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VW Financial bringt Heycar nach Großbritannien

Autor / Redakteur: dpa / Christoph Seyerlein

Volkswagen Financial Services will den Handel mit Gebrauchtwagen auch fremder Marken ausbauen. Die Plattform Heycar startet nun in Großbritannien. Dabei soll es nicht bleiben.

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Volkswagen Financial Services ist auf der Zielgeraden eines erfolgreichen Jahres. 2020 dürfte es aber schwieriger werden.
Volkswagen Financial Services ist auf der Zielgeraden eines erfolgreichen Jahres. 2020 dürfte es aber schwieriger werden.
(Bild: Volkswagen Financial Services)

Volkswagen Financial Services will den Handel mit Gebrauchtwagen auch anderer Hersteller ausbauen. Dazu startet die Internet-Plattform Heycar nun in Großbritannien. „Das wird aber nicht das letzte Land sein“, kündigte CEO Lars Henner Santelmann mit Blick auf weitere europäische Märkte am Donnerstag in Hannover an.

Die Finanzsparte von VW beschäftigt sich außerdem unter anderem mit Apps zur Parkplatzsuche für Lkw, Maut- und Spritabrechnung für Fuhrparks oder Online-Abrechnungssystemen für das Laden von Elektroautos.

Das laufende Jahr will das Unternehmen erfolgreich abschließen: Volkswagen Financial peilt das beste Ergebnis der Firmengeschichte an. Gleichzeitig richtet sich Volkswagens Finanzsparte aber auf schwierigere Zeiten ein. Man werde über dem operativen Gewinn aus 2018 von 2,61 Milliarden Euro landen, sagte Santelmann.

Die genaue Höhe nannte das Management noch nicht. Finanzvorstand Frank Fiedler meinte: „Wir haben einen deutlichen Sprung gemacht.“ Das Unternehmen – im VW-Konzern für Autokredite, Leasingverträge, Versicherungen, Bankdienstleistungen und das Management von Firmenwagen-Flotten zuständig – rechnet 2019 auch mit einem Plus beim Vertragsbestand. Dieser dürfte von 20,3 auf 21 Millionen steigen.

Schwächere Autokonjunktur erwartet

Zugleich erwartet die Volkswagen Financial Services AG 2020 eine Abkühlung wegen der schwächeren Autokonjunktur. „Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden deutlich schwieriger“, sagte Santelmann. Es gebe allerdings Bereiche, mit denen man dies wohl ausgleichen könne.

Ein Grund für die guten Zahlen ist neben dem besseren laufenden Geschäft die Auflösung von Risikoposten. Diese waren vor einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) zum Widerruf von Kreditverträgen gebildet worden. Anfang November hatte der BGH den Versuch zweier Kläger gestoppt, mit Autokäufen verbundene Darlehen nachträglich zu stornieren – im Fall einer Zulassung hätte dies die Chancen für Besitzer älterer Dieselautos erhöhen können, ihre Wagen loszuwerden. Doch die Richter hielten die Widerrufsbelehrungen für ordnungsgemäß.

„Das ist ein Teilerfolg für uns“, erklärte Fiedler. „Wir haben nun weniger Rechtsrisiken.“ Im Jahr 2018 habe man aufgrund des Streits um die Widerrufstexte 290 Millionen Euro an Rückstellungen gebildet.

Milliarden-Sparziel im Blick

Auch interne Einsparungen durch das „Effizienzprogramm“ OPEX hätten das Ergebnis verbessert. 2019 habe man durch eine einheitliche IT, mehr Produktivität und weniger Vertriebskosten einen Umfang von 200 Millionen Euro erreicht. Das Sparziel von 850 Millionen Euro jährlich ab 2025 sei auf 1,3 Milliarden Euro erhöht worden. Bis dahin will die VW-Finanztochter auch die Digitalisierung ausbauen: „Wir wollen dann alle Produkte abschlussfertig im Netz anbieten“, sagte Santelmann.

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