Von ZAX-Balg bis Heck-Trick: Neue Ideen der Zulieferer

Contitech, Getrag, Trelleborg Vibracoustic und ZF

| Autor: Jan Rosenow

Schwenkt aus: Die Hinterachslenkung von ZF macht Autos beweglicher.
Schwenkt aus: Die Hinterachslenkung von ZF macht Autos beweglicher. (Foto: ZF)

Was wären die Autohersteller ohne sie: die Entwicklungsingenieure der Zulieferindustrie. Viele Tausend freundliche Technokraten in gedeckten Anzügen und Kostümen arbeiten Tag und Nacht an neuen Produkten, die Autos leichter, sparsamer, robuster und überhaupt besser machen. Eine kleine Auswahl an Neuheiten aus der Zulieferbranche ist hier versammelt.

So hat etwa Contitech einen Getriebequerträger aus glasfaserverstärktem Polyamid (Werkstoff: BASF Ultramid) für die Hinterachse entwickelt, der in der S-Klasse von Mercedes-Benz eingesetzt wird. Im Vergleich zu Ausführungen aus Aluminiumdruckguss ist die neue Variante rund 25 Prozent leichter. Das Teil kommt in den Ausführungen mit Allradantrieb – mit Ausnahme der AMG-Fahrzeuge – zum Einsatz. Es zeichnet sich laut Unternehmensangaben durch „optimale“ Festigkeit, eine gute schwingungs- und geräuschmindernde Wirkung und hohe Crashsicherheit aus.

Polyamid ist im Automobilbau ein Material mit Potenzial: Man kann damit nicht nur Gewicht sparen, sondern auch die Fertigung umweltfreundlicher machen. Da Polyamid bei geringeren Temperaturen formbarer ist als beispielsweise Aluminium, benötigt der Fertigungsprozess erheblich weniger Energie. Hinzu kommen vielfältige Möglichkeiten im Recycling.

Getriebe-Geburtstag bei Getrag

Der Getriebespezialist Getrag startete am 11. Februar mit der Produktion des Doppelkupplungsgetriebes 7 DCT 300. Die Schaltbox wird zuerst im neuen Renault Espace eingesetzt, weitere Modelle und Hersteller folgen. Mit über 100 geplanten Applikationen hat das 7 DCT 300 das größte Potenzial der bisherigen Firmengeschichte, heißt es bei dem Unternehmen.

Das 7 DCT 300 basiert auf einer modularen Plattform und ist für Drehmomente bis 300 Newtonmeter ausgelegt. Zum hohen Wirkungsgrad trägt die Smart Actuation genannte bedarfsgeregelte Betätigung bei, die einen Leistungsbedarf unter 40 Watt aufweist. Damit verbraucht das Getriebe weniger Energie als eine Glühlampe und ist nochmals um 3,5 Prozent effizienter als die vorherige Generation.

Hybridversionen können ohne große Bauraumänderungen in Fahrzeugen ab dem Jahr 2016 eingesetzt werden. So sind Hersteller in der Lage, auf derselben Fertigungslinie konventionell angetriebene und Hybridfahrzeuge zu produzieren. Die Anwendung reicht dabei von 48 Volt für Mild-Hybride bis zu 360 Volt für Plug-in-Hybride. Mittelfristig plant Getrag zudem die Variante 6 DCT 150 für Kleinwagen.

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