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VCD-Umweltliste führt erstmals nur elektrifizierte Autos auf

| Autor: Andreas Grimm

Automobile Neuheiten haben derzeit viel mit E-Mobilität zu tun. Der Verkehrsclub Deutschland hofft demnach auf ihren baldigen Durchbruch. E-Autos seien unter dem Strich umweltfreundlicher als Verbrenner. Deshalb dominieren sie trotz aller Kritik die aktuelle Auto-Umweltliste.

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Der Verkehrsclub Deutschland listet in der Auto-Umweltliste 2019/2020 die aus seiner Sicht derzeit umweltfreundlichsten Autos auf.
Der Verkehrsclub Deutschland listet in der Auto-Umweltliste 2019/2020 die aus seiner Sicht derzeit umweltfreundlichsten Autos auf.
(Bild: VCD)

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) geht mit seiner etablierten Auto-Umweltliste, die möglichst umweltfreundllche Pkw auflistet, auf Elektrokurs. In die soeben erschienene Liste 2019/2020 hat die Organisation erstmals nur elektrifizierte Autos aufgenommen, insgesamt 19 Modelle. Diese seien zwar auch nicht klimaneutral, „aber ein Kompromiss für alle, die auf das Auto angewiesen sind“, schreibt der VCD erklärend.

Dass sich die Zusammensetzung der Liste immer wieder deutlich ändert, ist nicht neu. Der VCD folgt mit seinen Entscheidungen dem aktuellen Kenntnisstand und Entwicklungen. Beispielsweise war die Auto-Umweltliste im Jahr 2016 unter dem Eindruck der Diesel-Affäre und strittiger Emissionsangaben nicht veröffentlicht worden. Und 2017 waren keine Diesel aufgelistet (Die aktuell von der VCD-Umweltliste empfohlenen Modelle finden Sie in der folgenden Bildergalerie).

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Dass nun in der neuen Liste nur elektrifizierte Autos zu finden sind, liegt an dem möglichen Durchbruch der Stromer im kommenden Jahr. „Alle Hersteller arbeiten mit Hochdruck an höheren Produktionskapazitäten und kündigen für das kommende Jahr eine regelrechte Modelloffensive an“, heißt es im Vorwort der Liste. Allerdings sei das Datenmaterial für viele Elektromodelle noch lückenhaft und Lieferzeiten von bis zu einem Jahr seien „abschreckend“, weshalb letztlich nur wenige Modelle empfohlen werden konnten.

Die Liste versteht sich dabei ausdrücklich nicht als Ranking der besten E-Autos. Eine Bewertung auf Modellebene ist laut dem VCD mangels Daten zur Batterieproduktion nicht möglich. Audi sowie PSA mit den Konzernmarken Citroën, DS, Peugeot und Opel hatten ihre Teilnahme an der Bewertung zudem ganz abgesagt. Auch Tesla konnte keine Werte für sein Model 3 liefern.

Kritik an Informationspolitik der Hersteller

Die diesjährige VCD Auto-Umweltliste enthält damit nur 12 reine Elektroautos (sowie 4 Varianten mit größerer Reichweite/Leistung) und drei Plug-In-Hybride. Zu den empfehlenswerten Elektrofahrzeugen von deutschen Herstellern gehören der BMW i3, der Smart als Zwei- oder Viersitzer sowie der E-Golf, dessen Preis VW übrigens jüngst deutlich um 4.000 auf 31.900 Euro gesenkt hat. Daneben komplettieren Elektromodelle von Hyundai, Kia, Nissan, Renault und Toyota die Liste. Große und schwere Wagen mit E-Antrieb sind nicht dabei. Sie sind aus Sicht des VCD ebenso wie die meisten Plug-in-Hybride eine Mogelpackung und reine Energiefresser mit einer miserablen Umweltbilanz.

Grundsätzlich seien E-Autos jedoch einer der wichtigsten Bausteine für die klimaneutrale Mobilität der Zukunft, schreibt der verkehrspolitische Sprecher des VCD, Michael Müller-Görnert, in seinem Vorwort. Gleichwohl kritisiert er die Autoindustrie, die zwar die Automesse IAA in Frankfurt unter das Motto „Driving Tomorrow“ stellen, aber sich dennoch „für große, schwere Luxus-Pkw mit Diesel- und Benzinmotoren feiern“.

Aktuell legen zwar die Absatzzahlen für Elektroautos stark zu – 48.000 Einheiten waren es im ersten Halbjahr (+80 %), womit der Marktanteil neuer E-Autos bei 2,6 Prozent liegt. Doch der Bestand von 200.000 Autos ist bei einer Gesamtflotte in Deutschland von 47 Millionen Autos noch verschwindend gering. Umso wichtiger sei ein schneller Umstieg. Auf den kompletten Lebenszyklus gerechnet seien E-Autos sauberer als Verbrenner, betont der VCD. Und je höher der Anteil von regenerativen Energien im Ladestrom und bei der Batterieproduktion sei, desto besser falle die Klima-Gesamtbilanz aus.

(ID:46118072)

Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«