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Wasserstoff: Erste Tankstelle an der Autobahn

Autor / Redakteur: Edgar Schmidt / Edgar Schmidt

Die Brennstoffzelle soll als Antrieb der Zukunft die individuelle Mobilität retten. Doch dafür braucht es Tankstellen. Die erste Zapfsäule an einer Autobahn steht nun im unterfränkischen Geiselwind.

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Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, Dorothee Bär, bei der Eröffnung der Wasserstofftankstelle auf dem Autohof Geiselwind.
Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, Dorothee Bär, bei der Eröffnung der Wasserstofftankstelle auf dem Autohof Geiselwind.
(Foto: Daimler)

Ein flächendeckendes Tankstellennetz ist eine der Voraussetzungen, um eine neue Antriebstechnik erfolgreich zu machen. Das Netz für die mit Wasserstoff betriebenen Brennstoffzellen ist nun um eine Station reicher. Sie steht – strategisch günstig – auf einem der größten Autohöfe Europas im unterfränkischen Geiselwind und ist die erste öffentlich zugängliche Tankstation an einer Autobahn, der A3. Deutschland hat damit nun 18 Wasserstofftankstellen.

In den nächsten Monaten soll diese Zahl im Rahmen der Clean Energy Partnership (CEP) auf 50 aufgestockt werden. Damit sollen die ersten Brennstoffzellenfahrzeuge zumindest an den Hauptverkehrsadern genügend Tankmöglichkeiten finden. Langfristig sollen in Deutschland nach dem Willen von Bundesregierung und CEP für ein flächendeckendes Netz rund 1.000 Wasserstofftankstellen entstehen.

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Finanziert wurde die Tankstelle in Geiselwind von den Unternehmen Daimler, Linde und Total sowie mit Mitteln des Bundes. Zwar läuft das derzeitige Förderprogramm der Bundesregierung im kommenden Jahr aus; Dorothee Bär, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, betonte bei der Eröffnung der Tankstelle aber, dass die Regierung das Programm auch danach weiterführen wolle. Auch Daimler und Linde wollen noch weitere 20 Tankstellen fördern, mit insgesamt 20 Millionen Euro.

Langer Atem nötig

Was nun noch fehlt, ist der gleichzeitige Aufbau der Fahrzeugpopulation mit Brennstoffzellenantrieb, damit die Tankstellen auch ausgelastet werden. Marktreife Brennstoffzellenautos für jedermann haben bisher lediglich Hyundai und Toyota im Programm. Während der Hyundai ix35 Fuel Cell bereits in Deutschland erhältlich ist, folgt der Toyota Mirai im September.

Daimler plant erst im Jahr 2017 ein Serienfahrzeug auf dem Markt zu bringen und arbeitet dafür mit Renault-Nissan und Ford zusammen. BMW hat sich zwar mit Toyota zusammengetan, geht aber von einer Markteinführung zwischen 2016 und 2020 aus. Und Volkswagen hat schon Prototypen gezeigt, aber noch keinen Markteinführungstermin genannt. Von dem Know-how im Konzern soll auch Porsche profitieren und laut „Auto Motor und Sport“ im Jahr 2018 ein Brennstoffzellenmodell auf den Markt bringen.

Auch Honda und General Motors sind gemeinsam an dem Thema dran. Doch während Honda bereits im Frühjahr 2016 in Japan ein Serienmodell auf den Markt bringen will, geht General Motors davon aus, dass serientaugliche Modelle nicht vor 2020 zu den Händlern kommen. Die heutigen Tankstellenbetreiber brauchen also einen langen Atem und politische Unterstützung.

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