Lockdown im Autohandel ZDK schlägt Wirtschaftsminister differenzierte Öffnungsstrategie vor

Autor: Doris Pfaff

Der ZDK hat dem Wirtschaftsministerium Vorschläge unterbreitet, wie die Autohäuser wieder geöffnet werden könnten. Künftige Lockerungen sollten nach Vorstellung des Verbands nicht allein von den Inzidenzzahlen abhängen.

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ZDK-Präsident Jürgen Karpinski fordert von der Politik bei den Corona-Beschränkungen eine differenzierte Beurteilung der Gefährdungslage.
ZDK-Präsident Jürgen Karpinski fordert von der Politik bei den Corona-Beschränkungen eine differenzierte Beurteilung der Gefährdungslage.
(Bild: Promotor)

Beim digitalen Treffen der Verbandsvertreter mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier am vergangenen Dienstag war auch der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) vertreten. Das Gespräch drehte sich darum, wie man die Wirtschaftskrise bewältigen und aus dem Lockdown herauskommen kann.

Die Vertreter der einzelnen Verbände kritisierten vor allem die fehlende Öffnungsperspektive und -strategie für die betroffenen Branchen. Der Bitte Altmaiers, Empfehlungen dazu einzureichen, ist der ZDK mit einem Eckpunktepapier sofort nachgekommen.

Kernpunkt des ZDK-Schreibens an Altmaier ist der Vorschlag, bei Überlegungen zu Lockerungen nicht allein Inzidenzwerte zugrunde zu legen, sondern die Gefährdungslage insgesamt zu berücksichtigen. Dazu zählten solche Parameter wie das Kundenaufkommen im Verhältnis zur Verkaufsfläche, die räumlichen Bedingungen und die Art der Kundenkontakte.

ZDK: Genau schauen, wie die jeweiligen Gegebenheiten sind

Bislang werden diese Umstände ignoriert, kritisiert ZDK-Präsident Jürgen Karpinski. Bei den aktuellen Corona-Beschränkungen werden viele Branchen und Tätigkeitsbereiche über einen Kamm geschoren und allein die allgemeinen Inzidenzzahlen zum Maßstab des Handelns erhoben. In seiner Öffnungsstrategie schlägt der ZDK deshalb eine „typisierte, auf bestimmte Branchen oder Tätigkeitsbereiche bezogene Betrachtungsweise unter Berücksichtigung der Inzidenzzahlen vor“.

Inzidenzzahl und Gefährdungsbeurteilung müssten sich zueinander verhalten: „Je niedriger die Inzidenzzahlen sinken, desto höher darf der Gefährdungsgrad sein, den eine Branche als Voraussetzung für die Wiedereröffnung nicht überschreiten darf – und umgekehrt“, rät der ZDK. Dabei sollten als Puffer Überlappungsbereiche definiert werden, damit es bei pendelnden Inzidenzwerten nicht zu ständigen, unberechenbaren Hin-und-her-Effekten komme.

„Werden solche Kriterien zugrunde gelegt, zählen insbesondere die Autohäuser zu den ersten Kandidaten für eine Wiedereröffnung der Verkaufstätigkeit, da von ihnen so gut wie keine Infektionsgefahr ausgeht“, sagt der ZDK-Präsident. Die Öffnung der Verkaufsräume sei für die gesamte Automobilwirtschaft von großer wirtschaftlicher Bedeutung und dringend notwendig.

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Doris Pfaff

Redakteurin bei »kfz-betrieb«, Ressort Verbände & Politik