Skoda Octavia: Facelift bringt viele Verkaufsargumente

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Grimm

Für die Tschechen ist der Octavia seit Jahren Absatzgarant. Angesichts der vielen Neuerungen in der Skoda-Modellpalette wirkte er zuletzt etwas in die Jahre gekommen. Ein Facelift, das diesen Namen verdient, ändert das jetzt.

Skoda hat den Octavia geliftet – und die Sportvariante RS gleich dazu.
Skoda hat den Octavia geliftet – und die Sportvariante RS gleich dazu.
(Bild: Skoda)

Die tschechische Volkswagen-Tochter hat ihr wichtigstes Modell überarbeitet – und tatsächlich zeigt der Octavia des Jahrgangs 2017 innen wie außen viel Neues. Das wird bei der Präsentation am eckigen Vieraugengesicht der Frontpartie sofort deutlich. Das Design soll polarisieren, Mercedes hat damit ja schon einmal gespielt – und die Vieraugen-Scheinwerfer schnell wieder verworfen. Aber jenseits aller Geschmacksfragen lässt sich nach dem Gesichtswechsel an Skodas Bestseller trotzdem sagen: Er ist unverwechselbar.

„Wir wollten dem Octavia ein starkes Gesicht geben – mit mehr als fünf Millionen verkauften Exemplaren ist er schließlich auch unser stärkstes Auto im Markt”, sagt Skoda-Chef Bernhard Maier bei der Premiere in Wien. Die optionalen LED-Scheinwerfer sind nicht das einzige Element, das die Tschechen am Octavia überarbeitet haben. Laut Design-Chef Jozef Kaban verläuft die Seitenlinie nun gerader, die Räder sind weiter ausgestellt. Und das Heck grüßt mit den markentypischen c-förmigen Leuchten. Insgesamt stehe der Wagen breiter und flacher da, obwohl sich an den Abmessungen der Bleche letztlich nichts geändert hat.

Skoda Octavia: Lifting für das Volumenmodell
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Mehr Aufholbedarf hatte der Octavia im Innenraum. Das Facelift macht ihn deutlich wertiger und spendiert ihm die aktuellen Features aus dem Konzernregal, die bereits die Schwestermarken VW, Audi und Seat verwenden. Das bedeutet mehr Assistenzsysteme, ein aufgepepptes Infotainment, größere Bildschirme. Nur das Virtual Cockpit bleibt auch nach dem Facelift vorerst den edleren Brüdern aus Wolfsburg und Ingolstadt vorbehalten. Dafür punktet der Octavia Skoda-typisch weiterhin mit dem größten Platzangebot im Vergleich zum Golf oder A3.

Gerade gegenüber Konkurrenten aus Asien oder Frankreich soll der Tscheche ja von jeher genau damit punkten. Die Limousine hat im sehr gut zugänglichen Kofferraum 590 Liter Platz, im Combi sind es noch mal 20 Liter mehr. Zudem ist die Heckklappe jetzt elektrisch zu öffnen. Dazu kommen praktische Extras des Familienautos wie der Anhängerassistent, der beim Rückwärtsfahren das komplexe Rangieren übernimmt. Das Heckradar unterstützt den neuen Totwinkel-Warner, der beim Spurwechsel oder Ausparken den kreuzenden Verkehr hinter dem Auto scannt. Dazu sind weitere Assistenten wie Einparkhilfe und Frontwarner technisch aufgebessert ins neue Modelljahr gestartet.

Aufgewertete Assistenzsysteme

Mehr Sicherheit und Service für alle Versionen (außer Erdgas) bietet die Notruffunktion, die Hilfe bei einer Panne oder einem Unfall bestellt. Mittels einer Skoda-App lässt sich zudem der Status des Autos und der aktuelle Parkplatz zeigen. Services, bei denen der Hersteller inzwischen mit Zubehör-Anbietern konkurriert, die per App und OBD-Stecker Ähnliches bieten.

Von den Premium-Marken haben sich die Skoda-Macher aber bei der Überarbeitung des Innenraums inspirieren lassen: Bessere Kunststoffe, mehr Farbe und Lichtambiente werten den Innenraum auf. Auch das Infotainmentsystem hat nun den aus dem Golf bekannten bis zu 9,2 Zoll großen Bildschirm. Android-Auto, Apple-Carplay und Mirror-Link beherrscht der Octavia nun ebenfalls, bietet zudem induktives Laden und integriert Google-Dienste. Dazu kommen die „Simply clever“-Ideen wie eine herausnehmbare Kofferraumbeleuchtung oder ein Flaschenhalter im Mitteltunnel, der sich mit PET-Flaschen verzahnt und das Öffnen mit einer Hand möglich macht.

Fünf Benzin- und vier Dieselmotoren mit ein bis zwei Litern Hubraum gibt es – eine große Auswahl, die den Tschechen von anderen Konkurrenten der Preiswert-Fraktion unterscheidet. Neu in der Palette ist der 1,0-Liter-Turbobenziner (63 kW/84 PS), der den bisher angebotenen 1,2-Liter-Turbo ersetzt. 230 PS sind im Octavia das Höchste der Gefühle – Skoda-Chef Maier verspricht aber bald noch mehr Bumms unterm Blech. Für fast alle Motoren gibt es neben der Handschaltung auch ein Doppelkupplungsgetriebe mit sechs oder sieben Gängen. 1,8-Liter-TSI und Zweiliter-TDI sind auch mit Allradantrieb zu haben. Nun gibt es zudem auch im Octavia drei Fahrmodi (Comfort, Normal und Sport), die ans Fahrwerk gekoppelt sind.

Ab 17.450 Euro (bisher 17.190) ist der Wagen bereits jetzt zu kaufen, die Kombi-Varianten kosten stets moderate 700 Euro mehr. Wer aber voll in die ellenlange Zubehörliste greift, der macht beim Octavia inzwischen eine Erfahrung, die auch einen nicht so prickelnden Hauch Premium in den Skoda bringt: Mit allen Wünschen aus der üppigen Aufpreisliste lässt sich der Octavia in die Nähe der 50.000-Euro-Schwelle hieven.

Lifting auch für den Octavia RS

Zuletzt schon hat Skoda mehr als jeden zehnten Octavia in Deutschland in der sportlichen RS-Variante verkauft. Das soll nach dem Facelift mindestens so bleiben – auch dank einer leichten Leistungsspritze beim Benziner. Entsprechend vollzieht der Octavia RS das Facelift sofort mit und ist nun zu Preisen ab 30.900 Euro i bestellbar. Die frisch geliftete Sportvariante von Limousine und Kombi (700 Euro Aufpreis) ist wahlweise mit einem 135 kW/184 PS starken 2,0-Liter-Diesel oder einem gleich großen Benziner mit 169 kW/230 PS erhältlich.

Bei der Kraftübertragung besteht die Wahl zwischen einer manuellen Sechsgang-Handschaltung und einem Doppelkupplungsgetriebe mit sechs Gängen. Letzteres ist beim Diesel auch mit Allradantrieb kombinierbar (ab 35.290 Euro). Zur Ausstattung zählen neben den üblichen optischen Beigaben unter anderem LED-Scheinwerfer, die elektronischen Querdifferenzialsperre XDS+ und ein Notbremsassistent mit Personenerkennung. Die Preise steigen im Zuge des Liftings. Der Benziner wird um rund 500 Euro teurer, erhält im Gegenzug aber auch 10 PS mehr Leistung. Der Preis für den nicht geänderten Diesel steigt um 400 Euro.

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