Wegen WLTP: Volkswagen schwemmt Europa mit NEFZ-Autos

Autor: Christoph Seyerlein

Mit 908.200 Neuwagen hat der Volkswagen-Konzern im Juli mehr als 10 Prozent mehr Autos ausgeliefert als im Vorjahresmonat. Ohne einen Sondereffekt in Europa hätte die Bilanz aber nicht so rosig ausgesehen.

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(Bild: © Günter Wicker / Flughafen Berlin Brandenburg GmbH)

Was sich schon bei der Kernmarke VW Pkw abgezeichnet hatte, bestätigte nun auch der gesamte Volkswagen-Konzern: Um der Umstellung auf den neuen Prüfzyklus WLTP zum 1. September zuvorzukommen, hat der Autohersteller im Juli massenhaft nach NEFZ zertifizierte Autos in den europäischen Markt gepresst – und so dort ein großes Auslieferungsplus von 24,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erzielt. Jene Euro-6b-Neuwagen hätten sonst nach der Umstellung vermutlich keine Zulassung mehr erhalten.

Wenig überraschend lag der Konzernabsatz deshalb im Juli auch weltweit klar über dem Vorjahreswert. Mit 908.200 Autos lieferten die Wolfsburger 10,6 Prozent mehr Neuwagen aus als vor Jahresfrist. Ohne den WLTP-Sondereffekt in Europa hätte das aber wohl ganz anders ausgesehen: Denn auf den anderen wichtigen Märkten tat sich der Autobauer im Juli schwer. In China stagnierte der Absatz bei 309.400 Einheiten (+0,1 %), in Nordamerika fiel er trotz eines Zuwachses in den USA (+7,8 %) insgesamt auf 81.400 Autos (-1,5 %) zurück. Im Gesamtjahr hat Volkswagen nach sieben Monaten mit 6,43 Millionen verkauften Fahrzeugen 7,5 Prozent mehr verkauft als im Vergleichszeitraum 2017.

In den kommenden Monaten erwartet Vertriebschef Fred Kappler durchaus Probleme. Volkswagen tut sich bei der Umstellung auf WLTP bislang schwerer als die Konkurrenz. „Nach vorne gerichtet stehen wir weiterhin vor Herausforderungen. Wir arbeiten mit ganzer Kraft daran, die zu erwartenden Auswirkungen des neuen WLTP-Prüfverfahrens in den nächsten Monaten so gering wie möglich zu halten“, so Kappler.

Von den Sondereffekten im Juli profitierten sämtliche Konzernmarken der Wolfsburger. Im Pkw-Bereich wuchs wie schon im gesamten Jahr Seat (+35,7 %) am stärksten, gefolgt von Skoda (+14,6 %), Porsche (+14,3 %), VW Pkw (+8,3 %) und Audi (+7 %). Auch die Nutzfahrzeugmarken legten allesamt deutlich zu, das größte Wachstum verzeichnete MAN (+21 %). Aber auch Scania (+16,1 %) und VW Nutzfahrzeuge (+13,4 %) wuchsen zweistellig.

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Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«