BYD-Vize Stella Li „Wir sind in einer starken Position“

Von sp-x 3 min Lesedauer

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BYD will in Europa wachsen und setzt auf ein breites Produktangebot, Megawatt-Laden und eine europäische Produktion. In China lief es zuletzt allerdings weniger gut. Was sagt BYDs Nummer Zwei zur Situation? Ein Gespräch am Rande der Automesse in Peking.

Stella Li, Vize-Präsidentin BYD(Bild:  BYD)
Stella Li, Vize-Präsidentin BYD
(Bild: BYD)

Der chinesische Automobilkonzern BYD treibt seine Expansion in Europa weiterhin mit hohem Tempo voran – strategisch, technologisch und wirtschaftlich. Unter der Leitung von Stella Li, Vize-Präsidentin BYD, setzt das Unternehmen auf Lokalisierung, ein breites Modellportfolio und neue Produktionskapazitäten, um regulatorische Hürden wie EU-Zölle zu umgehen und näher am Kunden zu sein. Gleichzeitig wächst auch auf BYD der Druck durch politische Rahmenbedingungen und etablierte und neue Wettbewerber. Im Gespräch mit der Nachrichtenangentur SP-X unterstreicht Li die Bedeutung des deutschen Marktes für BYD.

BYD verfolgt in Europa eine Strategie des „Full Family Portfolio“- also der Abdeckung aller Segmente. Wie sieht Ihre strategische Ausrichtung der Märkte und Zielgruppen innerhalb Europas aus und welche spezielle Rolle spielt dabei Deutschland?

Deutschland spielt eine zentrale Rolle für unsere Wachstumsstrategie in Europa. BYD bietet dort bereits jetzt acht reine E-Modelle und drei sehr erfolgreiche DM-i-Modelle, also unsere Plug-in-Hybride, an. Damit decken wir schon 90 Prozent der Kundennachfrage ab. Und weitere Modelle werden 2026 folgen. Sie sehen: BYD ist in Deutschland bereits ein Vollsortimenter.

Europa gilt als margenstarker Markt für BYD – welche wirtschaftlichen Ziele verfolgen Sie hier mittelfristig, insbesondere im Vergleich zum chinesischen Heimatmarkt?

Wir konnten in Europa bereits signifikant wachsen und wirtschaftlich erfolgreich sein. Dies wollen wir natürlich auch weiter tun. Auch durch den neuen Produktionsstandort in Ungarn unterstreichen wir die Bedeutung Europas für BYD.

Sie planen weitere Werke in der Türkei und eventuell in Spanien. Welche Rolle spielt lokale Fertigung künftig für BYD – auch im Hinblick auf neue, auf den europäischen Markt zugeschnittene Modelle?

Momentan konzentrieren wir uns auf den Start der Produktion in Ungarn. Alles weitere wird man sehen. BYD wird bald auch das erste speziell für Europa entwickelte Modell vorstellen, das den Bedürfnissen der deutschen Kunden entspricht. Auch das unterstreicht die Bedeutung Europas für BYD.

BYD investiert stark in neue Technologien wie Megawatt-Laden, neue Batterietechnologien oder hybride Antriebe – welche Innovationen sehen Sie als entscheidend, um sich im europäischen Markt nachhaltig zu differenzieren?

Unsere Flash-Charging-Technologie, also das Laden mit mehr als 1000 kW, stellt einen echten Gamechanger dar: Erstmals funktioniert Laden so schnell wie Tanken. Von 10 auf 70 Prozent in 5 Minuten, von 10 auf 97 Prozent in 9 Minuten und von 20 auf 97 Prozent in 12 Minuten bei eisiger Kälte von -30 Grad. Dieses Megawatt-Laden kommt zunächst in den Modellen unserer Premiummarke Denza, aber danach auch in den ersten BYD-Modellen. Was die Plug-in-Hybridmodelle betrifft: Die sind in Deutschland und Europa schon sehr erfolgreich und spielen daher natürlich eine wichtige Rolle für unsere Wachstumsstrategie. Der Seal U DM-i war schon der meistverkaufte Plug-in-Hybrid in Europa.

Planen Sie über das klassische Automobilgeschäft hinaus neue Geschäftsfelder in Europa – etwa im Bereich Energie, Ladeinfrastruktur oder Mobilitätsdienste?

Wir konzentrieren uns derzeit auf den Vertrieb unserer Autos. Darüber hinaus bauen wir unsere Flash-Charging-Infrastruktur in Europa auf. Bei Ihnen in Deutschland wollen wir bis zu 300 Flash-Charger bis Ende des Jahres installiert haben.

BYD hat Anfang 2026 seine Spitzenposition auf dem stark umkämpften chinesischen E-Auto-Markt vorübergehend an Konkurrenten verloren, der Absatz ist bereits in sieben Monate in Folge gesunken. Inwieweit beeinflusst diese Entwicklung ihre Expansionspläne?

Überhaupt nicht. BYD ist in einer starken Position, aus der heraus das Europageschäft wie geplant angetrieben wird.

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