Skoda verkauft erstmals mehr als 200.000 Einheiten

Autor: Andreas Grimm

Der deutsche Skoda-Absatz erreicht im laufenden Jahr einen Höchststand. Im kommenden Jahr geht es für den Importeur um CO2-Grenzwerte und den Start in die Elektromobilität. Skoda Auto Deutschland hat einige Gründe, für die Jahresbilanz 2020 keine Probleme zu erwarten.

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Skoda hat im Jahr 2019 über 200.000 Einheiten verkauft.
Skoda hat im Jahr 2019 über 200.000 Einheiten verkauft.
(Bild: Hardenberg-Gruppe)

Skoda wird das Verkaufsjahr 2019 mit einem erneuten Absatzplus abschließen – wie mit einer Unterbrechung nach dem Umweltprämienjahr schon seit 25 Jahren. Erstmals hat der Importeur am 12. Dezember die Schwelle von 200.000 Neuzulassungen. Angesichts der schwächeren Marktprognosen für das Jahr 2020 erwartet Frank Jürgens, Geschäftsführer von Skoda Auto Deutschland (SAD) für das kommende Jahr aber nicht zwingend einen weiteren Zuwachs, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Entscheidend bleibt für letztlich die Profitabilität der Geschäfte beim Importeur und im Handel.

Die ist für das ablaufende Geschäftsjahr im Handel gegeben. Die Rendite im Handel wird nach derzeitigem Stand wieder bei 1,8 Prozent liegen, sagte Jürgens auf der Jahrespressekonferenz des Importeurs am Mittwoch in Frankfurt. Neben dem um 5 Prozent gestiegenen Absatz ist dafür der wachsende Skoda-Fahrzeugbestand verantwortlich, der sich nicht zuletzt in einem deutlich wachsenden Originalteile- (+8,6 %) und Zubehörgeschäft (+8,3 %) niederschlägt.

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Am wirtschaftlichen Erfolg der Händler sollen der Einstieg in die E-Mobilität und die im neuen Jahr gültigen CO2-Grenzwerte nichts ändern. Anders als manche andere Marken will Skoda den Handel nicht für die Erreichung der Grenzwerte in die Pflicht nehmen, die Boni sind nicht an die CO2-Emissionen gekoppelt. Gleichwohl werde der Importeur den Flottenausstoß der verkauften Neuwagen fortlaufend beobachten und entsprechend steuern, sagte Vertriebschef Stefan Quary. Dazu gehört für ihn unter anderem, die Elektroautos so attraktiv anzubieten, dass „Skoda am Ende des Jahres kein Problem mit dem CO2 bekommt“.

Mit dem Citigo-e iV und dem Superb iV bringt Skoda gleich zum Jahresstart zwei Modelle in den Verkauf, die bereits auf Interesse bei den Kunden stoßen. Obwohl die Modelle noch nicht für Probefahrten bereitstehen, hat der Importeur insgesamt bereits 3.000 Vorbestellungen für die beiden Modelle zu fast gleichen Teilen auf der Habenseite. Während der Superb iV fast ausschließlich von Flottenkunden geordert wird, sind vom Citigo-e iV rund 80 Prozent für Privatkunden fakturiert. „Die beiden Modelle zeigen, dass wir mit den richtigen Produkten am Markt sind“, so Quary.

Im Jahresverlauf wird zudem der Octavia iV die Elektrifizierung fortsetzen und für das Jahresende ist ein komplett neues Modell, ein rein elektrischer A-SUV auf Basis der Studie Vision iV, in der Vorbereitung. Die CO2-Bilanz zusätzlich verbessern sollen zudem die Modelle Scala, Kamiq und Octavia mit dem erneuerten CNG-Antrieb sowie die Dieselmodelle, die ebenfalls zum Teil den 95-Gramm-Grenzwert einhalten und die generell wieder verstärkt nachgefragt werden.

Getragen wurde das Absatzplus im Jahresverlauf von einem Wachstum im Flottengeschäft um 12 Prozent, während das Volumen Privatkundenmarkt stabil blieb. Gleichzeitig legte der Anteil der Eigenzulassungen in den Monaten Januar bis November von 21,6 auf 26,5 Prozent zu (Vergleich 2018/2019). Die Ursachen sind Quary zufolge auf Modellebene zu finden. So habe der Auslauf des Citigo-Verbrenners, des Superb vor dem Facelift und des Rapid am Ende des Bauzyklus ebenso zu mehr Eigenzulassungen geführt wie die Preisnachlässe der Konkurrenz im Kleinwagensegment. „Darauf müssen wir reagieren, wir sehen aber, dass die taktischen Zulassungen schnell abfließen.“ Eine grundsätzliche Abkehr vom zurückhaltenden Einsatz taktischer Zulassungen schloss er aus.

Vermehrte Eigenzulassungen sind allein schon deshalb nicht nötig, weil der Skoda-Modellmix im Markt gut ankommt. Die klassischen Modelle wie Octavia und Fabia sind in ihren Segmenten weiter erfolgreich, die neuen SUV-Baureihen wurden erfolgreich im Markt platziert. So ist der Octavia mit Abstand das erfolgreichste Importmodell, der Fabia liegt auf Platz drei, der Karoq auf sieben. Insgesamt ist Skoda die wichtigste Importmarke in Deutschland mit einem Marktanteil von 5,8 Prozent und in der Markenstatistik auf Platz sieben. Der Abstand zu Opel auf Platz sechs ist dabei im ablaufenden Jahr deutlich geschrumpft.

Digitalisierung läuft bereits

Gut gerüstet sieht sich Skoda Auto Deutschland für das digitale Zeitalter. Mit Skoda Connect digitalisiert der Autobauer seit 2017 seine neuen Modelle. Bis auf den Citigo ist inzwischen in jedem Modell Connect verfügbar. 250.000 Autofahrer sind inzwischen für das System angemeldet, das aus Skoda-Sicht dem Handel Leads und damit Umsatzpotenzial verschaffen kann. Dahinter stehen laut Frank Jürgens „keine Karteileichen, sondern aktive User“.

In den Social-Media-Kanälen sieht Jürgens die Marke ebenfalls gut vernetzt. Der Facebook-Kanal des Importeurs hat 340.000 User und der Special-Interest-Kanal „Skoda RS und Motorsport“ zählt rund 50.000 Fans. Der in diesem Jahr hinzugekommene Instagram-Kanal ist zudem auf 63.000 Follower angewachsen.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«