2013: „Der Golf 7 muss einschlagen“

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Schwach hingegen war das Gebrauchtwagengeschäft im vierten Quartal. Insgesamt konnte das Autohaus seinen Absatz gegenüber dem Vorjahr jedoch deutlich steigern. Dies lag vor allem am Angebot von Fahrzeugen, die älter als zwei Jahre sind. Aber auch mit dem Jahreswagengeschäft ist Schäfer zufrieden. Es bewegte sich auf dem guten Vorjahresniveau. Am erfreulichsten für den Autohaus-Chef ist, dass der durchschnittliche Ertrag pro Fahrzeug nach oben ging: „Damit sind wir sehr zufrieden.“

Das Nutzfahrzeuggeschäft verlief wiederum unterschiedlich. Schwere Lkw habe in den letzten Monaten vor allem das Baugewerbe gekauft. Der Verkauf von neuen Transportern ging im Vergleich zum Vorjahr jedoch leicht zurück. Wiederum sehr gut ausgelastet war die Nfz-Werkstatt. Mit Blick auf 2013 sagt Schäfer: „Im Transporter- und Bausektor schätzen wir die Entwicklung stabil ein, während wir bei den Fernverkehr-Fahrzeugen ein weiterhin rückläufiges Geschäft erwarten.“

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Und wie geht es 2013 seiner Meinung nach im Pkw-Vertrieb und -Service weiter? „Im Vertrieb rechnen wir mit einer guten Nachfrage, insbesondere nach der neuen A-Klasse sowie der überarbeiteten E-Klasse. Den Verkauf von Jahreswagen könnten wir noch leicht steigern. Denn 2013 haben wir die ersten Jahreswagen der neuen A-Klasse. Und diese Autos dürfen ausschließlich autorisierte Mercedes-Benz-Vertragspartner vertreiben. Auch im Service rechnen wir aufgrund der anhaltend guten Fahrzeugverkäufe mit Wachstum.“

Erträge geraten weiter unter Druck

Ein anderes Bild zeichnet Nissan-Händler Martin Huber vom Autohaus Huber in Wasserburg. Er befürchtet, dass die Neuwagen-Nachlässe höher, der Gebrauchtwagen-Bestandsdruck größer und die Erträge 2013 niedriger werden. Um in den nächsten Monaten erfolgreich agieren zu können, bedürfe es sehr guter Verkaufsförderprogramme und entsprechender Marketingunterstützungen seitens der Hersteller.

Das Neuwagenjahr 2012 bilanziert Huber folgendermaßen: „Das erste Halbjahr war extrem hart. Wir konnten es aber dank zielgerichteter Marketingmaßnahmen und starken Verkaufsförderprogrammen noch wie erwartet abschließen. Im zweiten Halbjahr, insbesondere aber im vierten Quartal, verbuchten wir leider trotz sehr guter Marketingmaßnahmen und aggressiver Angebote einen erheblichen Nachfragerückgang.“ Dabei verlief der Neuwagenverkauf an Bestandskunden der Wasserburger Autohausgruppe noch zufriedenstellend. Extrem schwierig gestaltete sich jedoch die Neukundengewinnung. „2012 war eines der härtesten Jahre, an die ich mich erinnere. Bei dem großen Einsatz, den meine Filialen, mein Team und ich erbracht haben, kann ich mit dem Ertrag nicht zufrieden sein“, sagt der Nissan-Händler enttäuscht.

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ELEKTROFAHRZEUGE SPIELEN 2013 KEINE ROLLE

Jürgen Barletta, Autohaus Jürgens, Hagen: „Wir haben zwar mit der Übernahme des Smart-Vertriebs, zusätzlich zum Mercedes Vito E-Cell, jetzt ein weiteres voll elektrisches Auto im Angebot, aber wir planen keine groß angelegte Vertriebsaktion. Dennoch versuchen wir, diese beiden Modelle bei ausgewählten Firmen zu positionieren, um damit diese Firmen ihr `Green-Image´ steigern können.“

Peter Schäfer, Autohaus Schäfer, Königsbrunn: „Da die Daimler AG, außer Smart, für den wir keinen Vermittlervertrag haben, derzeit noch keine Elektrofahrzeuge in Großserie fertigt, spielt der Absatz von Elektrofahrzeugen für uns 2013 keine Rolle in unseren Planungen.“

Martin Huber, Autohaus Huber, Wasserburg: „Mit dem Nissan Leaf verkaufen wir seit dem Frühjahr 2012 ein vollwertiges Elektrofahrzeug, welches in ausländischen Märkten bereits einen Marktanteil von über 50 Prozent erreicht. Bei uns werden auch 2013 nicht die Stückzahlen, sondern der damit verbundene Marketing-, Image- und Werbeeffekt im Vordergrund stehen.“

Michael Ostermaier, Autohaus Ostermaier, Vilsbiburg: „Wir haben große Umsatzerwartungen an den Vertrieb von Elektrofahrzeugen aller Art. Der Ende 2013 kommende Elektro-Up hat zudem großes Potenzial im Endkunden- und Fuhrpark-Geschäft.“

Uwe Gehrmann, Autohaus Wicke, Bochum: „Wir warten auf unseren E-Up! Sonst haben wir keine weiteren Planungen.“

Burkhard Weller, Wellergruppe, Berlin: „Bei der Planung liegt die Rolle der Elektrofahrzeuge im Schmunzelbereich!“

Jürgen Henninger, Mercedes-Autohaus Schmolck, Emmendingen: „Elektrofahrzeuge spielen 2013 eine sehr untergeordnete Rolle. Vielmehr gibt es bei den Flottenkunden eine Nachfrage nach Hybridfahrzeugen und stark verbrauchs- und CO2-reduzierten Fahrzeugen.“

Siegfried Reuner, Ford-Autohaus Reuner, Palling: „Elektrofahrzeuge spielen bei uns 2013 keine Rolle. Wir warten noch auf Modelle vom Hersteller.“

Hans-Ulrich Overdreef, BMW-Autohaus Overdreef, Duisburg: „Elektrofahrzeuge werden 2013 monetär noch keine große Rolle spielen. Es ist aber sehr wichtig, die Kompetenz im Autohaus von der ersten Stunde an zu entwickeln. Die Mobilität der Zukunft wird mit Sicherheit elektrisch sein.“

Michael Brucker, Skoda-Autohaus Brucker, Marktredwitz: „Elektrofahrzeuge spielen bei uns 2013 gar keine Rolle!“

Stefan Quary, Dürkop-Gruppe, Braunschweig: „Elektrofahrzeuge spielen in der Planung für 2013 eine zu vernachlässigende Rolle. Die Zielgruppe ist immer noch zu klein und die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit der Fahrzeuge im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren nicht gegeben. Die E-Auto-Zielsetzung der Bundesregierung bis 2020 ist völlig unrealistisch.“

Nico Petelka, Citroën-Autohaus Zentral, Saalfeld: „E-Autos spielen in der Planung für 2013 eine sehr geringe Rolle. In unserer Region ist kaum Nachfrage vorhanden, da der Anschaffungspreis noch zu hoch ist. Hier ist seitens des Herstellers mehr Engagement gefragt.“

Stefan Zschernitz, Autohaus Zschernitz, Karlsruhe: „Der Absatz von E-Fahrzeugen spielt für unser Haus volumenmäßig eine kleine Rolle und hat daher auf unsere Planung keinen Einfluss.“

Wolfgang Hermann, Autohaus Hermann, Northeim: „Durch die Einführung neuer Kleinwagenmodelle erwarten wir 2013 einen stärkeren Absatz von E-Fahrzeuge,. Hinzu kommt eine gute technische Qualität, was die Akzeptanz der E-Fahrzeuge bei den Kunden deutlich erhöht.“

Seiner Ansicht nach wird es 2013 nicht einfacher: „Der Preiskampf ist nach wie vor eine Katastrophe. Die extrem hohen Fahrzeugbestände bei allen Händlern über alle Marken hinweg erhöhen den finanziellen Druck auf die einzelnen Händler massiv und veranlassen die Unternehmer dazu teilweise extrem unwirtschaftliche Entscheidungen zu treffen.“ Die eigenen Verkaufsabschlüsse seien gerade noch akzeptabel. Allerdings kämpfen auch die Wasserburger täglich gegen Internetangebote, welche für Huber nicht nachvollziehbar kalkuliert sind.

In Richtung Importeur sagt der Unternehmenslenker: „Nissan motiviert die Verkäufer momentan, indem der Importeur Provisionen pro Geschäft bezahlt. Das ist eine sehr gute Idee.“ Grundsätzlich müssten es die Hersteller allerdings laut Huber allesamt ermöglichen, „dass der Handel wieder selbst gute Erträge erwirtschaftet und nicht nur motivierte Verkäufer, sondern auch gesunde Unternehmen hat.“

Hersteller benötigen gesunde Händler

Im Nutzfahrzeuggeschäft verbuchte Huber in den vergangenen zwölf Monaten trotz intensiver Anstrengungen einen massiven Rückgang. Die Fahrzeug-Marktpreise seien nicht mehr nachvollziehbar. Erfreulicherweise zähle aber für die Kunden immer noch die persönliche Beziehung. „Wir hoffen, über unsere Betreuungsqualität auch im kommenden Jahr so viele Fahrzeuge zu verkaufen wie geplant. Voraussetzung hierfür sind natürlich wettbewerbsfähige Preise seitens des Herstellers“, sagt Huber.

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