VW ID 3: Bislang 7.000 Bestellungen in Deutschland

Autor: Christoph Seyerlein

Der VW ID 3 dürfte sich vom Start weg in Deutschlands E-Auto-Bestsellerliste weit nach oben katapultieren. Eine aktuelle Auswertung gibt zudem Aufschluss darüber, wie Händler bei Kunden punkten können, die sich für das Auto interessieren.

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In Kalenderwoche 37 (7. - 13. September) will VW mit den Auslieferungen des ID 3 in Deutschland beginnen.
In Kalenderwoche 37 (7. - 13. September) will VW mit den Auslieferungen des ID 3 in Deutschland beginnen.
(Bild: Volkswagen)

Seit dem 20. Juli läuft der freie Verkauf des VW ID 3. Bislang hielt sich der Hersteller mit Zahlen zu dem Modell in Deutschland bedeckt und verwies lediglich darauf, dass man mit der Resonanz „mehr als zufrieden“ sei. Nun nannten die Wolfsburger gegenüber »kfz-betrieb« aber doch eine erste Zahl: Bislang sind bei Volkswagen 7.000 Bestellungen aus Deutschland eingegangen, teilte eine Sprecherin mit.

Der ID 3 dürfte sich damit schnell nach seinem Marktstart weit oben in Deutschlands Elektroauto-Bestsellerliste 2020 platzieren. Auf die meisten Zulassungen im laufenden Jahr (Stand Ende Juli) brachte es unter den Stromern bislang der VW E-Golf mit 9.953 Einheiten. Knapp dahinter folgt der Renault Zoe mit 9.917 Stück. Dahinter dürfte aber bereits Platz für den ID 3 sein: Auf Rang drei lag Ende Juli Teslas Model 3 mit 4.521 Neuzulassungen.

Aus dem Handel war zuletzt zu hören, das Interesse am VW ID 3 übertreffe die Erwartungen „bei weitem“. Die Lieferzeit beträgt laut VW/Audi-Händlerverbandspräsident Dirk Weddigen von Knapp inzwischen „rund vier Monate“. Die Variante mit der kleineren 45-kWh-Batterie sei für das laufende Jahr bereits „nahezu ausverkauft“. Insgesamt will Volkswagen dem Vernehmen nach 2020 rund 15.000 Einheiten in Deutschland und mehr als 60.000 in Europa absetzen.

Einheitspreise schrecken manchen Interessenten ab

Im Vertrieb setzt VW rund um den ID 3 erstmals im Privatkundengeschäft auf ein Agentursystem. Das hat unter anderem zur Folge, dass Volkswagen die Preise und Leasingraten für das Auto festlegt. Spielraum für Nachlässe soll es beim ID 3 nach Wunsch des Herstellers nicht geben.

Nicht bei allen Interessenten kommt das gut an: Eine Umfrage der Fahrzeugplattform Carwow unter 675 Usern, die sich für den ID 3 interessierten, ergab, dass gut zwei Drittel der Befragten (67,8 %) Angebote ohne Händlernachlass als unattraktiv empfinden. Sogar 71,6 Prozent gaben an, dass die Fixpreise ein Grund seien, sich nach einem Modell umzusehen, bei dem ein Nachlass zu bekommen ist.

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Ohne Chance auf Rabatte setzen der Umfrage zufolge die meisten Kunden bei der Wahl ihres Händlers auf eine möglichst geringe Distanz. 70 Prozent der Befragten gaben das an. Weitere Aspekte, mit denen Händler punkten können, sind Serviceangebote (z.B. Full-Service-Leasing) und eine hohe Beratungsqualität. Diese Punkte erachtete jeweils knapp jeder zweite Umfrageteilnehmer als wichtig.

Zusatzdienstleistungen beim Kauf – etwa eine Haustürlieferung – spielen dagegen laut der Umfrage eine untergeordnete Rolle bei der Entscheidung für oder gegen einen Händler (35 %).

ADAC: ID 3 mit günstiger Vollkostenrechnung

Unterdessen verwies der ADAC am Dienstag auf eine Auswertung, wonach der ID 3 bei einer Vollkostenrechnung sowohl im internen als auch externen Vergleich gut abschneidet. Grundlage der Kostenberechnungen war eine Haltedauer von fünf Jahren bei einer Jahresfahrleistung von 15.000 Kilometern.

Bezieht man Kaufpreis, die Fix-, Betriebs- und Wartungskosten sowie den Wertverlust mit ein, ist man mit dem VW-Stromer demnach insgesamt günstiger unterwegs als mit einem Golf mit Verbrennungsmotor, aber auch als beispielsweise mit einem Tesla Model 3, einem Nissan Leaf oder einem Hyundai Ioniq Elektro.

Laut der Berechnung kostet der Standard-ID 3 den Fahrer pro Kilometer 41,6 Cent. Ein Golf 2.0 TDI liegt bei 53,8 Cent, ein Golf 1.5 E-TSI (Mild-Hybrid) bei 50,5 Cent. Das Model 3 (Standard Range) kam im Vergleich auf 52,5 Cent, der Nissan Leaf E+ Acenta auf 47,4 Cent und der Hyundai Ioniq Elektro auf 46,1 Cent.

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Entwicklungsredakteur