Elektroautos TÜV Nord kündigt „schlankes und schnelles Verfahren“ zum Batterietest an

Von Jan Rosenow

Keine Prüforganisation kann es sich noch leisten, den Zustand der Traktionsbatterie nicht zu kennen. Nun zieht auch der TÜV Nord nach und kündigt ein Batteriezertifikat an – mit einem „zweistufigen Ansatz“.

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Der TÜV Nord baut seine Kompetenz in Sachen E-Mobilität aus: Derzeit läuft ein Verfahren zum Batterietest im Probebetrieb.
Der TÜV Nord baut seine Kompetenz in Sachen E-Mobilität aus: Derzeit läuft ein Verfahren zum Batterietest im Probebetrieb.
(Bild: Udo Geisler)

Der TÜV Nord entwickelt zusammen mit den Partnern Volytica und Mahle eine eigene Methode, um die Batteriequalität von E-Fahrzeugen zu ermitteln. Volytica ist ein Unternehmen, das aus dem Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI in Dresden entstanden ist und sich seit rund zehn Jahren mit Batteriediagnose beschäftigt. Die Dresdner und Mahle kooperieren bereits seit 2020 in diesem Bereich. Seit Anfang des Jahres nun erproben die Partner ihre Testverfahren gemeinsam mit TÜV Nord und einem namhaften europäischen Flottenbetreiber in der Praxis.

Das patentierte Verfahren verfolgt einen zweistufigen Ansatz, der sowohl schnelle Qualitätsaussagen als auch eine nachgelagerte Detailuntersuchung ermöglicht, heißt es in einer Pressemitteilung des TÜV Nord. Dadurch sei eine breite Anwendbarkeit in Werkstätten und Autohäusern, bei Prüfgesellschaften sowie direkt bei Leasing- und Flottenbetreibern möglich. Die Partner erwägen zudem, die Technik auch bei elektrisch betriebenen Bussen und Lkw anzuwenden. Zudem soll die Partnerschaft zukünftig auch die Untersuchung der Batteriesicherheit umfassen.

Claudius Jehle, Geschäftsführer von Volytica, kommentiert: „Prüfgesellschaften, Besitzer, Flottenbetreiber und Werkstattnetze sind bis heute einer massiven Intransparenz in Sachen Batteriequalität und somit Fahrzeugwert ausgesetzt. Bislang war es kaum möglich, zuverlässig Batteriedaten auszuwerten und Besitzern von E-Fahrzeugen den Status quo ihrer Batterien zu vermitteln. Das lähmt den weiteren Markthochlauf der E-Mobilität sowie die Dekarbonisierung des Verkehrssektors. Gleichzeitig darf so ein Test nicht lange dauern und muss erschwinglich sein. Genau hier setzen wir mit unserer Technologie an.“

Laut Claudius Jehle dauert der Schnelltest weniger als 15 Minuten. Er sieht ihn als „den Corona-Schnelltest für Batterien“. Bei Auffälligkeiten an der Batterie lässt sich optional ein Ent-/Beladetest nachschieben. Bei anderen Anbietern muss die Batterie beispielsweise fast ganz leergefahren oder für mindestens eine Stunde mit der Ladestation verbunden werden

Jens Staron, Leiter Business Competence bei TÜV Nord Mobilität, ergänzt: „Die klassische Gebrauchtwagenbewertung benötigt ein schlankes und schnelles Verfahren, um eine Indikation über den Zustand einer Traktionsbatterie zu bekommen. Mit dem zweistufigen Verfahren können jetzt Auffälligkeiten an der Batterie erkannt und dann in einem weiteren tiefgreifenden Verfahren der Zustand bestimmt werden.“

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