Volvo entwickelt Range-Extender-Fahrzeuge

Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

Auf Basis eines neuen Dreizylindermotors hat Volvo mehrere Konzepte von Elektroantrieben mit Range Extender entwickelt.

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Ein Dreizylinder-Benziner unter dem Kofferraum soll bei Volvo die Reichweite des E-Antriebs erweitern.
Ein Dreizylinder-Benziner unter dem Kofferraum soll bei Volvo die Reichweite des E-Antriebs erweitern.
( Volvo )

Die Vielfalt der möglichen Bauarten von Hybrid- und Elektroantrieben ist so unüberschaubar geworden, dass fast nur noch Ingenieure die Unterschiede erfassen können. Noch komplizierter wird es, wenn die Marketingabteilung unbelastet von Fachkenntnissen einfach den derzeit modischsten Begriff verwendet, auch wenn er gar nicht zur Technik passt.

So hat Volvo kürzlich bekanntgegeben, derzeit drei verschiedene Konzepte von „Range Extendern“ zu entwickelt, um die Reichweite von Elektrofahrzeugen deutlich zu erhöhen. Als Range Extender gilt üblicherweise eine Kraftmaschine, deren einziger Zweck es ist, Strom zu erzeugen. Ihre Kraft wird also nicht auf mechanischem Weg an die Räder übertragen – wäre das der Fall, müsste man von einem Hybridantrieb sprechen. Dieser feine Unterschied hat schon im Fall des Range-Extender-Elektroautos Opel Ampera für Verwirrung gesorgt, weil es in einer seiner vier Betriebsarten über einen mechanischen Durchtrieb vom Verbrennungsmotor zu den Rädern verfügt.

Dreizylinder unter dem Kofferraum

Konzept 1 ist laut Volvo ein seriell geschalteter, also „echter“ Range Extender. In der Karosserie des C 30 Electric stecken ein Batteriesatz für 110 Kilometer Reichweite, ein Dreizylinder-Ottomotor mit 45 kW/60 PS und ein Generator. Der Strom, den der Verbrennungsmotor über den nachgeschalteten 40-kW-Generator erzeugt, wird vorrangig für den Antrieb des Elektromotors genutzt. Der Fahrer hat auch die Möglichkeit, die Batterie aufzuladen, um die elektrische Reichweite des Fahrzeugs zu erhöhen.

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Durch den Range Extender soll die Reichweite des Elektrofahrzeugs um bis zu 1.000 Kilometer steigen. Bei 40 Litern Tankinhalt, die Volvo angibt, würde das einem Verbrauch von vier Litern auf 100 Kilometer entsprechen.

Das Konzept 2 nennt Volvo einen „parallel geschalteten Range Extender“ – eigentlich handelt es sich damit um einen Hybridantrieb mit Plug-in-Funktion. Bei dieser Konstruktion erhält der Volvo C30 Electric zusätzlich zu seinem 82 kW/111 PS starken Elektromotor einen Dreizylinder-Turbobenziner mit 140 kW/190 PS und ein Sechsgang-Automatikgetriebe. Motor, 40-Liter-Tank und Getriebe finden bei diesem Konzept ebenfalls unter dem Gepäckraumboden Platz.

Der Unterschied zu Konzept 1 ist die parallele Schaltung. Das heißt, der Verbrennungsmotor treibt die Hinterräder über das Automatikgetriebe direkt an. Volvo verspricht die gleiche Reichweite und damit den gleichen Verbrauch wie für das erste Konzept – für einen 190 PS starken Motor samt Automatikgetriebe wären das erstaunliche Werte. Mit der Batterie allein fährt der C 30 75 Kilometer weit.

Auf Seite 2: Hybrid mit Otto- oder Dieselmotor

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