Ssangyong Korando: In eine neue Zeit

Kompakt-SUV startet ab 22.990 Euro

| Autor: Andreas Wehner

Der neue Ssangyong Korando startet Ende September.
Der neue Ssangyong Korando startet Ende September. (Bild: Wehner/»kfz-betrieb«)

Fast neun Jahre ist es her, dass mit dem Start der neuen deutschen Importeursgesellschaft auch der Ssangyong Korando auf den Markt kam. Seitdem hat es zwar die eine oder andere Überarbeitung gegeben, aber sowohl technisch als auch optisch war das Modell zuletzt nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Solch lange Modellzyklen gibt es kaum noch.

Höchste Zeit also, dass die Koreaner einen Nachfolger an den Start schicken. Ab 28. September bieten die deutschen Ssangyong-Händler endlich den neuen Korando an, der nicht nur mit einem auffälligen Design an den Start geht, sondern auch in Sachen Ausstattung bei den wenigsten Kunden Wünsche offen lassen dürfte.

Dementsprechend sind auch die Erwartungen von Ulrich Mehling, Geschäftsführer von Ssangyong Motors Deutschland, an das Fahrzeug. „Wir rechnen mit etwa 1.500 Neuzulassungen im ersten vollen Jahr. Das wäre dann etwa die Hälfte unseres gesamten Verkaufsvolumens“, sagte Mehling bei der Präsentation des Modells am Mittwoch in Geisenheim. Dieses Jahr will er noch rund 400 Einheiten an Kunden ausliefern.

Im Vergleich zum Vorgänger ist der neue Korando 5,5 Zentimeter flacher, aber 4 Zentimeter breiter. Das lässt ihn deutlich dynamischer und muskulöser auf der Straße stehen. Anders als bei der vorherigen, eher rundlich-knuffigen Generation, unterstützen Ecken und Kanten den kraftvollen Auftritt und lassen das Modell insgesamt erwachsener wirken.

Groß geworden

Und groß geworden ist er auch: In der Länge legte das SUV um vier Zentimeter auf 4,45 Meter zu, der Radstand legte um zwei Zentimeter auf 2,68 Meter zu. Das bedeutet ausreichend Platz für Insassen und Gepäck. Das Kofferraumvolumen ist verglichen mit dem Vorgänger um 65 auf 551 Liter gewachsen, bei umgeklappter Rückbank beträgt es 1.248 Liter. Die Heckklappe öffnet – je nach Ausstattung – sogar automatisch, sobald man für mindestens drei Sekunden mit dem Schlüssel in der Tasche hinter dem Fahrzeug steht.

Im Innenraum haben die Designer Kunststoffe mit Klavierlack, Chrom und Leder kombiniert. Das ist an manchen Stellen gut, anderswo aber auch weniger gut gelöst. Insgesamt ist der Eindruck jedoch stimmig.

Knurriger Diesel

Motorseitig bietet Ssangyong einen Diesel und einen Benziner an. Letzterer wird jedoch erst ab November ausgeliefert, während der Selbstzünder sofort zur Verfügung steht.

Der 1,6-Liter große Vierzylinder-Diesel leistet 100 kW/136 PS und erreicht ein Drehmoment von maximal 324 Nm. Damit ist der Normalfahrer ausreichend motorisiert, der Diesel zieht durchaus ordentlich an. Die getestete Automatik verrichtete ihre Aufgabe ebenfalls tadellos, auch wenn man sich manchmal ein flotteres Zurückschalten wünschen würde. Allerdings ist der Diesel am Motorgeräusch sehr deutlich als solcher zu erkennen und knurrt bei höheren Drehzahlen auch mal angestrengt.

Noch einmal anschauen sollten sich die Ingenieure in Korea die Lenkung. Sie ist – positiv ausgedrückt – eher auf gemütliches Cruisen ausgelegt. Oder anders: Etwas mehr Präzision wäre wünschenswert.

Der Verbrauch beträgt im besten Fall 5,0 Liter Diesel pro 100 Kilometer nach WLTP. Damit liegt der CO2-Ausstoß bei 130 Gramm pro Kilometer. Kombiniert mit Allradantrieb und Automatik genehmigt sich der Diesel allerdings 6,5 Liter (170 g CO2/km).

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