Subaru: „Wir können ohne Diesel gut leben“

Geschäftsführer Christian Amenda im Gespräch

| Autor: Christoph Seyerlein

Christian Amenda, Geschäftsführer von Subaru Deutschland.
Christian Amenda, Geschäftsführer von Subaru Deutschland. (Bild: Subaru)

Subaru-Deutschlandchef Christian Amenda sieht sein Fabrikat in Deutschland auf einem guten Weg, die Diesel-Affäre weitgehend unbeschadet durchzustehen. Im Gespräch mit »kfz-betrieb« am Rande des Genfer Automobilsalons 2018 sagte der Geschäftsführer: „Wir haben trotz der Diesel-Krise unsere Zulassungen im vergangenen Jahr um etwa sieben Prozent steigern können. Das ist uns nur aufgrund eines großen Turnarounds hin zum Benziner gelungen.“

Für Kunden sei der Benziner eine gute Alternative, ist Amenda überzeugt. Subaru hatte im vergangenen Jahr angekündigt, sich schrittweise vom Diesel zu verabschieden. Das habe zwischen Importeur und Handel zunächst zu emotionalen Diskussionen geführt, so Amenda. Mittlerweile sei die Bindung zum Selbstzünder aber auch bei den Partnern etwas abgeflacht.

Das gelte zwar nicht für alle Subaru-Händler, gerade Autohaus-Betreiber in ländlichen Gebieten wünschten sich nach wie vor den Diesel. Dort sei jener Antrieb immer noch gefragt, so Amenda. „Aber die Mehrzahl hat erkannt, dass wir auch ohne Diesel gut leben können“, sagte der Geschäftsführer.

Ob auch Subaru mit der Strategie gut fährt, muss man abwarten. Der Jahresstart verlief jedenfalls mau. Mit 1.025 Neuzulassungen per Februar liegt Subaru in Deutschland trotz der neuen Modelle Subaru XV und Subaru Impreza 10,7 Prozent hinter seinem Vorjahresniveau zurück. Im Februar betrug das Minus sogar 22,7 Prozent. Das könnte auch damit zusammenhängen, dass Subaru den Diesel eben sukzessive streicht. Der Selbstzünderanteil an den Neuzulassungen der Marke sank zuletzt enorm (Januar: 10,2 %, Februar: 13,9 %), nachdem er Ende des Jahres 2017 immerhin noch bei 27 Prozent gelegen hatte.

Dass Impreza und vor allem der aus Volumensicht deutlich wichtigere XV floppen, befürchtet Christian Amenda aber nicht. „Wir sehen das Geschäft langfristig und das wird kommen.“

Kommen werden auch elektrifizierte Modelle von Subaru, ab 2020 rechnet der Geschäftsführer damit. Das sei wichtig, um die CO2-Vorgaben einhalten zu können. Aktuell liegt Subaru mit durchschnittlich deutlich mehr als 150 Gramm CO2 pro Kilometer weit über den Zielwerten, obwohl die Japaner als Nischenhersteller etwas mehr Spielraum haben werden als andere Autobauer. Ohne alternative Antriebe drohen aber auch Subaru Strafzahlungen. „Deswegen muss Subaru etwas tun. Der Innovationsdruck ist da“, sagt Christian Amenda.

Mehr zu Subaru lesen Sie in unserer „Markt- und Marken“-Ausgabe, die am 6. April 2018 erscheint. Ab jenem Datum finden Abonnenten zudem ein ausführliches Interview mit Christian Amenda auch in unserem PLUS-Fachartikel-Bereich.

Genfer Autosalon 2018: Schwarz-weiß-Malerei

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