Autohandel 2021 Über die Hälfte der Händler verfehlt Umsatzziele

Von Yvonne Simon

Weniger als die Hälfte der Autohändler hat im vergangenen Jahr die Umsatzziele erreicht, wie eine Umfrage zeigt. Auch der Ausblick für 2022 ist getrübt. Trotzdem gibt es positive Entwicklungen.

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Die Mehrheit der Autohändler konnte ihre Umsatzziele im vergangenen Jahr nicht erreichen.
Die Mehrheit der Autohändler konnte ihre Umsatzziele im vergangenen Jahr nicht erreichen.
(Bild: Schreiner/»kfz-betrieb«)

Die Herausforderungen des vergangenen Jahres haben ihre Spuren in den Bilanzen der Autohändler hinterlassen: Mehr als die Hälfte der Betriebe (57,6 %) verfehlte ihr Umsatzziel. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage unter 400 Händlern im Auftrag der Plattform Mobile.de. Das heißt im Umkehrschluss: 42,4 Prozent erreichten oder übertrafen ihre Ziele. Ein genauerer Blick zeigt, dass nur gut jeder zehnte Händler (11,5 %) seine Ziele toppen konnte, während 30,9 Prozent zumindest auf den angestrebten Umsatz kamen.

Einschränkend wirkte sich im zurückliegenden Jahr sicherlich die Fahrzeugverfügbarkeit aus. Gleichzeitig sorgte die knappe Ware für ein höheres Preisniveau: Knapp zwei Drittel der Befragten (64,8 %) erzielten im Geschäftsjahr 2021 höhere Preise für Gebrauchtwagen als im Jahr zuvor. Das bedeutet eine Trendumkehr: 2019, also vor der Pandemie, hatten nur 20 Prozent angegeben, die Preise erhöht zu haben.

Der Preisanstieg ist aus Händlersicht zunächst eine positive Entwicklung, kommentiert Martin Fräder, Head of Sales bei Mobile.de. „Allerdings dürfen wir nicht vergessen, dass sich die verzögerten Fahrzeuglieferungen der Hersteller und mögliche Einschränkungen durch die fortlaufende Corona-Pandemie teilweise stark auf die Bestände der Händler auswirken können, was sich wiederum auf den quantitativen Abverkauf niederschlägt“, so Fräder.

Gedämpfte Erwartungen

Dass sowohl die Corona-Pandemie als auch die Unterversorgung mit Fahrzeugen den Autohandel auch 2022 begleiten werden, dämpft die Zukunftsprognosen der Händler: Nur jeder Fünfte (19,7 %) blickt positiv in das gerade begonnene Jahr. Weitere 24,9 Prozent rechnen zumindest mit gleichbleibenden Umsätzen. Dass sich der Gebrauchtwagenabsatz im Vergleich zum Vorjahr erhöhen wird, erwartet gut jeder dritte Händler (35,7 %), 45,5 Prozent rechnen mit einer besseren Gebrauchtwagen-Rendite.

Anders sieht es bei den Neuwagen aus: Nur 28,7 Prozent der Befragten erwarten eine leicht positive Rendite. 22,7 Prozent gehen davon aus, dass die Rendite konstant bleibt. Und jeder Dritte (34,2 %) prognostiziert sinkende Umsätze.

Als größte Herausforderungen stufen die Händler lange Lieferzeiten (31,4 %), den Erhalt eines wettbewerbsfähigen Bestands (26,7 %) sowie die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie (17 %) ein.

Digital-Investitionen zahlen sich aus

Die Studie beleuchtet auch Maßnahmen, die Händler ergriffen haben, um ihre Wettbewerbssituation zu verbessern: Über die Hälfte der Befragten (56,9 %) baute in ihren Autohäusern den Service weiter aus. Weitere 46,9 Prozent investierten vermehrt in die Digitalisierung ihrer Prozesse – diese Gruppe übertraf ihre Umsatzziele den Studienautoren zufolge häufiger als Betriebe, die ihr Digital-Budget nicht erhöht haben.

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