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Weltreise: Wankeln bis nach Japan

Autor: Steffen Dominsky

Es war weit mehr als eine Spritztour: Mit ihrem NSU Ro80 fuhren Maja und Klaus von Deylen einmal um die halbe Welt. Und weil sie eben schon durch Japan fuhren, schauten sie auch gleich mal bei einem der Wankel-Vertreter schlechthin vorbei: bei Mazda.

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Mit ihrem fast 45 Jahre alten NSU Ro80 fuhren die von Deylens bis zur Mazda-Zentrale nach Hiroshima.
Mit ihrem fast 45 Jahre alten NSU Ro80 fuhren die von Deylens bis zur Mazda-Zentrale nach Hiroshima.
(Bild: Mazda)

An und für sich ist es schon eine reife Leistung, mit dem Auto von Deutschland durch ganz Russland bis nach Japan zu fahren. Noch „reifer“ fällt die Sache aus, wenn nicht nur Fahrer und Beifahrerin, sondern vor allem auch das Fahrzeug bereits Klassiker sind. Dann ist das schon etwas Besonderes. Genauso eine besondere Leistung hat das Ehepaar Klaus und Maja von Deylen vollbracht. Im vergangenen Jahr fuhren die beiden mit ihrem NSU Ro80 mit Kreiskolbenmotor genau dorthin, wo man mit Abstand am längsten an der einst revolutionären Antriebstechnik festgehalten hat: nach Hiroshima, genauer gesagt zur Unternehmenszentrale von Mazda. Schließlich ist der Kreiskolbenmotor ein fester Bestandteil der Mazda-DNA. Entsprechend groß war dort die Begeisterung für den Besuch aus Deutschland.

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Im Juli 2019 begann die Reise der von Deylens aus Visselhövede am Rande der Lüneburger Heide. Über Travemünde, Helsinki und Sankt Petersburg quer durch Russland auf dem Landweg bis nach Wladiwostok ging ihre Reise. Von dort aus per Fähre nach Südkorea und schließlich nach Japan. Nach über 11.000 gefahrenen Kilometern kamen die beiden mit ihrem Ro80, Baujahr 1973, am 24. August in Hiroshima im Südwesten Japans an und besuchten die Unternehmenszentrale von Mazda. Dort bereitete man den außergewöhnlichen Besuchern einen besonderen Empfang: Mazda-Botschafter Nobuhiro Yamamoto führte die Gäste durch das Mazda-Museum, und zwischen den europäischen und asiatischen Freunden des Kreiskolbenmotors entstand sofort eine engagierte Diskussion über technische Einzelheiten des einzigartigen Antriebskonzepts.

Keiner baute länger einen Wankel

Mazda war zweifelsohne der bekannteste Autobauer, der neben NSU auf den Wankel- als Alternative zum Hubkolbenmotor setzte. 1967, also zur selben Zeit, als NSU den Ro80 präsentierte, brachte Mazda den „Cosmo“ heraus. Der Sportwagen war zugleich das erste Serienfahrzeug mit einem Zweischeiben-Wankel. Auch zahlreiche andere Hersteller experimentierten damals mit dem revolutionären Prinzip. Bis 2012 hielt Mazda mit dem RX-8 dem Wankel die Treue in der Automobilproduktion – und tut es in der Entwicklung bis heute. Entsprechend groß war die Begeisterung der Mazda-Mitarbeiter vor Ort, die die Leistung der Eheleute von Deylen zu schätzen wussten. Sie ließen es sich nicht nehmen, ein besonderes Fotobuch mit persönlichen Botschaften anzufertigen.

Ehrenvoll, so der Wunsch der japanischen Mazda-Mitarbeiter, sollte das Fotobuch an die Deylens übergeben werden. Ein passender Ort war hierzulande dann auch schnell gefunden: das Mazda-Classic-Automobil-Museum Frey. Hier übergaben jetzt Yasuhiro Aoyama, Präsident Mazda Motor Europe, und Bernhard Kaplan, Geschäftsführer Mazda Motors Deutschland, im Namen der Mitarbeiter in Japan besagtes Fotobuch. Angereist ins 670 Kilometer entferne Augsburg war von Deylen selbstverständlich mit seinem Ro80 – womit sonst?

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Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group