Schadenmarkt Wo Größe allein nicht entscheidend ist

Von Konrad Wenz 6 min Lesedauer

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Der Unfallreparaturmarkt konsolidiert sich, die Anforderungen steigen. Dennoch haben kleine K&L-Betriebe eine Zukunft – wenn sie sich spezialisieren, effizient arbeiten und wissen, womit sie Geld verdienen.

Für große K&L-Betriebe sind Investitionen, hier beispielsweise Lackierroboter, leichter zu stemmen als für den kleinen Betrieb – man braucht den entsprechenden Durchlauf, um den Invest in einer vernünftigen Zeit zu amortisieren.(Bild:  Wenz)
Für große K&L-Betriebe sind Investitionen, hier beispielsweise Lackierroboter, leichter zu stemmen als für den kleinen Betrieb – man braucht den entsprechenden Durchlauf, um den Invest in einer vernünftigen Zeit zu amortisieren.
(Bild: Wenz)

Konsolidierung scheint das Gebot der Stunde zu sein: Versicherer, Schadensteuerer und Dienstleister bündeln Aktivitäten, Werkstattgruppen wachsen, Franchise- und Netzwerksysteme suchen weitere Partner. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Reparaturbetriebe: Fahrerassistenzsysteme, Hochvolttechnik, Diagnose, Digitalisierung und Dokumentation verlangen Investitionen. Hinzu kommen Fachkräftemangel und immer komplexere administrative Vorgaben – aber muss der klassische inhabergeführte Karosserie- und Lackbetrieb deshalb zwangsläufig wachsen, sich einem Netzwerk anschließen oder irgendwann verkaufen?

Insgesamt zeichnet sich in der Branche differenzierteres Bild ab. Der kleine K&L-Betrieb ist keineswegs ein Auslaufmodell. Einfach so weiterarbeiten wie bisher kann er allerdings auch nicht. Roy de Lange, Geschäftsführer von Fix Auto Deutschland, sieht einen klaren Trend zur Konsolidierung. Aus seiner Sicht liegt das Problem aber nicht allein in der Betriebsgröße. Auch ein kleiner, hochspezialisierter und effizient geführter Betrieb könne erfolgreich bleiben. Entscheidend sei vielmehr, ob das Unternehmen die künftigen Anforderungen wirtschaftlich darstellen könne. Reparaturtechnologien, Diagnose, Fahrerassistenzsysteme, Hochvolttechnik, Digitalisierung, Mitarbeiterqualifikation sowie zunehmende Prozess- und Dokumentationsanforderungen kosten nun mal Geld. Bei kleinem Geschäftsvolumen wird es schwieriger, diese Investitionen zu finanzieren. De Lange erwartet deshalb eine stärkere Polarisierung: auf der einen Seite kleine, hochspezialisierte Unternehmen, auf der anderen größere und professionell organisierte Betriebe. „Dazwischen wird die Luft zunehmend dünner“, lautet seine Einschätzung.