbereitungen für den Markteintritt in den weltgrößten Automarkt: in China.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«