ZDK: Nachwuchs digital rekrutieren

Zukunft des Betriebs nicht aus den Augen verlieren

| Autor: Antonia Seifert

(Bild: Pro Motor)

Die Corona-Pandemie hat die Arbeitswelt nachhaltig verändert. Videokonferenzen statt persönlicher Meetings sind inzwischen Alltag. Auch die Nachwuchsgewinnung im Kraftfahrzeuggewerbe wandelt sich. Unter der Überschrift „Digitales Recruiting“ stellt die Initiative „Autoberufe – mach Deinen Weg“ zahlreiche Werkzeuge, Anregungen und Handlungsempfehlungen auf ihrer Website vor.

„Das gewohnte Auswahlverfahren mit persönlichem Kennenlernen beim Vorstellungsgespräch ist zurzeit eher die Ausnahme“, sagt Wilhelm Hülsdonk. In seinem Mehrmarken-Servicebetrieb hat der ZDK-Vizepräsident und Bundesinnungsmeister des Kfz-Handwerks unzählige junge Menschen ausgebildet. „In Zeiten wie diesen müssen wir in den Betrieben alle Register ziehen, um den geeigneten Nachwuchs dort abzuholen, wo sich die Jugendlichen bevorzugt aufhalten – in der digitalen Welt“, ist er überzeugt.

Vermehrt soziale Netzwerke nutzen

Das fange auf der Website des Betriebs an, die eine Rubrik „Wir bilden aus“ und das entsprechende Angebot an Ausbildungsstellen enthalten müsse. „Ein deutlicher Hinweis, dass der Betrieb auch trotz der Corona-Pandemie ausbildet, nimmt den Interessenten die Unsicherheit, sich zu bewerben“, betont Hülsdonk.

Da die üblichen Messen oder Tage der offenen Tür in nächster Zeit wohl kaum stattfinden werden, ließen sich insbesondere die sozialen Netzwerke nutzen, um auf die Ausbildungsmöglichkeiten im eigenen Betrieb aufmerksam zu machen. Hülsdonk verweist auf autoberufe.de, wo gezeigt wird, wie es gehen kann.

Selbst Vorstellungsgespräche seien nach einem digitalen Vortest auch per Videokonferenz durchführbar. Auf dieser Seite finden sich zudem zahlreiche Materialien für Betriebe und Multiplikatoren, aber auch für Schüler und Bewerber.

Hülsdonk: Gleichbehandlung der handwerklichen Ausbildung muss her

Hülsdonk: Gleichbehandlung der handwerklichen Ausbildung muss her

17.04.20 - Für Bundesinnungsmeister Wilhelm Hülsdonk steht fest: Im digitalen Zeitalter wird sich die Aus- und Weiterbildung weiter verändern. Deshalb müsse die Politik die handwerkliche und akademische Ausbildung künftig gleichberechtigt unterstützen. lesen

Zukunft des Betriebs nicht aus den Augen verlieren

Hülsdonk warnt davor, in den aktuell wirtschaftlich schwierigen Zeiten die Zukunft des eigenen Betriebs aus den Augen zu verlieren. „Es zeichnet sich ab, dass die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen, aber auch der Bewerberinnen und Bewerber, im Vergleich zum Vorjahr deutlich sinkt“, sagt Hülsdonk, der auch Mitglied im geschäftsführenden Präsidium des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) in Berlin ist.

So deuteten Umfragen bei Betrieben zu den Planungen für das kommende Ausbildungsjahr auf Unsicherheit und Zurückhaltung beim Ausbildungsplatzangebot hin. „An dieser Stelle möchte ich an die Unternehmer im Kraftfahrzeuggewerbe appellieren, auch weiter in die Zukunft zu investieren und schon heute die Fachkräfte von morgen auszubilden“, betont der Bundesinnungsmeister. Nur wer mit seinem Betrieb personell gut aufgestellt ist, habe gute Chancen und Wettbewerbsvorteile für die Zeit nach der Krise.

Hülsdonk weist auf die Maßnahmen hin, die von der Allianz für Aus- und Weiterbildung unter Führung des Bundeswirtschaftsministeriums am 26. Mai 2020 beschlossen worden sind. Dazu gehören insbesondere auch Hilfsangebote für Betriebe, um etwa die Fortführung begonnener Ausbildungen zu sichern.

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