Skoda-Museum erinnert an lange Geschichte

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Neben den Automobilen beschäftigt sich die Ausstellung auch mit den Menschen hinter der Marke. So zum Beispiel mit „Miss USA“ Charlotte Sheffield, die 1957, bekleidet mit einem lachsfarbenen Badeanzug, in einem Felicia-Cabrio auf der Prager Burg abgelichtet wurde. Nach den Aufnahmen konnte sich der US-Importeur vor Bestellungen kaum retten und hätte problemlos 15.000 Exemplare des Cabrios absetzen können. Tatsächlich wurden es dann doch nur 408. Verschwiegen wird allerdings, dass der US-Importeur nach dem Bau der Berliner Mauer und wüsten Beschimpfungen seiner Mitbürger das Abenteuer, Ostautos in die USA einzuführen, schnell wieder aufgab.

Die ausgestellten Fahrzeuge zeigen die vollständige Entwicklung der Marke – auch die Jahre im Sozialismus und die heutige Zeit. Selbst der Prototyp des Sportwagens Ferrat, der es immerhin auf 180 km/h Spitze brachte, fehlt nicht. Dafür ließ man andere interessante Zeitzeugen im Depot. So fehlen die gegen Ende der sechziger und Anfang der siebziger Jahre entstandenen Prototypen der 700er-Baureihe, mit denen sich das Unternehmen von der Heckmotor-Technik verabschieden wollte. Schon damals hatte Skoda Verbindungen zu italienischen Designateliers, die durchaus attraktive Vorschläge machten. Doch sie scheiterten an den wenig weitsichtigen Instanzen der sozialistischen Planwirtschaft. Auch davon würde man gern etwas in der Ausstellung sehen.

Bogen zur Gegenwart

Auch den Allradler Trekka, den die Marke unter anderem in Neuseeland fertigen ließ, sucht man vergebens. Skoda sieht das Museum als reine Markenausstellung und zeigt daher ausschließlich Modelle unter dem Skoda-Logo. Natürlich darf die sportliche Vergangenheit nicht fehlen. Und so nimmt unter anderem das Modell 130 RS, der immerhin 103 kW/140 PS leistete und das Heckmotorgefährt auf 220 km/h beschleunigte, einen Ehrenplatz ein. 1977 gelang Skoda mit diesem Modell ein Klassensieg bei der Rallye Monte Carlo.

Am Ende schließt sich der Kreis mit der Studie Vision D. Sie gibt einen Ausblick in das künftige Design der Marke, die nach den VW-Planungen vor einer gewaltigen Expansion steht. Von 2018 an sollen jährlich 1,5 Millionen Automobile produziert werden, in den kommenden Jahren darf man alle sechs Monate mit einer Neuheit rechnen. Den Auftakt macht schon bald der neue Octavia, dessen statische Präsentation natürlich im Museum stattfinden wird.

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