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ZDK erwartet 2020 deutlich rückläufigen Pkw-Markt

Autor: Andreas Wehner

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe geht für 2020 von zirka 3,26 Millionen Neuzulassungen in Deutschland aus. Die Prognose des Kfz-Gewerbes liegt damit deutlich unter der der Herstellerverbände VDA und VDIK. Auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt erwartet der ZDK ein Minus.

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(Bild: Wehner/ kfz-betrieb)

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) geht für 2020 von einer deutlich schwächeren Pkw-Nachfrage als in diesem Jahr aus. Der Verband rechne im kommenden Jahr mit zirka 3,26 Millionen Neuzulassungen in Deutschland. Das wären 9,2 Prozent weniger als die in diesem Jahr erwarteten 3,59 Millionen Einheiten. Damit erwartet der ZDK einen deutlicheren Rückgang als die beiden Herstellerverbände VDA und VDIK, die 3,43 beziehungsweise 3,35 Millionen Neuzulassungen für 2020 prognostizieren.

Bei den privaten Neuzulassungen erwartet der ZDK im kommenden Jahr gar einen Rückgang um 18 Prozent auf rund 1,035 Millionen Pkw. Einen Grund dafür sieht der Verband in der wachsenden Verunsicherung durch drohenden Arbeitsplatzabbau auch bei Automobilherstellern und Zulieferern. Darüberhinaus werde vermutlich der Modellmix einiger Fabrikate den Wünschen potenzieller Käufer nur bedingt entsprechen, da er auf das Erreichen der ab 2020 geltenden CO2-Ziele ausgerichtet sei.

Zudem sei erst in der zweiten Jahreshälfte mit einem wachsenden Angebot an E-Fahrzeugen zu rechnen. Dazu kämen die Probleme der hohen Preise und der unzureichenden Ladeinfrastruktur. „Kunden werden daher vermutlich abwarten und ihren Kaufwunsch zunächst aufschieben, um einen besseren Marktüberblick zu bekommen“, erwartet ZDK-Präsident Jürgen Karpinski.

Das gute Flottengeschäft von 2019 mit rund 940.000 Zulassungen wird sich nach Einschätzung des Verbandes so nicht wiederholen. Denn es sei vor allem durch Nachholkäufe aufgrund der Dieselproblematik im Jahr 2018 gespeist worden. Zusätzliche Anreize für E-Fahrzeuge in Fahrzeugflotten sollen die geänderten Regelungen zur Dienstwagenbesteuerung ab 2020 geben. „Fahrer von Dienstfahrzeugen außerhalb des Außendienstes könnten daher schon im kommenden Jahr daran interessiert sein, diese steuerlichen Vorteile in Anspruch zu nehmen“, so ZDK-Präsident Karpinski.

Weniger Händler- und Werkszulassungen

Die Eigenzulassungen bei den Herstellern und Importeuren, aber auch im Handel werden nach Einschätzung des ZDK 2020 sinken, da noch viele Eigenzulassungen aus 2019 zu veräußern sind. Außerdem seien Eigenzulassungen auf dem bisher üblichen Niveau angesichts der politischen Vorgaben wie CO2-Strafzahlungen und Umweltbonus strategisch weder für die Hersteller und Importeure noch für den Handel sinnvoll. Für Eigenzulassungen des Handels sei dabei insbesondere die mit dem Umweltbonus verbundene Mindesthaltedauer zu berücksichtigen.

Im Geschäftsfeld der Fahrzeugvermietung rechnet der ZDK aufgrund des wachsenden Angebots neuer Mobilitätsdienstleistungen 2020 mit einem „moderaten Anstieg“.

Gebrauchtwagengeschäft leicht rückläufig erwartet

Für den Gebrauchtwagenmarkt geht der ZDK in diesem Jahr von etwa 7,22 Millionen Pkw-Besitzumschreibungen aus. Da sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen 2020 tendenziell verschlechtern, rechnet der ZDK im kommenden Jahr mit etwa 7,1 Millionen Pkw-Besitzumschreibungen. Darauf wirke sich auch die hohe Zahl der Händler- und Werkszulassungen aus 2019 aus.

Die Werkstattauslastung sinkt bereits in diesem Jahr auf durchschnittlich 83 Prozent (Vorjahr: 86 Prozent). 2020 sollte dieses Niveau nach Ansicht des ZDK wieder erreicht werden. Laut einer Befragung von Werkstätten im Rahmen des Geschäftsklima-Indexes sei der Auftragsrückgang vor allem auf die Verunsicherung der Kunden zurückzuführen. Sie gehe mit der Ungewissheit einher, ob eine Reparatur am Fahrzeug noch lohnenswert sei.

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Über den Autor

 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«