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Sion: Testfahrt mit der Kraft der Sonne

Autor: Jan Rosenow

Das Start-up Sono Motors ist derzeit mit seinem E-Auto Sion auf einer Roadshow in Deutschland unterwegs. »kfz-betrieb« war dabei und konnte den Solar-Stromer fahren.

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Volle Kraft voraus! Doch leider darf der Sion vorerst nur auf abgesperrter Strecke fahren.
Volle Kraft voraus! Doch leider darf der Sion vorerst nur auf abgesperrter Strecke fahren.
(Bild: Jan Rosenow)

Das Münchener Start-up-Unternehmen Sono Motors ist einer von mehreren neuen Anbietern von Elektroautos, die den etablierten Autokonzernen mit kompakten und preiswerten E-Mobilen Konkurrenz machen wollen. Auf einer Roadshow präsentiert Sono Motors noch bis zum 19. Juni sein Modell Sion. »kfz-betrieb« war bei dem Termin in Würzburg dabei und konnte den Sion, dessen wichtigstes Merkmal die in die Außenhaut integrierten Solarzellen sind, auf einer abgesperrten Teststrecke Probe fahren.

Mit seinem 80 kw/109 PS starken Motor zeigte der Prototyp ein gutes Beschleunigungsvermögen. Der im Heck platzierte Antrieb war dabei kaum zu hören. Die harte Federung sorgte aber für wenig Fahrkomfort. In erster Linie dem Prototypenstatus zuzuschreiben, war das laute Klappern im Innenraum und die rustikale Verarbeitung. Das Platzangebot ist voll erstwagentauglich. Mit drei umklappbaren Einzelsitzen und einem großen Kofferraum im kastenförmigen Heck dürften auch Familien zufrieden sein.

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Eine mit deutschen Premiumanbietern vergleichbare Optik und Haptik darf man wahrscheinlich nicht erwarten, aber die strebt Sono Motors auch gar nicht an. Vielmehr steht ein günstiger Kaufpreis im Mittelpunkt. 16.000 Euro (ohne Batterie) soll der Sion kosten, und diesem Zielwert wird einiges untergeordnet: Beispielsweise ist die Karosserie, die aus durchgefärbtem Thermoplast besteht, ausschließlich in der Farbe Schwarz zu haben. Sonderausstattungen gibt es keine – der Sion läuft nur in einer einzigen Version vom Band.

Die breite C-Säule bekommt noch ein Fenster

Allerdings soll das spätere Serienauto, das Anfang 2019 präsentiert wird, im Vergleich mit den aktuellen Prototypen einige wesentliche Änderungen erfahren. So bekommt die C-Säule – bislang die wohl breiteste in der Automobilgeschichte – noch ein Fenster. Auch steht nicht fest, ob der Motor seine Position im Heck behalten wird oder noch an die Vorderachse wandert. Das hängt davon ab, wer der Zulieferer des Antriebsorgans sein wird; Sono ist hier mit drei Firmen im Gespräch. Der Produzent der Solarzellen steht ebenfalls noch nicht fest. Trotz dieser Unklarheiten liegt man den anwesenden Unternehmensvertretern zufolge im Zeitplan.

Den Lieferanten für das Batteriepaket hat Sono hingegen schon genannt: Es handelt sich um Elring Klinger. Der Auftrag hat ein Gesamtvolumen von mehreren Hundert Millionen Euro und ist auf acht Jahre angelegt. Die Produktion der Batteriesysteme erfolgt in Deutschland. Laut Sono Motors soll die Batterie den Kunden lediglich 4.000 Euro kosten – eine sehr sportliche Zielvorgabe für einen 35-kWh-Brocken. Zwar sinken die Notierungen für Lithium-Ionen-Akkus derzeit schnell, aber die Marke von 100 Euro pro Kilowattstunde soll eigentlich erst 2020 fallen.

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Über den Autor

 Jan Rosenow

Jan Rosenow

Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group