VDA weist DUH-Vorwürfe gegen Plug-in-Hybride zurück

Autor: Doris Pfaff

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert, die E-Prämie für Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen abzuschaffen, weil eigene Messungen deutlich höhere Werte zeigten, als von den Herstellern angegeben. Die Verbände der Autohersteller VDA und VDIK wiesen die Vorwürfe als haltlos zurück.

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Die Deutsche Umwelthilfe fordert ein Ende der Förderung von Plug-in-Hybriden.
Die Deutsche Umwelthilfe fordert ein Ende der Förderung von Plug-in-Hybriden.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Im Vorfeld zum digitalen Autogipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am 8. September fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH), die Kaufprämie für Plug-in-Hybride abzuschaffen, weil diese Fahrzeuge für das Klima schädlich seien.

Laut DUH deckten Untersuchungen durch das verbandseigene Emissions-Kontroll-Institut (EKI) „das Ausmaß eines neuen Skandals in der Automobilindustrie“ auf. Messungen des Kraftstoffverbrauchs sowie des C02-Ausstoßes hätten bei vier Plug-in-Hybrid-Pkws Überschreitungen der offiziellen Werte von teilweise um mehr als 600 Prozent gezeigt. Als Spitzenreiter nennt die DUH den SUV Porsche Cayenne Plug-in-Hybrid. Die DUH verlangt folglich, „die staatliche Förderung von klimaschädlichen Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen (PHEV) bei der Dienstwagenbesteuerung sowie bei Kaufprämien sofort zu beenden“.

VDA: Messwerte der DUH nicht repräsentativ

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) weist die Vorwürfe zurück und wertet sie als „offensichtlichen Versuch, eine moderne Antriebsart zu diffamieren. Die typgenehmigten Fahrzeuge deutscher Konzernmarken erfüllten die gesetzlichen Vorgaben. Die Messwerte der DUH seien weder repräsentativ „noch ein hilfreicher Beitrag zur Diskussion, wie die CO2-Emissionen im Verkehr nachhaltig gesenkt werden können“, so der VDA.

Der VDA betont, Plug-in-Hybride seien nachweislich ohne Emissionen auf Strecken bis zu 70 Kilometern unterwegs, sofern die E-Akkus geladen seien. Gerade die neue Generation sei noch leistungsfähiger und biete mehr elektrische Reichweite. Damit sie ihre volle Wirkung entfalten könne, sei ein rascher und flächendeckender Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland und Europa nötig.

VDIK: Plug-In-Hybride leisten erheblichen Beitrag zur CO2-Reduzierung

Für viele Verbraucher sei der PHEV ein Weg in die Elektromobilität. Zwar seien die Anschaffungskosten in der Regel höher als beim entsprechenden Modell mit herkömmlichem Verbrennungsmotor. Doch die Mehrkosten würden zum Teil durch den Umweltbonus kompensiert und erhöhten somit die Akzeptanz für die E-Mobilität bei den Kunden.

Auch der Verband der internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) wendet sich gegen die Vorwürfe der DUH: „Plug-In-Hybride leisten einen erheblichen Beitrag zur CO2-Reduzierung, wenn sie bestimmungsgemäß genutzt werden. Behauptungen, dass diese Fahrzeuge generell erhöhte CO2-Emissionen verursachen, sind grob irreführend. Richtig ist vielmehr, dass ihr Beitrag zur Treibhausgasreduzierung von der tatsächlichen Nutzung abhängt. Wer die elektrische Reichweite ausschöpft und täglich Ökostrom lädt, kann nahezu 100 Prozent klimaneutral fahren.“

Die staatliche Kaufprämie für E-Autos gibt es seit Sommer 2016. Im November 2019 hatte die Bundesregierung sie erhöht und schließlich im Juni dieses Jahres den Umweltbonus für E-Autos verdoppelt.

Laut den KBA-Zulassungszahlen wurden im Juli knapp 17.000 Elektroautos zugelassen. Dies bedeutet ein Plus von 181,7 Prozent gegenüber dem Vormonat und einen Anteil an den Neuzulassungen von 5,3 Prozent. Bei den Neuwagen mit Hybridantrieb gab es im Juli einen Anstieg von 144 Prozent, sodass ihr Gesamtanteil nun knapp 17 Prozent ausmacht.

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Über den Autor

 Doris Pfaff

Doris Pfaff

Redakteurin bei »kfz-betrieb«, Ressort Verbände & Politik