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Subaru: Kür muss der Pflicht weichen

| Autor: Christoph Seyerlein

Dass Subaru den WRX STi in Europa aus dem Programm nimmt, ist schon einige Zeit bekannt. Nun haben die Japaner genauer erläutert, welche strategische Ausrichtung für den Kontinent und damit auch für Deutschland dahintersteckt.

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Bügelbrett ade: Der WRX STi und sein markanter Heckspoiler verschwinden bei Subaru vorerst aus dem Programm.
Bügelbrett ade: Der WRX STi und sein markanter Heckspoiler verschwinden bei Subaru vorerst aus dem Programm.
(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

„Wichtiges Auto“, „stilbildend“, „hinterlässt eine große Lücke“ – in den Aussagen von Subaru-Deutschlandchef Christian Amenda und seinem Aftersales-Leiter Jörg Kracke schwang am Donnerstag eine ordentliche Portion Wehmut mit, als sie vor Journalisten an der Rennstrecke Bilster Berg die Abschiedstournee des Subaru WRX STi einläuteten. Dass das Topmodell ausläuft, ist schon einige Zeit bekannt. Nun erläuterte der Importeur genauer, wie sich dadurch die Ausrichtung der Marke hierzulande verändern wird.

Vor dem Hintergrund immer schärferer Abgas-Vorschriften und dem Wandel in der Branche hin zu alternativen Antrieben gehe es nun verstärkt um Rationalität, Emotionen müssen da zurückstecken, erklärte Amenda. „Wir müssen uns auf die Themen konzentrieren, die Pflicht sind.“ Dem WRX STi wird das zum Verhängnis – oder wie Kracke es ausdrückte: „Die CO2-Keule hat zugeschlagen“.

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Die Hoffnung, dass Subaru schon in naher Zukunft aber auch wieder seine Sport-Kompetenz in Serie zeigen kann, lebt aber bei den Friedbergern. „Wir nehmen uns nur eine Auszeit von der Kür“, so Amenda. Und auch Kracke pflichtete ihm bei: „Wir machen jetzt eine Pause, aber wir kommen zurück.“

Im Sinn haben beide dabei leistungsstarke Autos mit alternativem Antrieb. Aktuell ist allerdings noch nicht einmal ein erstes elektrifiziertes „Standard-Modell“ von Subaru für Europa in Sicht. In den USA soll noch in diesem Jahr ein erster Plug-in-Hybrid an den Start gehen, nach Europa kommt das Fahrzeug aber nicht. Offenbar ist Toyota, das Subaru seine Plug-in-Kompetenz für das Auto zur Verfügung stellt, nicht bereit, auch für Deutschland und Co. sein Go zu geben.

Für Subaru heißt das: Entweder einen neuen Partner für Europa finden oder die eigene Entwicklung vorantreiben. Denn dass die Alternativen auf dem Kontinent gebraucht werden, ist aufgrund des immer höheren Abgas-Drucks von der EU klar.

Elektro-Klarheit noch 2018?

Und so gibt sich Amenda optimistisch, dass sich auch hier bald etwas in Sachen Elektrifizierung von Subaru tun wird. „Ich denke, wir werden noch in diesem Jahr wissen, womit wir planen können“, sagte er im Gespräch mit »kfz-betrieb«. Seiner Skepsis, ob die deutsche Organisation denn überhaupt schon bereit wäre für den Wandel, ist Zuversicht gewichen: „Ich würde am liebsten morgen damit starten.“

Je schneller man mit der Elektrifizierung vorankomme, desto eher könne man auch wieder mehr auf Emotion setzen, so die Rechnung der Friedberger. Und Emotionen sind für ein Nischenfabrikat wie Subaru ein bedeutendes Pfund, wie Amenda unterstreicht: „Das Aus für den WRX STi hat eingefleischte Fans in Schockstarre versetzt. Einige werden ihm hinterher trauern.“

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