Carglass und ATU Undurchsichtiger Glas-Deal als Chance für Kfz-Betriebe

Autor Jakob Schreiner

Das Kartellamt hat die Übernahme des ATU-Glasgeschäfts durch Carglass zugunsten eines fairen Wettbewerbs massiv beschnitten. Das eröffnet Kfz-Betrieben die Möglichkeit, verstärkt ins Glasgeschäft einzusteigen – wenn sie sich richtig positionieren.

Carglass und ATU lassen viele Fragen zur Übernahme weitestgehend unbeantwortet oder weichen mit wiederkehrenden Floskeln konkreten Antworten aus.
Carglass und ATU lassen viele Fragen zur Übernahme weitestgehend unbeantwortet oder weichen mit wiederkehrenden Floskeln konkreten Antworten aus.
(Bild: ©Torkhov - stock.adobe.com)

Das Glasgeschäft gilt in vielen Kfz-Betrieben, die es mit der nötigen Professionalität betreiben, als lukrativer Umsatzgarant. Kein Wunder – kommen doch mit vergleichsweise geringem Aufwand schnell beachtliche Rechnungssummen zusammen, die dann auch nicht vom Kunden selbst, sondern von dessen Versicherung beglichen werden. Die deutschlandweit über 500 ATU-Filialen müssen jetzt erst einmal gänzlich ohne diese Umsätze auskommen, nachdem der vor gut einem Jahr angekündigte Verkauf der Glassparte an Carglass vor Kurzem vom Bundeskartellamt genehmigt wurde.

Und auch dem Kölner Autoglasriesen dürften einige Umsätze aus dem Glasgeschäft durch die Lappen gehen. Während die Wettbewerbshüter dem Verkauf des gesteuerten Glasgeschäfts von ATU mit Gewerbekunden aus dem Leasing-, Flotten- und Mietwagengeschäft (LFR-Kunden) und Versicherungen zugestimmt hat, wurde das Vorhaben in Sachen ungesteuerter Kunden inhaltlich massiv beschnitten (siehe Kasten). Das ist für den einzelnen Kfz-Betrieb eine durchaus positive Nachricht, insbesondere dann, wenn sich eine ATU-Filiale in seiner Nähe befindet.