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Volkswagen: „Volumenziel steht nicht mehr an erster Stelle“

| Autor: Christoph Seyerlein

WLTP, Zollstreitigkeiten und Co.: Mehrere Faktoren beuteln aktuell den Absatz von Volkswagen. Laut Konzernvertriebsleiter Christian Dahlheim steht das Volumenziel deshalb „nicht mehr an erster Stelle“. Trotz allem sind die Wolfsburger kurz davor, erneut einen Rekord zu brechen.

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(Bild: © Günter Wicker / Flughafen Berlin Brandenburg GmbH)

Die Probleme mit der WLTP-Zertifizierung haben bei Volkswagen Spuren hinterlassen. Konzernvertriebsleiter Christian Dahlheim teilte am Freitag mit, dass „das Volumenziel für uns nicht mehr an erster Stelle steht.“ Trotz allem ist der Wolfsburger Autobauer auf dem Weg zu einem erneuten Auslieferungsrekord. Nach elf Monaten haben die Wolfsburger mit ihren Marken weltweit 9.917.800 Neuwagen an Kunden übergeben – und damit 1,8 Prozent mehr als zum selben Zeitpunkt im bisherigen Rekordjahr 2017.

Sollte der Konzern im Dezember von weiteren Fortschritten bei der Umstellung seiner Modelle auf den neuen Prüfzyklus profitieren können, dürfte einem neuen Bestwert nichts mehr im Wege stehen. Im November machten sich die Schwierigkeiten aber noch bemerkbar. Mit 940.900 Einheiten lagen die Auslieferungen um 5,4 Prozent unter dem Wert aus dem Vorjahresmonat.

Dabei lief es in Europa trotz WLTP im Vergleich zu anderen wichtigen Regionen sogar noch einigermaßen rund. Hier stand unter dem Strich nur ein Minus von drei Prozent. Dagegen lief es in den USA (-8,1 %) und China (-7,3 %) deutlich schlechter. Im Reich der Mitte, Volkswagens größtem Einzelmarkt, belastet dem Konzern zufolge weiter die Kaufzurückhaltung der Konsumenten infolge der Zollstreitigkeiten mit den USA das Geschäft. Besserung könnte aber in Sicht sein: China kündigte heute an, ab Januar die Strafzölle auf US-Autos für drei Monate auszusetzen.

Von den einzelnen Marken ist 2018 weiter ganz klar Seat der Gewinner im Volkswagen-Konzern. Die Spanier konnten im November als einziges Pkw-Fabrikat des Unternehmens zulegen (+7,2 %). Im Gesamtjahr ist Seat sogar um 13,1 Prozent besser unterwegs als 2017. Für die weiteren Pkw-Marken war der November dagegen kein guter Monat, VW Pkw (-5 %), Audi (-16,7 %), Skoda (-3,9 %) und Porsche (-2,7 %) mussten allesamt Rückgänge hinnehmen.

Anders sah es im Nutzfahrzeugbereich aus: Dort konnten mit Volkswagen Nutzfahrzeuge (+4,1 %), MAN (+19,4 %) und Scania (+0,4 %) alle Marken im November Zuwächse verbuchen.

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