Autohersteller VDA warnt vor Arbeitsplatzabbau

Von Nick LuhmannVDA 2 min Lesedauer

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Noch stärker als bislang befürchtet, wird die deutsche Autoindustrie Arbeitsplätze abbauen. Bis 2035 gehen laut VDA 225.000 Jobs verloren. Ursache sind zu hohe Kosten in Deutschland und der EU.

Der Stellenabbau bei den deutschen Autoherstellern fällt noch drastischer aus, als bislang befürchtet. Mehr als 225.000 Jobs gehen unter anderem wegen verfehlter EU-Politik verloren, so der VDA.(Bild:  Volkswagen AG)
Der Stellenabbau bei den deutschen Autoherstellern fällt noch drastischer aus, als bislang befürchtet. Mehr als 225.000 Jobs gehen unter anderem wegen verfehlter EU-Politik verloren, so der VDA.
(Bild: Volkswagen AG)

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) warnt vor einem stärkeren Beschäftigungsrückgang in der deutschen Autoindustrie bis 2035, wenn die EU‑Regeln nicht technologieoffener gestaltet und die Standortbedingungen nicht verbessert werden. Nach VDA‑Berechnungen drohen bis 2035 insgesamt rund 225.000 verlorene Stellen gegenüber 2019; da seit 2019 bereits etwa 100.000 Arbeitsplätze wegfallen, entspräche dies einem weiteren Minus von rund 125.000 Beschäftigten.

Der Verband rechnet damit, dass der Rückgang deutlich stärker ausfallen würde als in früheren Prognosen: Etwa 35.000 Arbeitsplätze könnten zusätzlich verloren gehen, wenn die jetzt gültigen regulatorischen Vorgaben und die schlechten Investitionsbedingungen bestehen bleiben.

EU-CO2‑Flottenregelung gefährdet allein 50.000 Jobs in Deutschland

Besonders problematisch bewertet der VDA die EU‑CO2‑Flottenregelung für Pkw und Vans, nach der ab 2035 nur noch batterieelektrische und Brennstoffzellenfahrzeuge neu zugelassen werden dürfen. Nach Einschätzung des Verbands würden dadurch rund 50.000 Arbeitsplätze in Deutschland gefährdet; eine stärkere Rolle von Plug‑in‑Hybriden, Range‑Extendern und Verbrennern (auch mit erneuerbaren Kraftstoffen) könnte diese Zahl deutlich reduzieren.

Der VDA verweist auf frühere Prognosen (Prognos 2024), nach denen die Transformation zur klimaneutralen Mobilität bis 2035 gegenüber 2019 rund 190.000 Stellen kosten könnte. Die aktuellere Einschätzung basiert darauf, dass in Deutschland immer weniger neue Arbeitsplätze entstehen und Wertschöpfung zunehmend dorthin verlagert wird, wo Investitionsbedingungen günstiger sind. Vor diesem Hintergrund erhöht der Verband seine Schätzung auf 225.000 verlorene Arbeitsplätze gegenüber 2019.

Zu viel Bürokratie, zu hohe Abgaben, teure Energie- und Lohnkosten

VDA‑Präsidentin Hildegard Müller nannte als Ursachen hohe Abgaben, teure Energie, hohe Lohnkosten und überbordende Bürokratie, die Investitionsentscheidungen ins Ausland treiben. Müller forderte, Wachstum und Investitionsfreundlichkeit in Brüssel und Berlin zur Priorität zu machen, um Arbeitsplätze am Standort zu halten und neue zu schaffen.

Der Verband betont, dass der künftige Antriebsmix entscheidend für die Beschäftigungsentwicklung ist: Ein höherer Anteil von PHEV, Range‑Extendern und Verbrennern mit erneuerbaren Kraftstoffen an der Pkw‑Produktion würde nach VDA‑Berechnungen den Rückgang bis 2035 auf rund 75.000 Arbeitsplätze begrenzen und damit etwa 50.000 Stellen im Vergleich zur restriktiveren Regelung retten. Vor den Verhandlungen zum EU Automotive Package fordert der VDA deshalb mehr Technologieoffenheit, praxisnahe Flexibilisierungen und eine einheitliche deutsche Stimme in Brüssel.

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