Weltpremiere Smart #2 – Zurück zu alter Größe

Von sp-x 5 min Lesedauer

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Smart macht sich wieder klein: Mit dem neuen #2 kehrt der elektrische Zweisitzer zurück. Er bleibt dem Fortwo-Konzept treu, bietet aber mehr Reichweite, moderne Technik und einen günstigen Einstiegspreis.

Auf dem Smart-Stand in Paris tummeln sich rund um den neuen #2 viele neugierige Messebesucher.(Bild:  SP-X/Mario Hommen)
Auf dem Smart-Stand in Paris tummeln sich rund um den neuen #2 viele neugierige Messebesucher.
(Bild: SP-X/Mario Hommen)

Smart besinnt sich auf seine Wurzeln. Nachdem die einst für besonders kleine Stadtautos bekannte Marke ihr Modellangebot in den vergangenen Jahren um immer größere Fahrzeuge erweitert hat, kehrt nun der klassische Zweisitzer zurück, der lange das Sinnbild der Marke war. Wie ernst es Smart mit dieser Rückbesinnung meint, zeigte sich auch bei der Weltpremiere des neuen #2 auf dem Pariser Autosalon (bis 18. Oktober).

Mit der früheren Smart-Chefin Annette Winkler und Johann Tomforde, einem der geistigen Väter des Ur-Smart, waren gleich zwei Persönlichkeiten anwesend, die die Geschichte der Marke maßgeblich geprägt haben. Ihr Auftritt unterstrich die Botschaft: Smart will wieder ein Stück weit Smart von früher sein.

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Preise starten bei 19.990 Euro

Optisch und konzeptionell knüpft der ausschließlich elektrisch angetriebene City-Zwerg eng an den 2024 eingestellten Fortwo an, soll dank moderner Technik aber deutlich mehr Alltagstauglichkeit bieten. Auch preislich bleibt Smart auf dem Boden: Los geht es bei 19.990 Euro.

Am bewährten Grundkonzept des Fortwo hält der neue Smart fest: Der #2 ist ein ultrakurzer Zweitürer mit zwei Sitzplätzen. Mit 2,75 Metern Länge ist er nur geringfügig größer als sein Vorgänger, was seinen Nutzern enorme Vorteile bei der Parkplatzsuche in engen Innenstadtquartieren verschafft. Auch beim Rangieren zeigt sich der Kleine von der handlichen Seite: Mit einem Wendekreis von lediglich 6,95 Metern von Bordstein zu Bordstein lässt sich der #2 nahezu auf der Stelle drehen.

Dass hier ein Smart im besten Sinne vorfährt, ist auf den ersten Blick erkennbar. Trotz neuer ECA-Plattform und weiterentwickelter Sicherheitszelle namens Tridion Cell Evo erinnert die Karosserie mit ihren knappen Überhängen und vertrauten Proportionen deutlich an den Fortwo der dritten Generation. Die dank einer optisch schwebenden C-Säule etwas coupéhafter wirkende Dachlinie setzt einen neuen Akzent. Auch die charakteristische, zweigeteilte Heckklappe hat überlebt: Während die Scheibe nach oben schwenkt, klappt der untere Teil nach unten.

Geblieben ist zudem die typische, antriebsbedingte Mischbereifung mit schmaleren Reifen vorne und breiteren hinten. Insgesamt wirkt der #2 moderner als seine Vorgänger. Dazu trägt vor allem der selbstbewusste, fast schon fordernde Blick der serienmäßigen LED-Scheinwerfer bei. Zusammen mit den ebenfalls markant gestalteten Rückleuchten verleihen sie dem kleinen Auto einen technisch hochwertigen Auftritt.

#2 bekommt Brabus-Variante

Auch die sportliche Seite der Marke soll mit dem #2 wieder aufleben. Einen ersten Hinweis darauf gab es bereits bei der Premiere: Nicht ganz zufällig saß auch Brabus-Chef Constantin Buschmann im Publikum. Prompt kündigte Smart an, den #2 künftig ebenfalls als Brabus-Version anzubieten. Details zu Leistung, Ausstattung und Marktstart der sportlichen Variante blieben allerdings noch offen.

Unter dem Blech hat sich ebenfalls einiges getan. Eine neue Fünflenker-Einzelradaufhängung an der Hinterachse soll zusammen mit dem niedrigen Schwerpunkt und einer direkt ausgelegten Lenkung für ein agileres Fahrverhalten sorgen, ohne den Komfort zu vernachlässigen. Neben Häuserschluchten soll der #2 auch auf Landstraße und Autobahn eine gute Figur machen.

Platzangebot überrascht positiv

Innen verbindet Smart Vertrautes mit Neuem. Die beiden Sitze bilden optisch eine durchgehende Bank, davor spannt sich ein S-förmig gestaltetes Armaturenbrett. Bei einer ersten Sitzprobe auf dem Pariser Autosalon hinterlässt der kleine Zweisitzer einen durchaus erwachsenen Eindruck. Vor allem in der gehobenen Ausstattung wirkt das Interieur schick und mit Liebe zum Detail gestaltet. Zwar dominiert weiterhin Kunststoff, doch Akzente in Metalloptik, stylisch gestaltete Lüftungsdüsen und zwei integrierte Displays sorgen für eine ansprechende Atmosphäre. Auch das Platzangebot überrascht positiv. Trotz der knappen Außenmaße sitzen zwei Erwachsene erstaunlich großzügig. Und selbst beim Schließen der Türen vermittelt der Kleine ein Gefühl von Solidität: Sie fallen mit einem satten „Fump“ ins Schloss.

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Die digitale Anzeige- und Bedienwelt verteilt sich auf ein 8,8 Zoll großes Fahrerdisplay und einen zentralen 10,1-Zoll-Touchscreen. Neben 4G-Mobilfunk, WLAN und Bluetooth gibt es ein achtjähriges Konnektivitätspaket für die vernetzten Fahrzeugdienste. Eine Besonderheit ist der sogenannte Smart Pillar im Armaturenbrett, an dem sich kleine Alltagshelfer und Gadgets befestigen lassen. Auch bei den Assistenzsystemen ist der Kleine erwachsen geworden. Unter anderem sind ein adaptiver Tempomat mit Stop-and-Go-Funktion und ein Autobahnassistent vorgesehen.

Beim Antrieb setzt Smart wie zuletzt beim elektrischen Fortwo auf einen 60 kW/82 PS starken Heckmotor. Für den Sprint auf Tempo 100 benötigt der #2 11,6 Sekunden und damit eine Zehntelsekunde länger als sein Vorgänger. Die Höchstgeschwindigkeit steigt von 130 auf 140 km/h. Zum Sportwagen wird der Zweisitzer damit nicht, doch für den urbanen Alltag dürfte die Leistung allemal reichen.

Bis zu 290 Kilometer Reichweite, DC-Laden bis 65 kW

Einen deutlich größeren Fortschritt verspricht die Batterie. Statt des zuletzt rund 17 kWh kleinen Stromspeichers steckt nun ein Lithium-Eisenphosphat-Akku mit rund 36 kWh im Fahrzeugboden. Damit wächst die WLTP-Reichweite von ehemals 133 auf bis zu 290 Kilometer. Beim Aktionsradius macht der Stadtflitzer also einen beachtlichen Sprung. Bemerkenswert ist zudem, dass der größere Akku das Gewicht nicht allzu sehr nach oben treibt. Mit 1.140 Kilogramm wiegt der #2 lediglich 55 Kilogramm mehr als sein Vorgänger. Die Zuladung fällt mit 205 Kilogramm allerdings noch knapper als früher aus.

Ein weiterer Fortschritt betrifft das Laden. Während der alte Fortwo ausschließlich Wechselstrom aufnehmen konnte, beherrscht der #2 nun auch DC-Schnellladen mit bis zu 65 kW. Unter günstigen Bedingungen soll der Akku damit in 20 Minuten von 10 auf 80 Prozent gefüllt sein. An der Wallbox kann die Basisversion Pure bis zu 7,4 kW verdauen, die übrigen Ausstattungsvarianten schaffen 11 kW.

Zum Marktstart bietet Smart den #2 in den drei Ausstattungslinien Pure, Pure+ und Premium sowie als limitierte Couture Edition an. Die Basisversion verfügt unter anderem über eine Vehicle-to-Load-Funktion zur Stromversorgung externer Geräte, einen adaptiven Tempomaten und einen Fernlichtassistenten. Für 1.000 Euro Aufpreis gibt es den Pure+ mit 11-kW-AC-Lader, beheizbarem Fahrersitz und zusätzlichen Assistenzsystemen wie Totwinkel- und Querverkehrswarner.

Ab sofort bestellbar

Deutlich angenehmer geht es im 24.500 Euro teuren Premium zu. Hier gehören unter anderem Kunstledersitze, eine Sitzheizung auch für den Beifahrer und ein Soundsystem von Sennheiser zur Ausstattung. Die auf 999 Exemplare begrenzte Couture Edition bietet für 25.700 Euro unter anderem eine Zweifarblackierung in Mattweiß und Platinumgold, ein Glasdach, Lenkradheizung, induktive Ladeschale und Navigation.

Mit der Weltpremiere in Paris fällt zugleich der Startschuss für den Vorverkauf in Europa. Ab dem 13. Oktober können Interessenten den neuen Zweisitzer bestellen. Wer früh zugreift, soll sein Fahrzeug noch vor dem offiziellen Marktstart erhalten, der für die erste Hälfte 2027 vorgesehen ist. Damit kehrt Smart nach mehrjähriger Pause zu jenem Fahrzeugkonzept zurück, mit dem die Marke einst groß geworden ist: einem Auto, das vor allem dadurch auffällt, wie wenig Platz es braucht.

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