Automotive Business Award 2026 Sternpartner übt das digitale Zusammenwachsen

Von Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow 3 min Lesedauer

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Die Sternpartner-Gruppe ist in den letzten Jahren durch Übernahmen und Merger stark gewachsen. Das brachte viele Betriebe mit unterschiedlichen Prozessen zusammen, die nun durch das Programm „Excellence“ vereinheitlicht und digitalisiert wurden. Genau dieses Programm machte die Gruppe beim Automotive Business Award 2026 zum Gewinnerbetrieb.

Die Mannschaft am Sternpartner-Standort Lüneburg strahlt bereits echten Teamgeist aus – doch mit dem Projekt Sternpartner Excellence will das Unternehmen nun alle Teams aus den 27 Standorten zusammenschweißen.(Bild:  Rosenow – VCG)
Die Mannschaft am Sternpartner-Standort Lüneburg strahlt bereits echten Teamgeist aus – doch mit dem Projekt Sternpartner Excellence will das Unternehmen nun alle Teams aus den 27 Standorten zusammenschweißen.
(Bild: Rosenow – VCG)

Dieselbe Marke, dieselben Softwaretools und Serviceprozesse – wenn sich zwei Mercedes-Benz-Partner zusammenschließen, dann müsste die Integration doch vollkommen reibungslos flutschen, oder? Ganz so einfach ist es doch nicht, lässt Daniel Dressler erkennen, Centerleiter Lüneburg bei Sternpartner und treibende Kraft hinter der Bewerbung des Unternehmens um den Automotive Business Award 2026.

Denn trotz aller einheitlichen Vorgaben seitens der Marke gibt es doch unterschiedliche Traditionen, Vorgehensweisen und Philosophien in jedem Betrieb – und die Kulturunterschiede zwischen dem familiengeführten Autohaus und der Werksniederlassung kommen noch obendrauf.

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Um aus der zwischen 2021 und 2024 auf nicht weniger als 27 Standorte und 1.500 Mitarbeiter angewachsenen Gruppe mit den Marken Mercedes-Benz, Mercedes Trucks, Fuso, MAN, Smart und Skoda eine Einheit zu machen, setzte das Unternehmen das Projekt Excellence auf. Dabei wurde auf die Hinzuziehung eines externen Beraters verzichtet. Daniel Dressler: „Die besten Unternehmensberater sind die eigenen Kunden und die eigenen Mitarbeiter.“

Ein zentraler Bestandteil von Sternpartner Excellence ist ein digitaler Serviceprozess, der die gesamte Customer Journey von der Terminvereinbarung bis zur Fahrzeugübergabe abbildet. Sparringspartner für die Digitalisierung war die Herbrand-Gruppe mit ihrer Softwareschmiede Evosec, wobei Daniel Dressler Wert darauf legt, dass man das Programm des Mercedes-Kollegen nicht einfach installiert, sondern auch viele Hinweise zur Weiterentwicklung gegeben hätte.

Durch die Umsetzung unserer Digital- und Prozessinitiativen konnte das Unternehmen bereits eine Reihe messbarer Erfolge erzielen. Diese sind im Einzelnen:

  • Steigerung der Kundenzufriedenheit sowie deutlich weniger Rückfragen im Tagesgeschäft.
  • Effizienzgewinne im Service dank RPA-Automatisierung der Auftragsvorbereitung sowie die automatisierte Abrechnung interner Aufträge: Insgesamt konnten so laut dem Unternehmen 222 Stunden Arbeitszeit pro Monat eingespart werden.
  • Schnellere Durchlaufzeiten: Durch standardisierte Abläufe verkürzten sich die Prozesszeiten von der Annahme bis zur Abrechnung um neun Prozent.
  • Erhöhte Nutzung digitaler Zahlungsmethoden: Die Einführung des digitalen Bezahlprozesses führte zu einer 55 Prozent schnelleren Rechnungsbegleichung sowie weniger Mahnläufen und Buchungsaufwänden.
  • Umsatzsteigerungen durch bessere Auslastung und mehr Zusatzgeschäfte: Die effizienteren Abläufe ermöglichen mehr Serviceaufträge pro Tag sowie eine höhere Beratungsqualität im Zubehör- und Servicegeschäft. Dadurch konnte Sternpartner acht Prozent Mehrumsatz in ausgewählten Bereichen erzielen.
Automotive Business Award 2026: Die Gewinner
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Die üblichen Stolpersteine, die ein so großes Digitalisierungsprojekt beinhaltet, die lagen natürlich auch bei Sternpartner auf dem Weg. Michael Bahlmann, Kfz-Meister und Mitglied des Rollout-Teams, berichtet: „Letztlich haben die Vorteile des System auch die Zweifler überzeugt. Bei dem einen war es die Diktierfunktion, damit er nicht mehr schreiben muss, bei dem anderen die gute Übersicht über die Diagnoseprotokolle.“

Das Rollout-Team habe sich auch sehr viel Zeit genommen, um die Mitarbeiter zu schulen und Fragen zu beantworten – und dabei auch selbst viel gelernt. „Manche Anwendungsfälle sind selten, die kommen vielleicht in den ersten zwei Wochen nach der Einführung gar nicht vor“, so Bahlmann. Doch auch solche Probleme müssen schnell gelöst werden. „Wir haben den Mitarbeitern gespiegelt: Wir gehen hier nicht weg, bis es funktioniert.“

Der Serviceberater soll nicht mit einem leeren Blatt beginnen

Daniel Dressler erklärt, wo er den größten Vorteil des digitalen Prozesses sieht: „Der Serviceberater soll nicht mit einem leeren Blatt Papier beginnen, sondern der Auftrag soll schon stehen und nur noch qualifiziert werden, wenn der Kunde kommt.“ Dabei legt der Centerleiter – ganz traditionell – großen Wert auf eine Direktannahme des Fahrzeugs (ob im Beisein des Kunden oder nicht). Denn alle Schäden sollen bekannt sein, wenn das Auto in die Werkstatt geht – damit der Mechatroniker dort sich komplett auf die Reparaturarbeit konzentrieren kann.

„Wir wollen mit dem Kunden Zeit verbringen“, beschreibt Dressler sein Konzept. „Alles, was man direkt mit dem Kunden zusammen abklären kann, beschleunigt den Prozess.“

Diese Mischung aus traditioneller Kundennähe und digitaler Effizienz zeichnet die Sternpartner-Gruppe aus, die sich damit in die Gewinnerliste beim Automotive Business Award eintragen kann. Und bringt sie ihrem Ziel, aus 27 Standorten mit teils sehr unterschiedlicher Historie ein gemeinsames Unternehmen mit einheitlichen Prozessen zu machen, einen großen Schritt weiter.

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